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16.09.2013

10:47 Uhr

Fed-Sitzung

Bernanke lässt endlich die Katze aus dem Sack

Lange hat sich die Fed Zeit gelassen, nun aber könnte es wirklich ernst werden. Am Mittwoch dürfte Ben Bernanke die Drosselung der Anleihekäufe ankündigen. Anleger spekulieren schon über den Umfang des „Tapering“.

Für die Börsen geht es in die heiße Phase. In New York spekulieren die Händler über den Umfang des „Tapering“. AFP

Für die Börsen geht es in die heiße Phase. In New York spekulieren die Händler über den Umfang des „Tapering“.

New YorkUS-Notenbankchef Ben Bernanke geht diese Woche in die Schlusskurve seiner zweiten und wohl letzten Amtszeit. Bevor der frühere Princeton-Professor, den es zurück in die Wissenschaft zieht, Ende Januar nach acht Jahren durchs Ziel laufen kann, wartet aber noch eine knifflige Aufgabe auf ihn: War es 2008 unter dem Eindruck der Lehman-Brothers-Pleite einfach, die Welt für die Krisenmaßnahmen der Fed zu begeistern, muss er kurz vor seinem 60. Geburtstag nun den Finanzmärkten den bevorstehenden Ausstieg aus seiner beispiellosen Billiggeld-Politik schmackhaft machen.

Dass schon erste zarte Hinweise darauf für eine gigantische Kapitalflucht aus Schwellenländern sorgten, verkompliziert das Unterfangen. Allerdings ist Bernanke natürlich nicht Brasilien, Indien oder der Türkei verpflichtet, sondern nur seinen rund 300 Millionen Mitbürgern. Am Finanzmarkt wird die nun heraufziehende geldpolitische Wende vor allem deshalb mit gemischten Gefühlen erwartet, weil nicht klar ist, ob sie ohne Verwerfungen an den Börsen gelingen wird. Helaba-Analyst Christian Apelt ist sich dennoch sehr sicher: „Nach mehrmonatiger Diskussion über das Herunterfahren ihrer Wertpapierkäufe wird die Federal Reserve nun ihren Worten Taten folgen lassen.“

Bereits seit Mai, als Bernanke erstmals über den „Exit“ laut nachdachte, ist klar, dass die Fed noch in diesem Jahr den Fuß vom geldpolitischen Gaspedal nehmen wird. Konkret bedeutet dies zunächst, dass weniger Staats- und Immobilienpapiere aufgekauft werden und damit weniger Geld in die Wirtschaft gepumpt wird. Über die Frage, wie stark Bernanke auf die Bremse treten wird, streiten sich die Experten. Das Gros erwartet allerdings, dass er die bisherige monatliche Summe von 85 Milliarden Dollar um zehn auf 75 Milliarden reduziert. Es dürfte sich also nur um den Einstieg in den Ausstieg aus der Krisenpolitik handeln. Die Fed-Konjunkturhilfen dürften schätzungsweise noch bis Mitte 2014 schrittweise zurückgefahren werden.

Kommentare (4)

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16.09.2013, 13:00 Uhr

"...der frühere Princeton-Professor, den es zurück in die Wissenschaft zieht,..."

Mit "Wissenschaft" ist hier wohl jene "Fähigkeit" gemeint, etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld NICHT zu verstehen:

http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/01/geldtheorie.html

Account gelöscht!

16.09.2013, 21:51 Uhr

wie kann es eigentlich sein, dass die Äußerung eines Hanskaspers ganze Nationen und Regionen auf dem Planeten in Bedrängnis bringen können ?
Einmal über ne rote Ampel laufen und nicht zahlen wollen und man findet sich im Gefängnis wieder ?
Wie lange akzeptiert die Menscheit dieses verlogene Spiel eigentlich noch ?

Account gelöscht!

16.09.2013, 22:29 Uhr

"Wie lange akzeptiert die Menscheit dieses verlogene Spiel eigentlich noch?"

So lange, wie die Menschheit noch religiös ist:

http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/01/anfang-und-ende-von-gut-und-bose.html

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