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16.11.2011

07:56 Uhr

Fernost-Börsen

Schuldenkrise wirft Kurse in Asien zurück

Als seien Schuldenkrise und Yen-Stärke nicht schon genug: Mit einem wenig zuversichtlichen Konjunkturausblick enttäuscht die japanische Notenbank die Anleger. Die Aktienkurse wirft das noch weiter zurück.

Japanische Geschäftsmänner vor einer Börsentafel. dpa

Japanische Geschäftsmänner vor einer Börsentafel.

TokioDie Furcht vor einem Überschwappen der Schuldenkrise auf weitere europäische Länder hat am Mittwoch erneut die asiatischen Börsen ins Minus gedrückt. Auch die Ungewissheit über die politische Entwicklung in Italien und Griechenland belasteten die Märkte. In Italien wird der designierte Ministerpräsident Mario Monti voraussichtlich noch im Tagesverlauf die neue Regierung des hoch verschuldeten Landes vorstellen. Die Zeit drängt, denn die Zinsen für zehnjährige italienische Staatsanleihen erreichten zuletzt wieder die kritische Marke von sieben Prozent. Gleichzeitig schossen die Kosten für Kreditausfallversicherungen auf ein Rekordhoch.

Auch in anderen europäischen Ländern gab es Anzeichen, dass das Vertrauen der Märkte weiter abnimmt. In Frankreich, Belgien und Österreich erreichten die Aufschläge auf die Renditen für Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit im Vergleich zu deutschen Staatspapieren am Dienstag ihr höchstes Niveau seit Einführung der Gemeinschaftswährung. Die Befürchtungen nahmen zu, dass selbst die Kernländer der Euro-Zone von der Schuldenkrise ergriffen werden. Der Euro blieb auch in Fernost unter Druck und fiel auf 1,3444 Dollar, nachdem er im späten New Yorker Handel noch bei 1,3546 Dollar gelegen hatte.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 8463 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab ebenfalls 0,9 Prozent nach auf 724 Zähler. Wenig Unterstützung brachte die Bank of Japan. Die japanische Notenbank beließ auf ihrer Sitzung den Leitzins wie erwartet im Korridor zwischen null und 0,1 Prozent. Sie signalisierte zugleich ihre Bereitschaft zu einer weiteren geldpolitischen Lockerung, sollten sich die Hindernisse für eine Konjunkturbelebung zusätzlich erhöhen.

„Japans Wirtschaft erholt sich weiter, aber in einem moderateren Tempo, vor allem wegen der Folgen eines Wirtschaftsabschwungs im Ausland“, erklärte die Notenbank. Bei ihrem Treffen Ende Oktober hatte sie beschlossen, das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen um fünf Billionen auf 20 Billionen Yen (umgerechnet rund 263 Milliarden Dollar) auszuweiten.

Die Börsen in Shanghai und Hongkong verloren mehr als zwei Prozent. Vor allem Finanztitel zogen hier die Märte nach unten. Auch die Aktienmärkte in Australien, Singapur, Taiwan und Südkorea verbuchten Verluste.

„Es kommt eine schlechte Nachricht nach der anderen aus Europa, und die Märkte bleiben sprunghaft“, sagte Analyst Toshiyuki Kanayama von Monex. „Die andauernde Unruhe wegen der Situation in Europa und die anhaltende Yen-Stärke verhindern Gewinne“, kommentierte auch Analyst Yutaka Miura von Mizuho Securities die Marktentwicklung.

Gegen den Markttrend in Tokio legten die Papiere von Elpida Memory um 8,8 Prozent zu. Der japanische Speicherchiphersteller will seine Produktion drosseln, um bessere Preise zu erzielen. Der Aktienkurs des skandalgeschüttelten Kameraherstellers Olympus schnellte sogar um über 15 Prozent nach oben. Investoren deckten sich mit den Titeln wieder ein, weil sie davon ausgingen, dass das Unternehmen doch nicht von der Börse genommen wird.

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