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29.04.2014

13:42 Uhr

Festzinsanlagen

Steigende Inflation drückt Bundesanleihen

Da die Preise in einigen Bundesländern anziehen, sind die Anlagen mit festen Zinsen weniger beliebt: Bundesanleihen müssen höhere Zinsen bieten, auch US-Treasuries sacken ab. Italien hat dagegen Glück am Primärmarkt.

Wenn die Verbraucherpreise steigen, ärgert das die Konsumenten. Die Anleger freut es: Denn dann rentieren auch die Anleihen der Staaten höher. Reuters

Wenn die Verbraucherpreise steigen, ärgert das die Konsumenten. Die Anleger freut es: Denn dann rentieren auch die Anleihen der Staaten höher.

Die Kurse der europäischen Anleihen sind am Dienstag gesunken. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten drei Basispunkte höher mit 1,53 Prozent. Für den Terminkontrakt Bund-Future ging es 37 Basispunkte abwärts auf 143,91 Prozent.

In sechs deutschen Bundesländern hat die Inflation im April angezogen. Am Nachmittag stehen Daten zur bundesweiten Teuerung an. Steigende Preise schmälern die Attraktivität festverzinslicher Anlagen.

Auch US-Staatsanleihen gaben nach, die Rendite der zehnjährigen Treasuries stieg um zwei Basispunkte auf 2,72 Prozent. Volkswirte erwarten laut einer Bloomberg-Umfrage, dass die Federal Reserve Bank auf ihrer am Mittwoch endenden Sitzung die monatlichen Anleihekäufe um weitere 10 Milliarden Dollar auf 45 Milliarden Dollar senkt und den Leitzins in der Spanne von null bis 0,25 Prozent belässt.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Am Primärmarkt hat Italien fünf- und zehnjährige Anleihen zu rekordniedrigen Zinsen platziert. Die 2019 fälligen Papiere für 3,5 Milliarden Euro kamen mit einer Emissionsrendite von 1,84 Prozent auf den Markt, die zehnjährigen im Volumen von 3 Milliarden Euro zu 3,22 Prozent – damit waren die Zinsen so gering wie noch nie bei dieser Laufzeit. Außerdem begab das Land variabel verzinste Papiere mit Fälligkeit 2019 über 2,28 Milliarden Euro. Großbritannien hat zehnjährige Gilts im Volumen von 3,5 Milliarden Pfund platziert, die Rendite lag bei 2,817 Prozent.

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