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21.01.2011

07:00 Uhr

Finanzierungsinstrument

EU-Kommission will Pfandbriefe begünstigen

VonYasmin Osman

Die Europäische Kommission will Pfandbriefe und pfandbriefähnliche Wertpapiere besserstellen, als es die Pläne für die internationale Bankenreform (Basel III) vorsehen. Damit könnte der Pfandbrief für Banken künftig eine größere Rolle bei der Schaffung von Liquiditätsreserven spielen als bisher.

Der Pfandbrief ist ein wichtiges Finanzierungsinstrument für Banken. Quelle: dpa

Der Pfandbrief ist ein wichtiges Finanzierungsinstrument für Banken.

FRANKFURT. „Einige kleine Anpassungen könnten notwendig sein“, sagte die Sprecherin von EU-Kommissar Michel Barnier mit Blick auf die Behandlung von Pfandbriefen. Dabei geht es darum, inwieweit Pfandbriefe Teil der vorgeschriebenen Liquiditätspuffer von Banken sein dürfen.

Denn künftig müssen Banken größere Liquiditätsreserven vorhalten, die aus besonders sicheren und liquiden Vermögenswerten bestehen sollen wie Notenbank-Guthaben oder Staatsanleihen. Pfandbriefe dürfen nur 40 Prozent der Reserve ausmachen und werden mit einem Abschlag von 15 Prozent berücksichtigt. Nun sagt die Barnier-Sprecherin, die Kommission wolle die Behandlung von Pfandbriefen prüfen.

Die Position der Kommission ist wichtig, denn die Basel-Reform kann nur von der EU und den nationalen Parlamenten in verbindliches Recht gegossen werden. Daher wertet der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VdP) die Aussagen der EU positiv. „Wir gehen davon aus, dass es für Pfandbriefe gegenüber den Baseler Regeln Erleichterungen gibt. Das ist ein wichtiger Fortschritt“, sagte der VdP-Experte Christian Marburger.

In Europa ist der Pfandbrief ein wichtiges Finanzierungsinstrument für Banken, gerade in Deutschland, aber auch in Dänemark. Entsprechend stark hatten sich diese Länder für Erleichterungen eingesetzt. Je besser man Pfandbriefe in die Liquiditätsreserve einrechnen kann, desto leichter ist es für die Banken, Käufer für ihre Pfandbriefe zu finden. Hinzu kommt, dass es in gering verschuldeten Ländern wie Dänemark nicht genug Staatsanleihen gibt, die Banken kaufen könnten. Ganz anders in Großbritannien: Das hochverschuldete Königreich hatte in Basel die strikten Regeln mit durchgesetzt und warnte erst kürzlich wieder davor, von den Vorgaben aus Basel abzuweichen.

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