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14.10.2013

09:21 Uhr

Finanzierungslücke

Griechenland will fällige Anleihen verlängern

Im kommenden Jahr wird Griechenland offenbar ein Defizit von bis zu elf Milliarden Euro aufweisen. Daher will der Staat einige Anleihen verlängern, die bald fällig gewesen wären.

Die Euro-Länder und der IWF haben Griechenland seit 2010 rund 240 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, um den Staatsbankrott zu verhindern. dpa

Die Euro-Länder und der IWF haben Griechenland seit 2010 rund 240 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, um den Staatsbankrott zu verhindern.

AthenGriechenland will die drohende Finanzierungslücke im kommenden Jahr mit einer Verlängerung fälliger Anleihen im Umfang von 4,5 Milliarden Euro teilweise überbrücken. Dabei handele es sich um Bonds, die eigentlich im März 2014 fällig seien, sagte Finanzminister Yannis Stournaras in einem am Montag veröffentlichten Interview der Zeitung „Naftemporiki“. Die Regierung hatte die Anleihen begeben, um den kriselnden Bankensektor mit Liquidität versorgen zu können. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, dass Griechenland 2014/2015 eine Finanzierungslücke von fast elf Milliarden Euro schließen muss.

Die Euro-Länder und der IWF haben Griechenland seit 2010 rund 240 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, um den Staatsbankrott zu verhindern. Mit Hilfe des zweiten Rettungspaketes ist das Mittelmeerland bis in die zweite Jahreshälfte 2014 finanziert. Es wird erwartet, dass die internationalen Kreditgeber noch im November über weitere Hilfszahlungen entscheiden. Die EU-Kommission geht davon aus, dass 2014 zusätzliche 3,8 Milliarden Euro benötigt werden. Der IWF rechnet mit 4,4 Milliarden Euro.

Das Mittelmeerland steckt das sechste Jahr in Folge in der Rezession. Die Arbeitslosenquote liegt nahe 28 Prozent, bei den jungen Griechen sogar bei 60 Prozent.

Ratings der europäischen Länder (Buchstaben A - M)

Albanien

S&P Rating: B+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: B1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: k.A.
Ausblick: k.A.

Andorra

S&P Rating: A-
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: k.A.
Ausblick: k.A.

Fitch Rating: k.A.
Ausblick: k.A.

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Bulgarien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Dänemark

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Island

S&P Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Kroatien

S&P Rating: BB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Negativ

Lettland

S&P Rating: BBB
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Positiv

Liechtenstein

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Litauen

S&P Rating: k.A.
Ausblick: k.A.

Moody's Rating: Baa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Mazedonien

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moldawien

Moody's Rating: k.A.
Ausblick: k.A.

Montenegro

S&P Rating: BB-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba3
Ausblick: Stabil

Von

rtr

Kommentare (32)

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Account gelöscht!

14.10.2013, 09:53 Uhr

Entschuldigung, aber es kotzt mich nur noch an, was ich über GR lese und dass immer mehr gutes Geld dem schlechten in ein Fass ohne Boden hinterher geworfen wird und alle wieder das "Weiter So" gewählt haben.

Augias

14.10.2013, 10:01 Uhr

Sind die korrupten Griechen überhaupt in der Position irgendetwas zu fordern? Hätte man so einen Angehörigen in der Familie, hätten wir ihm längst die Freundschaft gekündigt, ihm die Geschäftsfähigkeit entziehen lassen und die Insolvenz beantragt! Dass das nicht für die Griechen gilt, wird sich sehr bald böse rächen!

Account gelöscht!

14.10.2013, 10:15 Uhr

Da ist er, der Schuldenschnitt, den die AfD immer vor der Wahl angekündigt hat, den die Blockparteien aber stets bestritten haben. Zwar ist es kein Schuldenschnitt im formalen Sinne, wohl aber im materiellen. Denn worin besteht der Unterschied zwischen einem Verzicht auf einen Teil der Gläubigerforderungen und der Verzögerung der Rückzahlung? Juristisch mag das eine anders gestaltet werden als das andere, in der Sache aber wird offenkundig, dass das Geld der Steuerzahler, das nach Griechenland gegangen ist, unwiderbringlich verloren ist. Den größten Teil davon wird Deutschland nie wiedersehen.

Und selbstverständlich wird der Wahnsinn weitergehen. Deutschland wird weiter Geld in den Verbrennungsofen Griechenland werfen, so lange, bis es selbst in Schwierigkeiten gerät.

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