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01.10.2012

16:40 Uhr

Finanzkreise

Talanx nimmt nochmal Anlauf an die Börse

Im zweiten Versuch scheint der Talanx-Börsengang noch zu gelingen. Insidern zufolge werden die Aktien zwischen 17,80 und 18,80 Euro zugeteilt. Auch Telefonica will seine Tochter O2 noch diese Woche an die Börse bringen.

Talanx: Erste großer deutscher Börsengang seit über einem Jahr. dapd

Talanx: Erste großer deutscher Börsengang seit über einem Jahr.

FrankfurtNach einem holprigen Start wird der Versicherungskonzern Talanx den Sprung an die Börse Finanzkreisen zufolge doch noch schaffen. „Das Buch ist in allen Preislagen überzeichnet“, sagten zwei Insider am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Nachfrage ist gut, es sind einige sehr gute Namen im Buch“, sagte ein anderer. Am letzten Tag der Zeichnungsfrist bedeuteten die Investmentbanker Investoren, dass die Aktien zwischen 17,80 und 18,80 Euro ausgegeben würden - in der unteren Hälfte der offiziellen Preisspanne, die zwischen 17,30 und 20,30 Euro lag. Damit würde Talanx mit rund 4,6 Milliarden Euro bewertet. Der Ausgabepreis wurde für den Montagabend erwartet, am Dienstag soll die Talanx-Aktie erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden.

Talanx ist der erste große Börsengang in Deutschland seit mehr als einem Jahr. Im Mai 2011 hatte der Wohnimmobilienkonzern GSW knapp einer halbe Milliarde Euro eingesammelt. Der drittgrößte deutsche Versicherer Talanx hatte seinen seit mehr als einem Jahrzehnt vorbereiteten Börsengang im September schon abgesagt, weil Vorstandschef Herbert Haas die zunächst von den Banken avisierte Bewertung zu schlecht war. Doch dann stieg die Hamburger Privatbank Berenberg zum zweiten Konsortialführer neben der Deutschen Bank auf und machte Finanzkreisen zufolge weitreichende Zusagen, dass der Schritt im zweiten Anlauf gelingen werde.

Vor dem Börsengang: Überraschend starke Nachfrage nach Talanx-Aktien

Vor dem Börsengang

Starke Nachfrage nach Talanx-Aktien

Bereits jetzt sind genügend Aufträge eingegangen, um alle Aktien zu verkaufen.

Allerdings wurde das Volumen um 200 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro verkleinert. Je höher der Zuteilungspreis, desto weniger Aktien müssen dafür ausgegeben werden. Rund elf Prozent von Talanx wären damit innerhalb der verengten Spanne im Streubesitz. Weitere 300 Millionen Euro steuert wie geplant der japanische Lebensversicherer Meiji Yasuda bei, mit dem Talanx bei der Expansion im Ausland kooperiert. Er tauscht eine Wandelanleihe in rund sechs Prozent der Talanx-Aktien. Der Versicherungsverein HDI bleibt mit rund 83 Prozent dominierender Anteilseigner.

Auch im Graumarkt pendelten sich die Aktien um 19 Euro ein. Der Börsenmakler Schnigge nannte am Montagnachmittag eine Spanne von 19,20 bis 19,50 Euro, bei Lang & Schwarz lagen die Papiere zwischen 19,25 und 19,50 Euro. In diesem vorbörslichen Handel können sich Investoren Aktien sichern, wenn sie fürchten, bei der Zuteilung nicht berücksichtigt zu werden, oder wenn sie auf günstigere Preise spekulieren.

Aktienemission: Telefonica forciert Börsengang von Tochter

Aktienemission

Telefonica forciert Börsengang von Tochter

Die spanische Telefonica treibt den Börsengang seiner deutschen Tochter voran.

Für einen Börsengang im Milliardenvolumen - es wäre der erste in Deutschland seit fast fünf Jahren - soll noch in der laufenden Woche der Startschuss fallen: Der spanische Telekom-Riese Telefonica will bis zu 20 Prozent seiner deutschen Mobilfunk-Tochter O2 an die Frankfurter Börse bringen. Mit den bis zu 1,5 Milliarden Euro, die der Deal einbringen soll, will Telefonica vornehmlich seine Schuldenlast senken. Ebenfalls noch im Oktober wird der Börsengang des Straßenleuchten-Herstellers Hess aus Villingen-Schwenningen erwartet. Er dürfte ein zweistelliges Millionenvolumen erreichen.

Von

rtr

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