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31.08.2012

11:20 Uhr

Finanzmärkte

Die Angst vor dem Crash

VonSascha Grundmann
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Der September ist der schlechteste Börsenmonat überhaupt. Auch dieses Jahr dürfte es hoch hergehen an den Märkten, sagen Experten. Man befinde sich in einer ganz heißen Phase. Worauf Anleger sich einstellen sollten.

Kursmakler an der Börse Frankfurt. Was bringt der September? dpa

Kursmakler an der Börse Frankfurt. Was bringt der September?

DüsseldorfBörsianer sind für Außenstehende ein komisches Volk. Sie geben sich gegenseitig Tiernamen und nennen sich Bulle oder Bär, sie tragen in ihre Kalender Termine wie den "dreifachen Hexensabbatt" ein und sie werfen sich wunderlich blumige Ratschläge an den Kopf wie „Sell in May and go away“. Doch so kryptisch dieser Soziolekt mitunter für Nicht-Insider sein mag – wenn er erst einmal entschlüsselt ist, ergibt er manchmal sogar einen Sinn.

Bei den Begriffen Bulle (steht für steigende Kurse und damit den Optimisten an der Börse) und Bär (für fallende Kurse und den Pessimisten) mag man da noch geteilter Meinung sein. Für ihre Herkunft gibt es unterschiedliche Erklärungen. Eine lautet, dass der Bulle deshalb für steigende Kurse stehe, weil er mit seinen Hörnern nach oben stieße und damit eine Bewegung von unten nach oben mache. Der Bär hingegen haue mit seiner Pranke von oben nach unten und vollführe damit dieselbe Kurve wie ein fallender Aktienkurs. Ob diese Herleitungen wirklich einleuchten, sei einmal dahingestellt.

Der Ausdruck Hexensabbat für den Verfallstag von Optionen ist da schon eher nachvollziehbar – da es an einem solchen Tag am Aktienmarkt hoch hergehen kann, mag sich der eine oder andere Börsianer tatsächlich in einer Art Teufelstanz wähnen.

Im Vergleich dazu ist der Hintergrund vieler Sprichwörter bei genauerem Hinsehen sogar noch einfacher zu verstehen, bei manchen kann er sogar als Anlagestrategie dienen. Die Börsenweisheit „Sell in May and go away“ – verkaufe im Mai und gehe – etwa rät dem Anleger, sich rechtzeitig zum Wonnemonat aus dem Markt zurückzuziehen, sprich seine Aktien zu verkaufen. Und das kann richtig sinnvoll sein.

Aktien Eurostoxx 600 Dividendenrendite

Platz 12

Iberdrola zählt zu den größten Energieversorgern in Europa. Mit seinen Dienstleistungen erreicht das spanische Unternehmen rund 16 Millionen Kunden, neun Millionen davon in Spanien.

Dividendenrendite: 9,6 Prozent*

*die angegebenen Dividendenrenditen beziehen sich auf das abgelaufene Geschäftsjahr, also bereits gezahlte Dividenden. Die Angaben lassen keine Rückschlüsse auf künftige Ausschüttungen zu. Telefonica bspw. hat bereits angekündigt, für das laufende Geschäftsjahr keine Dividende zahlen zu können.

Platz 11

Firstgroup ist eines der führenden Transportunternehmen in Großbritannien und Nordamerika mit einem Volumen von 2.5 Milliarden Passagieren jährlich.

Dividendenrendite: 10,3 Prozent

Platz 10

France Telecom ist ein globaler Telekommunikationskonzern, der in den Bereichen Festnetz, Mobilfunk und Internet tätig ist. Insgesamt betreut das Unternehmen mehr als 182 Mio. Kunden.

Dividendenrendite: 10,5 Prozent

Platz 9

Tele2 ist ein schwedisches Telekommunikationsunternehmen, das weitestgehend in Europa agiert. Derzeit nutzen in 11 europäischen Staaten insgesamt über 30 Millionen Menschen die Dienste von Tele2.

Dividendenrendite: 11,05 Prozent

Platz 8

TDC ist die größte Telefongesellschaft Dänemarks mit Sitz in mehreren europäischen Ländern.

Dividendenrendite: 11,37 Prozent

Platz 7

Portugal Telecom ist ein weltweit operierender Telefondienstleister mit Hauptsitz in Portugal. Als international tätiger Konzern ist das Unternehmen in sämtlichen Segmenten der Telekommunikationsbranche tätig.

Dividendenrendite: 11,48 Prozent

Platz 6

Telefonica ist ein spanischer Telekommunikationsanbieter. Das Unternehmen ist primär in spanisch oder portugiesisch sprechenden Ländern vertreten.

Dividendenrendite: 11,62 Prozent

Platz 5

Greek Organisation of Football Prognostics (OPAP) ist ein griechischer Lotterie- und Sportwettenanbieter. Das Unternehmen ist Europas größter Wettanbieter.

Dividendenrendite: 11,89 Prozent

Platz 4

Die Telenet Group Holding ist ein belgisches Telekommunikationsunternehmen und der grösste Kabelnetzbetreiber in Belgien. Das Kabelnetz erstreckt sich über die Region Flandern und deckt 61% der Haushalte in Belgien ab. Telenet betreut mehr als zwei Millionen Kunden.

Dividendenrendite: 12,51 Prozent

Platz 3

Actividades de Construcción y Servicios ist eine spanische Unternehmensgruppe, die im internationalen Bausektor tätig ist.

Dividendenrendite: 12,95 Prozent

Platz 2

Die Man Group ist ein international tätiger Finanzdienstleister mit Sitz in London. Der Schwerpunkt der Unternehmensgruppe liegt auf alternativen Investmentprodukten.

Dividendenrendite: 18,65 Prozent

Platz 1

Cairn Energy ist einer der großen europäischen Öl-Explorer.

Dividendenrendite: 85 Prozent*

*Cairn Energy hat in diesem Jahr eine Sonderdividende ausgeschüttet von 160 Pence je Aktie. Das Geld stammt aus dem Verkauf des Indiengeschäfts des Unternehmens. Die hohe Dividendenrendite 2012 lässt also keinerlei Rückschlüsse auf künftige Ausschüttungen zu.

Die Taktik, sich im Mai von seinen Papieren zu trennen, hat einen statistischen Hintergrund. Empiriker haben anhand über Jahrzehnte gesammelter Daten festgestellt, dass die Börsen bestimmte saisonale Muster aufweisen: In manchen Monaten steigen Aktien im Durchschnitt besonders stark, in manchen fallen sie überwiegend. Daraus lassen sich ein gutes und ein schlechtes Börsenhalbjahr ableiten. So weisen die sechs Monate ab Mai eher unterdurchschnittliche Wertentwicklungen auf, die Monate zwischen November und April hingegen sind für Anleger wesentlich lukrativer. Und daher der Tipp „Sell in May“.

Kommentare (10)

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aktionar

31.08.2012, 11:34 Uhr

danke liebes Handelsblatt

ich habe meine longs soweit aufgelöst und bin eigentlich nur short.

Bitte lasst den crash kommen.

Gerd

31.08.2012, 12:16 Uhr

Sollte im September ein großer "Terroranschlag" geschehen, dann wird die Lüge und Manipulation wieder groß sein....
Paralympics ? Wem wird es in die Schuhe geschoben ??

raschnyt

31.08.2012, 13:24 Uhr

Die Berichterstattung beim Handelsblatt nimmt auch stark ab. Der Artikel könnte genausogut heißen: "Remeber to come back in September"...jeder schreibt, was er will und wie es gerade passt. Das ist fern jeglicher wissenschaftlich fundierten Ergebnisse und noch viel ferner der tatsächlichen zukünftigen Entwicklung. Schade.

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