Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.08.2012

14:08 Uhr

Finanzmärkte

Gefährliche Ruhe am Anleihemarkt

VonSebastian Ertinger, Christian Panster

Die Renditen für Anleihen der Euro-Krisenländer sind zuletzt gesunken, die Aktien gestiegen. Investoren sollten sich aber nicht zu früh freuen: In den Strategieabteilungen der Banken kursieren bereits düstere Prognosen.

Spanische Euromünze. Kann die EZB die Anleihe-Renditen dauerhaft senken? dpa

Spanische Euromünze. Kann die EZB die Anleihe-Renditen dauerhaft senken?

Der Dienstag war ein guter Tag für Spanien. Das krisengeschüttelte Land konnte sich frische Euro am Geldmarkt besorgen, insgesamt 4,5 Milliarden. Das Maximum, was zuvor angekündigt war. Für die Papiere müssen die Spanier ihren Gläubigern je nach Laufzeit 3,07 und 3,34 Prozent bezahlen – und damit deutlich weniger als bei vergangenen Auktionen. Es hätte schlechter laufen können.

Felix Zulauf: „Es wird unendliches Leid über Europa gebracht“

Felix Zulauf

„Es wird unendliches Leid über Europa gebracht“

Griechenland wird nicht das einzige Land sein, das wegen der wirtschaftlichen Depression den Euro bald aufgeben muss, sagt der Finanzmarktexperte Felix Zulauf. Wie Anleger ihr Kapital in dem drohenden Chaos retten.

Am Morgen geben die Renditen zweijähriger Spanien-Papieren um sieben Basispunkte auf 3,28 Prozent sogar weiter nach. Zehnjährige Bonds rentieren mit 6,16 Prozent sechs Basispunkte niedriger als. Die zweijährige portugiesische Rendite sinkt sogar um 34 Basispunkte auf 3,62 Prozent. Man könnte fast meinen, Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank, hätte mit seinem Versprechen, den Euro um jeden Preis retten zu wollen, die Krise zumindest ein bisschen besiegt. Es herrscht Ruhe an den Märkten. Für den Moment zumindest.

Doch die Ruhe trügt. Denn dass das Hochgefühl südeuropäischer Kämmerer von Dauer sein wird, ist mehr als fraglich. Die Krise könnte schon bald mit voller Wucht zurückkehren an die Finanzmärkte und nicht zuletzt nach Madrid, warnt ein Frankfurter Börsenhändler. Gianluca Ziglio, Zinsstratege bei der Schweizer Großbank UBS, schreibt in einer Notiz an seine Kunden, dass Spanien „sehr anfällig“ bleibe. Den Finanzbedarf des Landes für das kommende Jahr beschreibt er als „noch beunruhigender“.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Deutscher Aktienindex (Dax)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

Dow Jones

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

EuroStoxx 50

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

Nikkei

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

MSCI Emerging Markets

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

Gold

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

Silber

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

Öl

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

Weizen

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

Kaffee

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

Staatsanleihen (Rexp)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

Sparbuch

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

Tagesgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

Festgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

Denn im Jahr 2013 türmt sich eine gefährliche Welle an den Bond-Märkten auf. Ziglios Berechnungen zufolge dürften im kommenden Jahr allein spanische Staatsanleihen im Volumen von etwa 120 Milliarden Euro fällig werden. Das wären rund 40 Prozent mehr als 2012. Und das wäre gar nicht gut. Ziglio geht deshalb davon aus, dass die spanischen Renditen erneut unter Druck geraten. Möglicherweise könnte Spanien gar den Zugang zum Kapitalmarkt verlieren. Ganz Ähnliches, wenn auch in etwas abgeschwächter Form, gilt für Italien, sagt ein Frankfurter Banker. Die Italiener legen keine detaillierten Emissionspläne für das kommende Jahr vor. Fest allerdings steht, dass alte Anleihen im Wert von 232 Milliarden Euro 2013 auslaufen werden.

Als kritische Größe schauen Experten auf die Renditen der zehnjährigen Anleihen. Steigt die auf mehr als sieben Prozent, hat es ein Land schwer, sich dauerhaft über die Kapitalmärkte zu refinanzieren. Im Juli war die Rendite für Spanien-Bonds zeitweise auf mehr als 7,5 Prozent geklettert. Erst Draghi und sein Euro-Rettungsversprechen konnten die Investoren davon überzeugen, sich wieder Anleihen des angeschlagenen Landes ins Depot zu legen. Die Renditen sanken.

Kommentare (11)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

nobum

22.08.2012, 14:16 Uhr

Und hier eine weitere wichtige Nachricht. (Nur der Vollständigkeit halber.)


Schadenersatzklage US-Richterin lässt Ratingagenturen zittern.

Die Urteile von Bonitätswächtern seien nicht vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt, befindet eine US-Richterin. Vielmehr handele es sich um "faktenbasierte Meinungen" - und die sind in einem Schadenersatzprozess plötzlich justiziabe.
http://www.ftd.de/

1-weltregierung

22.08.2012, 14:25 Uhr

also das mit der "Ruhe vor dem Sturm" sehe ich auch so. Es ist einfach zu ruhig hier. Denn die Illuminaten geben bestimmt keine Ruhe, bis sie die 1-Weltregierung haben.

So lange wird weder die Welt-GmbH, noch die Europa-GmbH installiert sind. So lange, wie es noch nationale Regeirungen und Parlamente gibt, werden die Illuminaten uns so lange mürbe schießen, bis wir nach den Retten schreien.

Also Kopf hoch und
- shorten
- Gold kaufen



Account gelöscht!

22.08.2012, 14:34 Uhr

Shorten ist irgendwie sinnlos oder? Wenn das hier gut geht, ist das ding Wertlos, wenn das hier nicht gut geht, geht die Bank Pleite und der Short ist zwar theoretisch viel wert, praktisch aber wertlos....

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×