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05.05.2011

17:59 Uhr

Finanzmärkte in Aufruhr

Trichet lässt Euro abrutschen

An den Finanzmärkten herrscht Aufregung. Innerhalb kurzer Zeit gibt der Euro nach, die Preise für Öl, Gold und Silber fallen. Dagegen legt der Dollar überraschend zu. Alles begann mit einer Rede des EZB-Präsidenten.

EZB-Präsident Trichet: Seine Aussagen lassen Euro und Rohstoffpreise abstürzen. Quelle: dapd

EZB-Präsident Trichet: Seine Aussagen lassen Euro und Rohstoffpreise abstürzen.

FrankfurtDie Investoren haben ein feines Gespür: Als EZB-Präsident Jean-Claude Trichet um 14.30 Uhr in Frankfurt vor die Presse trat, ließ eine Reaktion der Märkte nicht lange auf sich warten. Innerhalb weniger Minuten rutschte der Euro ab. Am Nachmittag fiel der Kurs sogar unter 1,46 Dollar – der Euro kostete damit zwei US-Cent weniger als am Vortag.

Der plötzliche Anstieg des Dollar sorgte für weitere Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten. Die Preise für Rohstoffe sackten ab. Sie werden in der Regel in Dollar abgerechnet. Als Faustregel gilt deshalb: Wenn der Dollar steigt, fallen die Rohstoffpreise.

Der Preis für Öl der Sorte Brent fiel um sieben Prozent auf 112 Dollar je Barrel. Der Goldpreis gab 30 Dollar auf 1487 Dollar ab. Der Silberpreis rutschte den fünften Tag in Folge ab. Die Unze kostete 35,79 Dollar, neun Prozent weniger als am Vortag. Damit hat das Edelmetall binnen Wochenfrist mehr als ein Viertel seines Wertes eingebüßt; auch weil die weltgrößte Terminbörse Comex mehr Sicherheitsleistungen für Geschäfte mit Silber verlangt und die Spekulation weniger attraktiv macht.

Meilensteine für Silber: Seit 1973

1973

Die Gebrüder Hunt beginnen, groß ins Silbergeschäft einzusteigen.

18. Januar 1980

In Reaktion auf die sowjetische Invasion in Afghanistan steigt der Silberpreis auf ein Rekordhoch von knapp unter 50 Dollar je Feinunze. Bis zum Jahresende ist er wieder auf rund 15 Dollar gefallen.

1988

Die Gebrüder Hunt - Söhne des texanischen Öl-Tycoons Haroldson Lafayette Hunt Jr. - werden wegen versuchter Manipulation des Silbermarktes verurteilt. Sie müssen an ein peruanisches Mineralunternehmen 134 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen. Die Brüder erklären ihren Bankrott.

1997 und 1998

Warren Buffett kauft rund 130 Millionen Feinunzen Silber.

2010

Der Silberpreis steigt um mehr als 80 Prozent und entwickelt sich damit deutlich besser als Gold, was 30 Prozent an Wert gewinnt.

2011

Die Rally setzt sich ungebremst fort. In den ersten vier Monaten steigt der Silberpreis um 55 Prozent und erreicht ein neues Rekordhoch bei 49,75 Dollar je Feinunze.

April 2011

Doch Ende April kommt die plötzliche Wende: Unmittelbar nachdem der Silberpreis den Rekordpreis geknackt hat und über 50 Dollar gestiegen ist, setzt eine scharfe Korrektur ein. Binnen einer Woche stürzt die Notierung um ein Drittel auf 33 Dollar ab. Vielen Anlegern ist die Rally offenbar zu heiß geworden, zudem verschärfen zahlreiche Börsen die Sicherheitsanforderungen für den Handel mit Silber-Kontrakten. Das schreckt Investoren zusätzlich ab.

Juni 2012

Der Silberpreis erreicht Ende Juni mit 26,16 Dollar den tiefsten Stand seit Jahren. Auf diesem Niveau stabilisiert sich der Preis, eine nachhaltige Erholung ist allerdings nicht in Sicht.

31.Dezember 2012

Der Silberpreis notiert am Ende des Jahres 2012 bei 29,10 Dollar. Auf Jahressicht legt Silber um knapp 9,0 Prozent zu. Gold schafft dagegen nur ein Plus von 6,6 Prozent.

Juli 2013

Der Silberpreis fällt bis Ende Juli 2013 um mehr als 35 Prozent auf 19 Dollar. Die massive Geldschwemme der weltweiten Notenbanken treibt die Anleger raus aus den als „sicher" geltenden Edelmetallen.

20. Dezember 2013

Der Silberpreis ist seit August von 24 Dollar auf gut 19 Dollar gefallen. Damit hat er fast wieder die Jahrestiefs erreicht.

Was war passiert? Trichet hatte auf der Pressekonferenz angedeutet, dass eine weitere Zinserhöhung noch auf sich warten lassen wird. Zumindest ließ sich das schließen aus seiner Äußerung, man werde „weiterhin alle Entwicklungen genau beobachten“, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Eine Zinserhöhung hätte er mit den Worten „starke Wachsamkeit“ statt „genau beobachten“ angekündigt. Anders ausgedrückt: Auch bei der nächsten Zinsentscheidung dürften die Zinsen im Euroraum bei 1,25 Prozent bleiben.

Kommentare (4)

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EU.verbrennt.deutsches.Geld

05.05.2011, 19:03 Uhr

Trichet verbrennt doppelt unser Geld in Deutschland.

1. Steuergelder durch den Rettungsschirm weg (trotz No-Bailout)
2. Sparvermögen durch zu niedrige Ertrags-Zinsen (Tagesgeld-Zinsen usw.), die von der Inflation gefressen werden.

Sauerei ! Schämen Sie sich Herr Trichet.

Schlesier

05.05.2011, 19:09 Uhr

Alles Betrug
die Preise haben sich verdoppelt innerhalb von 10 Jahren
sieh :Schornsteinfegergebühr ,Benzin ,Heizkosten ,Grundstückpreise und jetzt fangen die Lebensmittelpreise an

mono

05.05.2011, 20:55 Uhr

Schickt die verdammten Navy Seals ´rein und macht klar Schiff mit dem.

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