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27.01.2014

10:42 Uhr

Finanzmärkte

Zittern an der Börse – nur ein Vorgeschmack?

Plötzlich ist die Unsicherheit zurück: Weltweit geben die Börsen nach. Doch diesmal gehen die Schockwellen nicht von Europa oder den USA aus. Experten unken, die Turbulenzen seien erst der Anfang.

Börse Frankfurt: Der Dax hat in den vergangenen Tagen fast 500 Punkte verloren. Getty Images

Börse Frankfurt: Der Dax hat in den vergangenen Tagen fast 500 Punkte verloren.

DüsseldorfDer Dax setzt seine Talfahrt fort. Er rutscht am Montag um 50 Zähler auf 9350 Punkte ab. Bereits am Freitag war der Index eingeknickt. In den vergangenen Tagen hat er fast 500 Punkte verloren. Die Verunsicherung an den Börsen ist weltweit zu spüren. In Tokio gab der Nikkei am Montag um 2,5 Prozent nach. In New York fiel der Dow Jones am Freitag um zwei Prozent. Stattdessen flohen Anleger in sichere Anlagen wie Staatsanleihen, in die großen Währungen und Gold.

Diesmal ist es aber weder die Euro-Krise noch die Finanzkrise in den USA, die die Anleger verunsichert. Die Schockwellen gehen von den Schwellenländern aus. Anleger ziehen verstärkt Kapital aus einst hoch gelobten Ländern wie Brasilien, Indien oder der Türkei ab. Analysten zufolge flossen seit Jahresbeginn fast vier Milliarden Dollar aus den Schwellenländern ab – davon allein 2,4 Milliarden Dollar in der vergangenen Woche.

Das sorgte für einen Ausverkauf an den Aktienmärkten und ließ die heimischen Währungen abstürzen. Die Wechselkurse sackten im Vergleich zum Dollar teilweise auf den tiefsten Stand seit Jahren. Die türkische Lira und der argentinische Peso waren zeitweise sogar so billig wie nie zuvor. „Ob Rubel, Rupie, Real oder Rand – diese Währungen werden derzeit massiv verkauft“, erklärte Stratege Nick Xanders von BTIG in London.

Die Handelsblatt-Anleger-Umfrage 2014

Welche Anlageklasse ist Ihr Favorit?

Aktien 58%
Gold 16%
Immobilien 6%
Liquidität 6%
Rohstoffe 4%
Unternehmensanleihen 3%
Private Equity 2%
Hedgefonds 1%
Staatsanleihen 1%
Ich weiß nicht 3%

Welcher Dax-Wert verspricht die höchste Rendite?

Commerzbank 14%
K+S 7%
Deutsche Bank 5%
BASF 5%
Deutsche Telekom 5%
Eon 5%
Daimler 5%
Volkswagen 4%
BMW 4%

Welcher Dax-Wert verspricht die niedrigste Rendite?

Thyssen-Krupp 12%
Eon 11%
Commerzbank 10%
RWE 8%
K+S 8%
Deutsche Bank 7%
Deutsche Telekom 4%

Welche Region schätzen Sie als Gewinner?

Westeuropa 34%
Nordamerika 24%
Fernost 15%
Lateinamerika 5%
Osteuropa 5%
Afrika 6%
Japan 3%
Australien/Pazifik 2%
Mittlerer Osten 1%
Ich weiß nicht 5%

Welcher Sektor ist Ihr Favorit?

Industrie 23%
Finanzwesen 17%
Basiskonsumgüter 11%
Gesundheitswesen 10%
Energie 8%
IT 7%
Roh-, Hilfs- & Betriebsstoffe 7%
Telekom 4%
Versorgungsbetriebe 4%
Nicht-Basiskonsumgüter 3%
Ich weiß nicht 6%

Wie entwickelt sich das Preisniveau in Deutschland (<1 Jahr)?

Deflation (<0% p.a.): 4 %
Preisstabilität (0%-2,0% p.a.): 79 %
Mäßige Inflation (2,1%-5,0% p.a.): 16 %
Starke Inflation (5,1%-15,0% p.a.): 1 %
Extreme Inflation (ab 15,1% p.a.): 0 %

Wie entwickelt sich das Preisniveau in Deutschland (1-5 Jahre)?

Deflation (<0% p.a.) 92 5 %
Preisstabilität (0%-2,0% p.a.): 34 %
Mäßige Inflation (2,1%-5,0% p.a.): 52 %
Starke Inflation (5,1%-15,0% p.a.): 8 %
Extreme Inflation (ab 15,1% p.a.): 1 %

Wie entwickelt sich das Preisniveau in Deutschland (5-10 Jahre)?

Deflation (<0% p.a.): 3 %
Preisstabilität (0%-2,0% p.a.): 21 %
Mäßige Inflation (2,1%-5,0% p.a.): 48 %
Starke Inflation (5,1%-15,0% p.a.): 21 %
Extreme Inflation (ab 15,1% p.a.: 7 %

Wie entwickelt sich das Preisniveau in Deutschland (>10 Jahre)?

Deflation (<0% p.a.): 3 %
Preisstabilität (0%-2,0% p.a.): 21 %
Mäßige Inflation (2,1%-5,0% p.a.): 48 %
Starke Inflation (5,1%-15,0% p.a.): 21 %
Extreme Inflation (ab 15,1% p.a.): 7 %

Die Umfrage

An der Anleger-Umfrage von Handelsblatt Online in Zusammenarbeit mit Financial.com haben sich insgesamt 2024 Leser beteiligt. Zeitraum: Anfang Januar 2014.

Die Gründe dafür sind vielschichtig: Zum einen ist das Wirtschaftswachstum in den sogenannten Bric-Staaten – Brasilien, Russland Indien und China – nur noch halb so hoch wie vor der Finanzkrise.

Gefahr könnte zudem von den chinesischen Kreditmärkten und der hohen Verschuldung in Chinas Finanzsystem ausgehen. Gerüchte um eine Herabstufung der Bonität Chinas machen die Runde. Die Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) auf chinesische Staatsanleihen erreichten den höchsten Stand seit Juli 2013. „Tendenz weiter steigend“, sagt Jens Klatt von FXCM. In dieses Bild passte der jüngst veröffentlichte Einkaufsmanagerindex, der eine sich weiter abkühlende chinesische Wirtschaft anzeigt. Die größten Sorgen bereitet den Investoren jedoch etwas anderes.

Kommentare (20)

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HofmannM

27.01.2014, 10:56 Uhr

Die Schwellenländer werde hier nur als "Sündenbock" für die fehlgeleitete Euro-Finanzkrise gebraucht. In Wahrheit ist es IMMER noch die Finanzkrise in Europa und den USA (drucken von billigen Staatsgeld), dass den Markt fest im Griff hat. Drucken von Geld ist nichts anderes als Subentionen für die Bankenwelt. Und in Deutschland haben wir noch einen Doppeleffekt. Die Subventionierung der Energiewende zu lasten einer wirtschaftlichen Energiepolitik (Kraftwerkmixpark aus Kohle, Gas und Uran).

Account gelöscht!

27.01.2014, 11:06 Uhr

Es ist doch ganz einfach und muss weder von der Finanzwirtschaft zum Zwecke der Verschleierung, noch den den Medien aus Gründen der Inkompetenz entstellt werden. Das billige Nullzinsgeld aus Japan, den USA, GB und der Eurozone floss unter anderem eben auch und vor allem in die Schwellenländer. Jetzt zeichnet sich eine Abkehr vom billigen Geld ab. Die Anleger warten doch nicht bis die Zinsen tatsächlich steigen, denn sie wissen, dass allein die Perspektive einer Zinserhöhung in 12 oder 18 Monaten die Anleger bereits jetzt zum Rückzug bewegt, weil bei einem Beginn des Rückzugs aus den Schwellenländern zu viele Anleger durch ein relativ enges Nadelöhr wollen und somit die Währung stark, sehr stark, abwertet. Ist man zu spät, hat man die gesamten Spekulationsgewinne durch Währungsverluste wieder draussen. Daher diese heftige Flucht aus den Schwellenländerwährungen. Das ganze nennt sich ökonomisch: "Wechselkurs Overshooting".. Haben wir auch bei der Asienkrise in Indonesien, Vietnam,etc... gesehen. In einigen Jahren, eine Gesundung der Schwellenländervolkswirtschaft vorausgesetzt, sollte sich der Kurs dann wieder "normalisieren".. Was auch immer das in dem jeweiligen konkreten Fall bedeuten mag...

Vielleicht sollte das Handelsblatt mehr Wiwis und weniger Politologen, Soziologen und Genderwissenschaftler einsetzen. Dann wären diese Zusammenhänge auch bekannt.

Ossi

27.01.2014, 11:13 Uhr

Komisch, vorige Woche war noch alles bestens? Die Weltwirtschaft sollte in 2014 um über 4% wachsen.
Na mal sehen wie es nächste Woche aussieht.
Eigentlich ischt doch alles auf gutem Wäg,oder?
Elli Hörnlein

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