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21.05.2017

07:50 Uhr

Finanzmarkt in Österreich

Wiener Börse im Höhenrausch

VonMilena Merten, Jürgen Röder

Das österreichische Börsenbarometer lässt sein deutsches Pendant derzeit weit hinter sich. Der Leitindex ATX erlebt einen regelrechten Höhenflug. Lohnt sich noch ein Einstieg? Anleger sollten lieber genauer hinschauen.

Das neue Gebäude der Wiener Börse an der Wallnerstrasse 8. Vor einigen Jahren ist das Unternehmen von seinem alten Standort am Schottenring weggezogen. picture alliance / Elke Mayr / W

Wiener Börse

Das neue Gebäude der Wiener Börse an der Wallnerstrasse 8. Vor einigen Jahren ist das Unternehmen von seinem alten Standort am Schottenring weggezogen.

FrankfurtDie Wiener Börse erlebt derzeit einen Höhenflug. Seit Jahresbeginn hat die dortige Benchmark Austrian Trade Index (ATX) um 18 Prozent zugelegt. Anfang Mai knackte sie zum ersten Mal seit fast neun Jahren wieder die 3.000er-Marke. Da kann der Deutsche Aktienindex (Dax) nicht mithalten. Der deutsche Pendant legte im gleichen Zeitraum nur um etwa neun Prozent und damit rund die Hälfte zu.

Bereits seit Mitte 2016 geht es an dem dortigen Finanzmarkt wieder kontinuierlich aufwärts. Er scheint seine Krise überwunden zu haben. Experten der Bank Erste Group schätzen auch die Aussichten rosig ein. „Wir sehen ein starkes Momentum, unterstützt von einer Vielzahl anderer Indikatoren“, schrieben die Analysten Mitte Mai dieses Jahres. „Der langfristige Trend zeigt weiterhin eindeutig nach oben.“

Dabei sorgte sich der österreichische Finanzmarkt lange Zeit darum, bedeutungslos zu werden. Dabei ist die Wiener Börse eine der traditionsreichsten Wertpapierbörsen der Welt. Sie wurde 1771 von der Habsburger Monarchin Maria Theresia gegründet, um dem unkontrollierten Handel mit Wertpapieren Einhalt zu gebieten.

Im Leitindex ATX sind die 20 größten börsennotierten Firmen Österreichs gelistet. Dazu zählen unter anderem die Erste Group Bank, das Öl- und Gasunternehmen OMV oder der Stahlkonzern Voestalpine. Der Index startete 1991 bei 1.000 Punkten, profitierte zur Jahrtausendwende vom Osteuropa-Boom und erreichte 2007 mit 5.000 Punkten sein Allzeithoch. In der Finanzkrise wurde die starke Ostorientierung der österreichischen Unternehmen allerdings zum Problem. Der ATX kollabierte regelrecht und stürzte auf unter 2.000 Punkte ab. Die geplante Fusion mit Warschau zu einem osteuropäischen Börsenverbund scheiterte.

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Mit seinen aktuell 3150 Zählern liegt der österreichische Index noch deutlich unter seinem Allzeithoch, während der Dax 30 in dieser Handelswoche neue Rekordhochs markiert hat, zuletzt bei 12841 Zählern. Doch Vorsicht, sollten Anleger jetzt auf einen Nachholbedarf das ATX gegenüber dem Frankfurter Barometer setzen. Zwischen beiden Indizes gibt es erhebliche Unterschiede – nicht nur wegen der unterschiedlichen Zahl der Indexmitglieder. Die Frankfurter Benchmark ist ein Perfomance-Index, bei dem die Dividendenausschüttungen miteingerechnet werden, das Wiener Barometer hingegen ein Preisindex – ohne Dividenden. So wie die meisten anderen internationalen Indizes auch.

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