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15.04.2011

16:30 Uhr

Finanzplanung

So reicht das Geld auch noch im Alter

VonJessica Schwarzer

Die Menschen in Deutschland werden älter und die Renten mickriger. Nicht Wenigen droht sogar Armut im Alter. Wie Sie im Ruhestand über die Runden kommen - und dabei sogar Steuern sparen.

Das populärste Produkt zur Altersvorsorge ist mittlerweile die Riester-Rente. Quelle: dpa

Das populärste Produkt zur Altersvorsorge ist mittlerweile die Riester-Rente.

DüsseldorfWenndas Ersparte erst einmal ausgegeben und die Rente zu mickrig ist, ist es meist zu spät. Der Lebensstandard kann nicht mehr gehalten werden, oft droht sogar Altersarmut. Langlebigkeitsrisiko nennen Experten das. Doch gerade für Besserverdiener gibt es viele Wege, ihr Geld so anzulegen, dass es auch für ein langes Leben reicht.

Das Handelsblatt hat in Zusammenarbeit mit dem Financial Planning Standard Board Deutschlands (FPSB) ausgerechnet, wie das in der Praxis - am Beispiel der Familie Mustermann - aussieht.

Herr Mustermann ist 47 Jahre alt. Als Bereichsleiter einer mittelständischen Aktiengesellschaft liegt sein Bruttojahresgehalt bei 175.000 Euro. Seine 44-jährige Ehefrau verdient als Lehrerin 1800 Euro brutto pro Monat. Zur Familie gehören außerdem zwei schulpflichtige Kinder. Inklusive Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung kommen die Mustermanns auf jährliche Gesamteinnahmen von 229.587 Euro.

Dem stehen Lebenshaltungskosten von 188.054 Euro pro Jahr entgegen. Das bedeutet 4000 Euro im Monat - für Lebensmittel, Kleidung, Urlaub und kostspielige Hobbys wie Golf und Reiten; außerdem Steuern. Bleiben also 41.533 Euro pro Jahr, mit der das private Vermögen aufgebaut und das Alter abgesichert werden soll.

Möglichkeiten bei der Altersvorsorge

Betriebliche Altersvorsorge (1)

Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung – 2011 sind das 2640 Euro - steuer- und sozialabgabenfrei in die betriebliche Altersvorsorge einzuzahlen.

Betriebliche Altersvorsorge (2)

Zusätzlich können weitere 1800 Euro lohnsteuerfrei investiert werden. Insgesamt können 4440 Euro in eine Direktversicherung oder eine Pensionskasse fließen. Der Verbreitungsgrad der Betriebsrenten ist in Deutschland noch immer gering. Vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen führt die Betriebsrente noch immer ein Schattendasein.

Riester-Rente (1)

Der Staat bezuschusst die private Altersvorsorge mit Zulagen und Steuervorteilen. Riester-Sparer erhalten derzeit 154 Euro Grundzulage pro Person und 185 Euro für jedes Kind. Für Nachwuchs, der nach 2008 geboren ist, gibt es sogar 300 Euro.

Riester-Rente (2)

Voraussetzung für die volle Förderung ist, dass der Sparer vier Prozent seines jährlichen Bruttolohns einzahlt, wobei bis zu 2100 Euro gefördert werden. Außerdem können Beiträge bis zu dieser Höhe steuerlich geltend gemacht werden. Förderberechtigt sind grundsätzlich Angestellte sowie Beamte und deren Ehepartner.

Rürup-Rente (1)

Die Rürup-Rente richtet sich in erster Linie an Selbstständige. Sparer können einen wachsenden Teil der Einzahlungen von der Steuer absetzen.

Rürup-Rente (2)

Aktuell sind es 72 Prozent, bis 2025 soll der Anteil auf 100 Prozent ansteigen. Pro Jahr sind steuerbegünstigte Einzahlungen von bis zu 20.000 Euro (40.000 Euro für Verheiratete) möglich.

Das ist auch zwingend nötig, denn das Beispiel der Familie zeigt, dass mit Eintritt ins Rentenalter die Liquidität, also das zur freien Verfügung stehende Geld, schlagartig abnimmt. Kein Zweifel, den Mustermanns geht es jetzt zwar gut. Und sie leben auch gut. Damit sich das im Alter aber nicht ändern muss, müssen sie rechtzeitig die Weichen stellen. Denn die Einnahmen sinken im Rentenalter rascher als die Ausgaben; Experten reden von einer Unterdeckung.

Das Nettovermögen der Familie von derzeit 900.000 Euro - investiert in Wertpapiere, vermietete Immobilien, geschlossene Fonds und Beteiligungen - wird nicht ausreichen. Denn statistisch gesehen wird Herr Mustermann knapp 85 Jahre alt, seine Frau mit 88 Jahren noch etwas älter. Aber das ist nur Statistik. "Es ist gefährlich, mit einem Lebensalter von 80 oder 85 Jahren zu planen, weil man ja vielleicht doch 100 Jahre alt wird", sagt Hans-Joachim Vetter, Experte für Finanzplanung.

Familie Mustermann hat mehrere Möglichkeiten, vorzusorgen - mit und ohne Förderung. Herr Mustermann beispielsweise kann voll aus dem Topf der staatlich geförderten Altersvorsorge schöpfen, seine Frau - da sie Beamtin ist - mit Ausnahme der betrieblichen Altersvorsorge ebenfalls.

Kommentare (9)

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GuterRat

15.04.2011, 17:07 Uhr

Diese Vorschläge sind ja mehr als schlecht !!!!
Mein Ratschlag : Physisches Silber und Gold zuhause aufbewahrt !
Alles Papiergeld ist nur Schuldgeld, Fiat-Money.
Eure Renten sind verzockt !
Zahlungsversprechen auf dem Papier sind bald Makulatur.
Die Bankster und Politikervasallen wollen das Volk ausnehmen und abhängig machen. Tut was dagegen !!!!!

goodluck

15.04.2011, 17:32 Uhr

Kann meinem Vorredner nur Recht geben. Alle wollen nur
"Euer Bestes"!
Denn eins ist sicher, die Reichen leben von den Dummen
und die Dummen leben von der Arbeit !!
Und leider wird dies immer schlimmer

Klaus

15.04.2011, 17:32 Uhr

Dass dieser Versicherungs-Schwachsinn für die Altersplanung so massiv und vorherrschend durch die Medien schwirrt hat sicher Eigeninteressen der dahinter stehenden Anbieter. Und leider verstehen auch die Mainstream Journalisten (leider auch des Handelsblatts) nicht, daß am Ende Gold und Silber die beste Altersvorsorge ist.

Gold lässt sich nicht weginflationieren, hat kein Kontrahentenrisiko und "Gewinne" (die reine Inflationsgewinne sind) sind nach 1 Jahr Haltedauer steuerfrei, sofern man es physisch hält.

Vor staatlicher Willkür ist man geschützt und mit einem Systemrisiko hat man auch nichts zu tun, wa ja aktuell besonders bei allen Versicherungen ein Thema ist.

Wer heute noch dem Papiergeld vertraut, und gar Versicherungen oder dem Staat Geld anvertraut, ist am Ende verlassen.

Nur Gold und Silber bewahren die Kaufkraft und erhalten den Lebensstandard ! Dies sollte auch mal so langsam im Mainstream ankommen.

Also dann, aufwachen ist angesagt !

Schönes Wochenende

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