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31.03.2016

14:30 Uhr

Finanzstabilitätsrat

Schlechte Aussichten für Kreditnehmer

Stürmische Zeiten für Finanzschwache: Der Finanzstabilitätsrat warnt, angesichts fallender Rohstoffpreise könnten sich die Darlehensaussichten für viele Unternehmen und Länder verschlechtern – trotz Reformerfolgen.

Für Kreditnehmer könnten schwere Zeiten anstehen, warnt der FSB. dpa

Düstere Aussichten

Für Kreditnehmer könnten schwere Zeiten anstehen, warnt der FSB.

FrankfurtDer Finanzstabilitätsrat (FSB) der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer warnt vor einer Verschlechterung der Kreditbedingungen. Für schwächere Unternehmen und Länder, die unter dem Verfall der Rohstoffpreise litten, hätten sich die Darlehensaussichten eingetrübt, teilte der FSB am Donnerstag bei einem Treffen in Tokio mit.

Zu den Gründen zählten die globalen Finanzaufseher ein sich abzeichnendes geringeres Wirtschaftswachstum, eine immer noch hohe Verschuldung und niedrige Produktivität in vielen Industrie- und Schwellenländern. Der FSB soll im Auftrag der G20 die Aufsicht und Regulierung der internationalen Finanzbranche koordinieren.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Zwar sind nach Einschätzung des FSB zuletzt viele Fortschritte dabei erzielt worden, die Finanzbranche und die Märkte mit Reformen zu stärken. Dennoch stünden bei vielen Banken die Gewinne unter Druck. Geldhäuser müssen nach Einschätzung des FSB mehr tun, um ihre Geschäfte vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen und des mauen Wirtschaftswachstums anzupassen.

Von

rtr

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