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28.04.2014

18:10 Uhr

Förderbank

KfW begibt erste Renminbi-Anleihe in Frankfurt

Erstmals begibt die Förderbank KfW eine Anleihe in chinesischer Währung in Frankfurt. Die Staatsbank will mit der Renminbi-Anleihe ein Signal setzen. Hessens Wirtschaftsminister spricht von einem Meilenstein.

Die Zentrale der KfW-Bankengruppe in Frankfurt. In der Vergangenheit hat die KfW bereits Bonds in Renminbi (Yuan) in Luxemburg begeben. dpa

Die Zentrale der KfW-Bankengruppe in Frankfurt. In der Vergangenheit hat die KfW bereits Bonds in Renminbi (Yuan) in Luxemburg begeben.

FrankfurtDie Förderbank KfW begibt in Frankfurt erstmals eine Anleihe in chinesischer Währung. Mit der eine Milliarde Renminbi (rund 120 Millionen Euro) schweren Emission wolle die Staatsbank ein Signal setzen, sagte KfW-Kapitalmarktvorstand Günther Bräunig am Montag. „Als Deutschlands größte Förderbank unterstützen wir die aktuelle Initiative zur Etablierung des Finanzplatzes Frankfurt als Renminbi-Finanzzentrum.“ Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir sprach von einem Meilenstein.

Deutschland und China hatten Ende März vereinbart, die hessische Finanzmetropole zu einer Drehschreibe für den Handel mit Chinas Währung zu machen. Die Platzierung der KfW unterstreiche, dass Frankfurt neben dem Handel mit der chinesischen Währung auch im Anleihe-Geschäft eine führende Rolle in Europa einnehmen wolle, sagte Al-Wazir. „Ich bin mir sicher, dass nun andere Unternehmen und Banken dem Schritt der KfW zeitnah folgen werden.“ Der Grünen-Politiker will im Juli eine hochrangig besetzten Renminbi-Konferenz veranstalten und im November will mit einer Delegation nach China reisen.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Die KfW hat in der Vergangenheit bereits Bonds in Renminbi (Yuan) in Luxemburg begeben. Die nun geplante „Goethe-Anleihe“ soll an der Frankfurter Börse eingeführt und über die Deutsche-Börse -Tochter Clearstream Banking AG abgewickelt werden. Die Staatsbank will mit dem Bond, der eine Laufzeit von zwei Jahren hat, institutionelle Investoren ansprechen. Begleitet wird die Emission von Commerzbank und Deutscher Bank. Deutsche-Bank-Manager Dirk Schmitz geht davon aus, dass weitere Renminbi-Bonds folgen werden. „Durch die Emission einer Yuan-Anleihe in Frankfurt können Finanzinstitute und Unternehmen, die ihre Geschäfte in China ausbauen wollen, sich leichter und effizienter in der chinesischen Währung finanzieren.“

Von

rtr

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