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29.10.2012

19:33 Uhr

Folgen des Hurrikans

Wall Street bleibt auch am Dienstag geschlossen

Der Handel an der New York Stock Exchange soll auch am Dienstag ausgesetzt werden. Wegen des Hurrikans „Sandy“ gilt der wichtige Handelsplatz als überflutungsgefährdet. Auch die Versicherer rechnen mit Milliardenkosten.

Überschwemmungsgefahr an der Wall Street. dpa

Überschwemmungsgefahr an der Wall Street.

Zum ersten Mal seit 27 Jahren bleibt die Wall Street wegen eines Sturms komplett geschlossen. Nach Montag wird auch an diesem Dienstag kein Handel wegen des Hurrikans „Sandy“ stattfinden. Das erklärt die New York Stock Exchange (Nyse) zu Wochenbeginn nach Beratungen mit anderen Börsen und Marktteilnehmern. Der Sturm sollte die Stadt gegen Montagabend erreichen.

Das letzte Mal stand die amerikanische Finanzwelt nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 derart still. Wegen eines Sturms blieb die New York Stock Exchange das letzte Mal 1985 komplett geschlossen, damals war es Hurrikan „Gloria“. 1996 hatte die Börse wegen eines Wintersturms die Handelszeiten verkürzt. Bei Hurrikan „Irene“ im vergangenen Jahr dagegen war die Stadt New York glimpflich davongekommen und die Börsen blieben geöffnet.

„Dies ist eine extrem gefährliche und unberechenbare Wetterlage“, sagte Nyse-Chef Duncan Niederauer. Die Sicherheit der Menschen habe höchste Priorität. In und um New York City fahren weder Züge, Busse, U-Bahnen noch Fähren. Die Händler und Angestellten hätten also mit dem Auto zur Arbeit kommen müssen. Viele von ihnen wohnen in den umliegenden Orten oder in weiter entfernten Stadtteilen. Dort drohen Bäume auf die Straßen zu stürzen.

Auch die rein per Computer arbeitende Konkurrenzbörse Nasdaq blieb am Montag geschlossen, ebenso wie die Warenterminbörse Nymex. Die Entscheidung, den Handel einen zweiten Tag auszusetzen, sei in Absprache mit allen US-amerikanischen Aktien-, Anleihe-, Options- und Derivatebörsen gefallen, erklärte die Nyse. Sofern es die Bedingungen zulassen, sollte der Handel dann am Mittwoch wieder starten.

Das Gebäude der New York Stock Exchange liegt an der berühmten Wall Street und damit nahe eines Gebiets, das schon am Sonntag als Vorsichtsmaßnahme von den Behörden evakuiert wurde. Hier an der Südspitze Manhattans fließen der Hudson River und der East River vorbei. Bürgermeister Michael Bloomberg warnte vor Überflutungen: „Das ist ein massiver Sturm.“ Bloomberg rechnete nicht damit, dass der Nahverkehr schon am Dienstag wieder läuft.

Die Nyse bereitete sich mit Sandsäcken auf mögliche Fluten vor. Auch die Nymex versuchte, sich auf diese Weise zu schützen. Ihr Gebäude liegt unmittelbar am Hudson River und damit mitten in einer der Evakuierungszonen. Um das benachbarte Hauptquartier der Investmentbank Goldman Sachs errichteten Arbeiter Betonbarrikaden, um das Eindringen von Wasser zu verhindern.

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