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24.05.2017

16:32 Uhr

Fondsmanager Bert Flossbach

An Aktien führt kein Weg vorbei

VonIngo Narat

Der bekannte Fondsmanager vertraut auf Aktien. Bert Flossbach rechnet mit einer langen Phase tiefer Zinsen und daher mit steigenden Börsenkursen. Den Deutschen traut er dann etwas zu, was bisher keiner von ihnen erwartet.

Nach Meinung des Anlageexperten werden die Zinsen auf absehbare Zeit nicht markant steigen.

Bert Flossbach

Nach Meinung des Anlageexperten werden die Zinsen auf absehbare Zeit nicht markant steigen.

FrankfurtMit vier Worten gibt Bert Flossbach die Marschrichtung vor. „Da geht noch was!“, sagt er in einem kleinen Kreis von Journalisten. Der bekannte Fondsmanager und Mitgründer der Kölner Anlagefirma Flossbach von Storch spricht über die Perspektiven am Aktienmarkt.

Sein Mischfonds „Multiple Opportunities“ ist bei Anlegern beliebt und inzwischen auf rund zwölf Milliarden Euro angeschwollen. Flossbach hat deutlich mehr als die Hälfte des Kapitals in Aktien investiert. Mehr als ein Fünftel hält er als Liquidität. Das ist ungewöhnlich viel im Vergleich zu den Konkurrenten.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

3. Juli 2014

Zum ersten Mal in seiner Geschichte knackt der Dow Jones die Marke von 17.000 Punkten.

25. Januar 2017

Mehr als einen Monat hatten Anleger mit der runden Marke geflirtet, doch erst Ende Januar war es dann soweit: Der Dow-Jones knackte im Zuge der Trump-Rally, die der Präsidentschaftswahlsieg des Polit-Außenseiters Donald Trump losgetreten hatte, die 20.000 Punkte.

01. März 2017

Etwas mehr als einen Monat später passierte der traditionelle Weltleitindex schon den nächsten Meilenstein: 21.000 Punkte. Einen Fahrplan für die groß angekündigte Steuerreform blieb Neu-Präsident Trump zwar schuldig, doch auf dem Parkett hielt man ihm die Treue.

02. August 2017

Bis zur 22.000 dauerte es länger, denn der Sommer gestaltete sich schwieriger: Donald Trump ließ seinen Worten keine Taten folgen. Daher musste ein anderer Kurstreiber her. Und der fand sich in den starken Unternehmenszahlen. Zudem trat die US-Notenbank Fed bei der Zinsstraffung auf die Bremse, was dem Aktienhandel immer gut bekommt.

17. Oktober 2017

Im Herbst erklomm der Dow die aktuell letzte Tausendermarke: die Dreiundzwanzigste. Und das war nicht das Ende. Aktueller Höchststand: 23.575 Zähler.

Im Konkurrenzvergleich der großen Mischfonds steht das Produkt im Jahresverlauf relativ gut da. Es kommt bisher auf ein Plus von rund vier Prozent. Wettbewerber wie der „Kapital Plus“ von Allianz, der „Ethna Aktiv“ von Ethenea oder der „Global Income“ von JP Morgan erreichen rund drei Prozent, ein „Patrimoine“ von Carmignac liegt bei knapp zwei Prozent.

Zentral für Flossbachs Weltbild ist die hohe und wachsende Verschuldung. Sie ist seiner Meinung nach mitverantwortlich dafür, dass die Zinsen auf absehbare Zeit nicht markant steigen können. Eine von vielen Analysten erwartete Zinswende hält er deshalb für unmöglich.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

24.05.2017, 17:01 Uhr

Einerseits sagt Bert Flossbach, "wenn es eine Mutter aller Blasen gibt, dann die am Zinsmarkt". Gut und schön. Aber gleichzeitig ist er der Meinung, die extreme Kursblase am Rentenmarkt müsse auf absehbare Zeit fortbestehen. Wegen der hohen Verschuldung könnten die Zentralbanken die Zinsen nicht anheben.

Da bin ich mir nicht so sicher. Wenn die Preise ins traben kommen, dürften sich die Zentralbanken wahrscheinlich darauf besinnen, dass die Inflationsbekämpfung ihre wichtigste Aufgabe ist. Andererseits wissen die Zentralbanken natürlich, dass höhere Zinsen die Altschulden nicht berühren.

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