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10.05.2013

13:27 Uhr

Fondsmanager im Interview

„Buffett ist um die Antworten rumgetanzt“

VonThomas Schmitt

Der Frankfurter Fondsmanager Hendrik Leber ist ein intimer Kenner von Warren Buffett. Seit fast 20 Jahren besucht er die Hauptversammlungen von Berkshire Hathaway. Doch in diesem Jahr kommt er enttäuscht zurück.

Hendrik Leber: Der Fondsmanager aus Frankfurt leitet die Acatis Investment GmbH.

Hendrik Leber: Der Fondsmanager aus Frankfurt leitet die Acatis Investment GmbH.

DüsseldorfHandelsblatt Online: Herr Leber, Sie haben am vergangenen Wochenende in Omaha in der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway gesessen. Zum wievielten Male haben Sie Warren Buffett live erlebt?
Hendrik Leber: Ich glaube, es war das 18. Mal. Das erste Mal war ich 1995 in Omaha. Da besuchten 3000 Aktionäre die Hauptversammlung. In diesem Jahr waren es 35.000.

Sie haben kräftig mitgeschrieben. Wie viele Seiten waren es in diesem Jahr?
13 Seiten mit Antworten auf 68 Fragen habe ich gefüllt. Ich schreibe so viel mit, weil sich häufig erst im Nachhinein erschließt, was er wirklich gemeint hat. Seine Antworten sind recht gehaltvoll – auch auf längere Sicht.

In diesem Jahr trat erstmals ein Hegde-Fonds-Manager auf, der gegen die Aktie von Berkshire Hathaway wettet. Hat Buffett die Fragen seines Kritikers beantwortet?
In der Vergangenheit war es häufig so, dass die Antworten besser waren als die Fragen. Dieses Mal waren die Fragen auf der Hauptversammlung besser als die Antworten. Dieser Fondsmanager, Doug Kass aus Palm Beach, hat richtig gut gefragt, scharf auf den Punkt gewiesen. Doch Buffett ist ziemlich rumgetanzt um die Antworten. Ich hatte auch den Eindruck, dass Buffett ein wenig versucht hat, seinen Kritiker lächerlich zu machen. Unter dem Strich fand ich den Fondsmanager besser als Warren Buffett.

Haben Sie ein Beispiel? Wo hat sich Buffett um eine Antwort herumgedrückt?
Eine wirklich gute Frage war, ob aus der Value-Aktie Berkshire Hathaway inzwischen ein Witwen- und Waisenpapier geworden ist? Doug Kass hat gefragt, wo die Analysen bleiben. Wenn Entscheidungen über viele Milliarden Dollar getroffen würden, erwarte er eine gründliche Analyse des Deals. Er fragte zudem nach den Renditen, die in den vergangenen Jahren nicht so gut waren wie gewohnt. Schließlich kam auch das große Thema Heinz auf: Wurde für den Ketchup-Hersteller zu viel hingelegt? Warren Buffett hat hier zugegeben, dass diese Beteiligung zu teuer bezahlt worden ist.

Kommentare (25)

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Hagbard_Celine

10.05.2013, 14:01 Uhr

"Wenn ich selbst das Geld nicht mehr unterbringen kann, also nicht investieren kann, dann ist der Rückkauf der eigenen Aktie das Zweitbeste, was man tun kann."

Das ist nicht ganz richtig denn der Buchwert einer Aktie, und somit deren langfristiges Ertragspotenzial, steigt nur dann wenn die Aktienrückkäufe zu einem Kurs getätigt werden der unter dem Buchwert liegt.

Berkshire notiert derzeit darüber.

Berkshire wird noch vor dem Tod Warren Buffets Amerikas größtes Unternehmen gemessen am Börsenwert werden.

Nach seinem Tode wird es eine Dividende zahlen und DAS Witwen und Weisen Papier schlechthin sein.

Das beste an Buffet ist, das er nie betrogen hat sondern jeden Cent anständig verdiente . Er hat darüber hinaus unzählige Arbeitsplätze geschaffen, vielleicht mehr als jeder andere Mensch.

KIT

10.05.2013, 16:22 Uhr

"Wenn ich selbst das Geld nicht mehr unterbringen kann, also nicht investieren kann, dann ist der Rückkauf der eigenen Aktie das Zweitbeste, was man tun kann."

Das Geld sollte dort investieren werden, wo es die höchste, um das Risiko bereinigte Rendite bringt. Häufig sind Aktienrückkäufe Übernahmen vorzuziehen, weil die Risiken wesentlich geringer sind. Allerdings nur, wenn die Aktien unter dem inneren Wert notieren, sonst wird Wert vernichtet.

"Das ist nicht ganz richtig denn der Buchwert einer Aktie, und somit deren langfristiges Ertragspotenzial, steigt nur dann wenn die Aktienrückkäufe zu einem Kurs getätigt werden der unter dem Buchwert liegt."

Das ist nicht richtig. Es kommt hierbei auf den inneren Wert an: Die Summe der abgezinsten Überschüsse an Barmitteln, die der Vermögensgegenstand über seine Lebensdauer erwirtschaftet. Der Buchwert ist nur eine Hilfsgröße. Bei einem Unternehmen mit einem dauerhaften Wettbewerbsvorteil, wie Sie Buffett bevorzugt, liegt der innere Wert höher als der Buchwert. Solche Unternehmen erzielen Eigenkapitalrenditen, die wesentlich höher liegen als der Durchschnitt und erwirtschaften daher höhere Barmittelüberschüsse über ihre Lebensdauer.

Beispiel: Der "Buchwert" der Absolventen der E-Technik und der Sozialwissenschaften liegen beide bei 50.000 €. Beide haben den gleichen Betrag investiert, aber der innere Wert, die abgezinsten Gehälter der beiden, werden sich höchstwahrscheinlich signifikant unterscheiden. Der innere Wert des E-Technik Absolventen wird wesentlich höher sein, als der des Sozialwissenschaftlers.

Account gelöscht!

10.05.2013, 20:01 Uhr

Hier ist ein Tool wo man sehr gut Value Aktien findet:
http://www.grahaminvestor.com/screens/graham-number-ncav-screen/

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