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11.02.2016

18:06 Uhr

Frankfurter Börse

Dax schließt so tief wie im Oktober 2014

An den europäischen Märkten dominieren Verluste den Handelstag. Vor allem Bankenaktien stehen unter Druck. Im Dax heißen die Tagesverlierer Deutsche Bank und Commerzbank. Nur eine Aktie legt zu.

Börse am Abend

Anleger flüchten aus dem Dax

Börse am Abend: Anleger flüchten aus dem Dax

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Frankfurt am MainWie gewonnen, so zerronnen: Am Mittwoch hievte die Deutsche Bank den Dax noch mit gewaltigen Gewinnen von bis zu 16 Prozent ins Plus. Am Donnerstag müssen die Depots der Anleger wieder darben. Mehr als neun Prozent verlor die Aktie des größten deutschen Geldhauses zwischenzeitlich. Aus dem Handel geht die Aktie 6,1 Prozent tiefer bei rund 13,7 Euro. Auch die Aktie der Konkurrentin Commerzbank musste Federn lassen. Diese ging 6,6 Prozent tiefer aus dem Handel und war damit der Tagesverlierer.

Damit gaben die Bankaktien den allgemeinen Trend im deutschen Leitindex vor, der am Morgen bis zu 3,3 Prozent beziehungsweise mehr als 280 Punkte verloren hatte. Am Tagesende verbuchte der Dax ein dickes Minus von 2,9 Prozent auf 8753 Zählern und schloss damit so tief wie seit Oktober 2014 nicht mehr. Damit sind die Gewinne von Mittwoch längste passé. Nur eine Aktie konnte zulegen: Adidas. Eine deutliche Umsatz- und Gewinnsteigerung brachte die Papiere des Sportartikelherstellers mit einem Plus von 2,3 Prozent an die Dax-Spitze.

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Der Marktrutsch seit Jahresbeginn hat alle 30 Dax-Titel mittlerweile ins Minus gezogen. Doch es gibt auch Lichtblicke.

„Die Abwärtsspirale an den internationalen Aktienmärkten dreht sich weiter. Mehr noch: Die Erosion der Börsenkurse in den USA, Asien und Europa beschleunigt sich zunehmend“, kommentiert Andreas Paciorek vom Online-Broker CMC Markets.

Zuletzt hatte die Furcht vor einem Schwächeanfall der Weltwirtschaft viele Investoren verunsichert. Investoren fliehen in Scharen aus Risikopapieren rein in sichere Häfen wie Gold oder den Japanischen Yen. „Dabei löst gerade letztere Flucht eine Kettenreaktion aus, denn mit dem steigenden Yen fallen die Kurse an der Tokioter Börse in ebenso hohem Tempo“, sagt Paciorek von CMC Markets.

Die Chronik des Ölpreisverfalls

Der Verfall

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzt dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,7 Dollar. Derzeit kostet ein Fass Öl aus der Nordsee weniger als 33 Dollar.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will oder kann. Stattdessen kämpfen die Kartellmitglieder mit Rabatten um ihre Marktanteile. Diese Preis-Meilensteine durchschritt die Ölsorte Brent seit Anfang 2015:

7. Januar 2015

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar 2015

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009.

3. Februar 2015

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai 2015

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. August 2015

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August 2015

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet das Nordsee-Öl so wenig wie zuletzt im März 2009.

8. Dezember 2015

Nachdem die Opec ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

21. Dezember 2015

Brent kostet mit rund 36 Dollar so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

4. Januar 2016

Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitischen Saudi-Arabien eskaliert der seit langem schwelende Konflikt zwischen dem Iran und dem Königreich. Dies macht eine gemeinsame Linie der beiden Opec-Mitglieder in der Ölpolitik unwahrscheinlich. Die Preise nehmen ihre Talfahrt wieder auf.

7. Januar 2016

Brent stürzt um sechs Prozent auf 32,16 Dollar ab und notiert damit so niedrig wie zuletzt im April 2004. Damals hatte der Preis zuletzt die 30-Dollar-Marke unterschritten.

Hinzu kommt, dass die Handlungen der Notenbanken die Anleger verunsichern. Am Mittwoch hatte US-Notenbankchefin Janet Yellen keine konkreten Hinweise gegeben, wann weitere Zinserhöhungen anstehen könnten. Sie betonte jedoch, die Geldpolitik folge keinem vorgegebenem Kurs. Mit ihren Äußerungen nährte Yellen Erwartungen an den Börsen, dass die Fed trotz der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten vor raschen Schritten zurückschrecken wird.

Kommentare (42)

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Herr Chris Woodley

11.02.2016, 10:02 Uhr

Aktien sind ALTERNATIVLOS ^^^^^^^^

Herr Percy Stuart

11.02.2016, 10:06 Uhr

Die Deutsche Bank als größter Kreditgeber Deutschlands sollte Anlegern Vertrauen in ihre Fähigkeit geben, Schuldzinsen zu zahlen, sagte John Mack, der ehemalige CEO von Morgan Stanley. „Die Leute reagieren über“, sagt Mack. „Ihr Name ist Deutsche Bank. Sie ist die Deutsche Bank. Wenn es nötig ist, spannt die Regierung ein Sicherheitsnetz.“

Mack meint damit, dass im Notfall wieder der Staat (also wir Bürger) für die Rettung der Banken haftet.
So einfach ist das aus Sicht der Banker. Egal was wir auch tun, am Ende haftet die Gesellschaft für unser Überleben. Wir privatisieren die Gewinne und der Staat. sprich der Steuerzahler übernimmt und sozialisiert die Verluste, Schulden und Zinszahlungen. So läuft das Spiel, die lachen sich ins Fäustchen und bezahlen sich weiterhin dicke Boni, während hier nach und nach die Gesellschaften und deren Bürger vor die Hunde gehen.

Herr Josef Schmidt

11.02.2016, 10:09 Uhr

Die Dividendenrendite verdoppelt sich bald.

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