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31.01.2012

15:56 Uhr

Frankfurter Gespräch

Experten erwarten heftigen Dax-Einbruch

VonUlf Sommer

Droht dem Dax nach seinem fulminanten Anstieg der Absturz? Die Euphorie an den Aktienmärkten ist von kurzer Dauer, sagen Charttechniker dem Handelsblatt. Sie erwarten einen neuen Einbruch - und dann die Trendwende.

Frankfurter Gespräch, v.l.: Michael Riesner, Klaus Deppermann, Frederik Altmann, Christian Henke. Bert Bostelmann für Handelsblatt

Frankfurter Gespräch, v.l.: Michael Riesner, Klaus Deppermann, Frederik Altmann, Christian Henke.

FrankfurtGriechenland droht die Pleite und Europa die Rezession - doch die Börsen legen einen so guten Jahresstart hin wie zuletzt vor 15 Jahren. Droht dem Dax nach seinem fulminanten Anstieg der Absturz, so wie nach dem verheißungsvollen Beginn im vergangenen Jahr?

Um Antworten darauf zu finden, hat das Handelsblatt vier renommierte Charttechniker in die Frankfurter Redaktion eingeladen - also Analysten, die ihre Prognosen aus Kursentwicklungen und Trendfolgemodellen ableiten. Die bestechende Idee dahinter: Je mehr Anleger nach Chartmustern handeln, desto eher erfüllen sich die daraus abgeleiteten Prognosen von selbst.

"Bislang haben wir nur die erste Welle der Abwärtsbewegung gesehen", sagt Michael Riesner von der UBS zum Dax. Nach dem tiefen Fall im vergangenen Sommer rechnet der Leiter der technischen Analyse bei UBS mit einem neuerlichen Rückfall - "so wie es in Bärenmärkten nach einer Zwischenerholung, die den Dax bis auf 6600 Punkte bringen kann, typisch ist." Er erwartet, dass der Dax sein Tief vom Vorjahr, das knapp unter 5000 Punkten lag, testen und nicht nennenswert unterschreiten wird, so dass sich daraus ein tragfähiger Boden herausbilden wird.

Gefangen im Bärenmarkt

Riesner sieht ebenso wie BHF-Bank-Analyst Klaus Deppermann die Börsen in einem ausgeprägten und bereits im Jahr 2000 begonnenen Bärenmarkt gefangen. Bärenmärkte kennzeichnen sich durch ausgeprägte Talfahrten, so wie 2001 bis 2003 und 2008/09, bei denen es zwischenzeitliche Erholungen gibt, ohne dass die Kurse die alten Hochs überwinden können. Eine "große Chance für ein Ende dieses Bärenmarkts" sieht Deppermann im Spätsommer dieses Jahres.

Bei vielen Anlegern dürfte während des Kursverfalls die Entwicklung vom vergangenen Sommer wieder in den Fokus geraten. Damals hatte sich der beherzte Einstieg gelohnt, weil die Kurse rasant nach oben durchstarteten. Ähnliches erwartet BHF-Bank-Experte Deppermann auch jetzt: 2011 wäre also die Vorlage für 2012, wobei er diesmal mit dem Beginn einer neuen und ausgeprägten Hausse rechnet.

Zuvor sieht der Analyst jedoch auf Sicht der nächsten Monate neuerliches Potenzial nach unten. "Der Dax hat seine Jahreshochs vermutlich bereits gesehen." Ebenso wie Riesner sieht er den Dax allenfalls bis auf 6600 Punkte in den nächsten Tagen oder Wochen noch ansteigen. Gemessen am aktuellen Niveau wären das nur noch gut zwei Prozent.

Nach einer ersten und spätestens im Februar startenden Korrektur rechnet Deppermann im Anschluss an eine Zwischenerholung mit einer zweiten Abwärtsbewegung bis in den August hinein. "Diese dürfte den Dax bis knapp unter die Marke von 5000 Punkten drücken." Das heißt, ähnlich tief wie im vergangenen August.

Kommentare (55)

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Account gelöscht!

31.01.2012, 16:03 Uhr

Bei diesen "Experten-Meinungen" gibt es nur ein kleines Problem. Diese Typen werden hochbezahlt für Dinge die so gut wie nie richtig sind und nach Windesrichtung immer wieder aufs neue angepasst werden. Mit anderen Worten, die Einschätzungen dieser Herren, sind keinen Cent wert. Dass es nicht ewig nach oben geht wissen wir alle und dass die EU bzw. Griechenland noch so einiges bieten wird in Sachen "Berg ab", steht ausser frage aber das weiss auch der grösste Hinterwäldler der bis 3 zählen kann.

Kurz, auf die Meinungen dieser "Experten" kann man getrost pfeifen.

Volkswirt

31.01.2012, 16:03 Uhr

Chartanalyst - der lächerlichste Beruf der Welt!!

Selbst ein 3jähriger kann bunte Linien malen.

Account gelöscht!

31.01.2012, 16:06 Uhr

Ich gehe davon aus, die Charttechniker haben sich alle mit Puts eingedeckt. Warum arbeiten die eigentlich noch bei ihrer Charttechnik? Stimmt sie etwa nicht?

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