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12.02.2015

16:40 Uhr

Fremdwährungsanleihen

Renditechance im Währungskampf

VonNiklas Dopheide

Der schwache Euro setzt andere Währungen unter Aufwertungsdruck. Die Zentralbanken reagieren weltweit mit Zinssenkungen. Im neuen Jahr erreicht der Währungskampf ein neues Ausmaß. Anleger könnten davon profitieren.

Die globalen Zentralbanken weltweit wollen verhindern, dass ihre Währungen stark aufwerten. Die Schweizer Nationalbank sorgte mit der Entkoppelung vom Euro für eine große Überraschung. dpa

Bloß nicht aufwerten

Die globalen Zentralbanken weltweit wollen verhindern, dass ihre Währungen stark aufwerten. Die Schweizer Nationalbank sorgte mit der Entkoppelung vom Euro für eine große Überraschung.

DüsseldorfSeit vier Jahren tobt ein Währungskrieg zwischen den globalen Zentralbanken, aktuell gibt es einen weiteren Teilnehmer. Die Schwedische Zentralbank (Riksbank) gab heute ein Lockerungsprogramm bekannt. Die Riksbank setzte ihren wichtigsten Zinssatz von null auf -0,10 Prozent. Außerdem kündigte die Bank an, für zehn Milliarden Kronen (1,04 Milliarden Euro) Staatsanleihen aufkaufen zu wollen. Die Währung wertete daraufhin stark ab.

Die US-amerikanische Federal Reserve (Fed) gab bis zum letzten Jahr mit ihrem massiven Lockerungsprogramm den Ton an. Letztes Jahr hat die Fed ihre Politik des Quantitative Easing (QE), dem milliardenteuren Aufkauf von Staatsanleihen, beendet. Aktuell scheinen die globalen Währungshüter den Blick auf die europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt zu richten.

Staatsanleihen: Renditen im Sinkflug

USA

Rendite (zehnjährige Anleihe): 2,61 Prozent
Renditeveränderung (in den vergangenen drei Monaten): - 17,1 Basispunkte
Quelle: Bloomberg, 10.06.2014

Deutschland

Rendite: 1,38 Prozent
Renditeveränderung: - 24,8 Basispunkte

Italien

Rendite: 2,74 Prozent
Renditeveränderung: - 62,4 Basispunkte

Spanien

Rendite: 2,57 Prozent
Renditeveränderung: - 72,9 Basispunkte

Portugal

Rendite: 3,32 Prozent
Renditeveränderung: - 110,6 Basispunkte

Irland

Rendite: 2,41 Prozent
Renditeveränderung: - 65,9 Basispunkte

Griechenland

Rendite: 5,47 Prozent
Renditeveränderung: - 132,4 Basispunkte

Frankreich

Rendite: 1,71 Prozent
Renditeveränderung: - 48,5 Basispunkte

Finnland

Rendite: 1,57 Prozent
Renditeveränderung: - 35,9 Basispunkte

Österreich

Rendite: 1,66 Prozent
Renditeveränderung: - 24,7 Basispunkte

Niederlande

Rendite: 1,60 Prozent
Renditeveränderung: - 24,6 Basispunkte

Belgien

Rendite: 1,81 Prozent
Renditeveränderung: -52,1 Basispunkte

Großbritannien

Rendite: 2,69 Prozent
Renditeveränderung: - 10,8 Basispunkte

Japan

Rendite: 0,59 Prozent
Renditeveränderung: - 2,5 Basispunkte

Schweiz

Rendite: 0,72 Prozent
Renditeveränderung: - 25,8 Basispunkte

Russland

Rendite: 4,26 Prozent
Renditeveränderung: - 89,3 Basispunkte

Türkei

Rendite: 8,67 Prozent
Renditeveränderung: - 187 Basispunkte

Das Anleihekaufprogramm, welches das Institut unter Präsident Mario Draghi beschlossen hat, war zwar vom Markt erwartet worden, das Ausmaß des Programms überraschte aber die meisten Experten. „Die EZB hat mit ihrem QE-Programm sowohl im Umfang als auch im Tempo selbst die aggressivsten Markterwartungen bei weitem übertroffen“, schreibt Stefan Bielmeier, Leiter Research und Volkswirtschaft bei der DZ Bank in einer aktuellen Publikation.

Eine Folge dieses „aggressiven Programms“ ist, dass die Leitwährung der Eurozone „deutlich unter Druck“ gerät, meint der Experte. Das bedeutet für andere Währungen, dass sie gleichzeitig unter „Aufwertungsdruck“ geraten. Die Reaktion der anderen Zentralbanken auf die drohende Aufwertung ließ nicht lange auf sich warten. Es gab weltweit Zinssenkungen, die bis dahin als „undenkbar“ galten. Dazu zählen Länder wie Kanada, Australien, die Schweiz und die Türkei, schreibt Bielmeier. Denn eine schwache Währung verschafft vor allem wirtschaftliche Vorteile, weil unter anderem Waren in andere Länder zu einem günstigeren Preis exportiert werden können.

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