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26.01.2005

13:30 Uhr

Für Chartanalysten ist die Aufwärtsbewegung des deutschen Aktienindexes keineswegs gesichert

Dem Dax droht eine nachhaltige Trendwende

Mit dem kräftigen Kursverlust vom Donnerstag vergangener Woche hat sich die technische Verfassung des deutschen Aktienmarktes weiter eingetrübt. Bereits in den Vortagen führten schwache Tage und nur zaghaft verlaufende Kurserholungen zu einem Rückgang an Schwungkraft und Dynamik.

HB HAMBURG.Der Wochenchart des Deutschen Aktienindex (Dax) weist seit August 2004 unverändert einen intakten primären Aufwärtstrend auf, der auch aktuell noch sowohl chart- wie markttechnisch bestätigt wird. In der Konsequenz betrachten wir den laufenden Abschwung im Dax noch immer als strategische Reaktion auf den Primärtrend. Sollte der Index jedoch unter die Marke von 4 191 Punkten fallen, bzw. verändert sich das "Set-up" - das ist eine mathematisch definierte Trendausrichtung - von derzeit "long" auf "neutral" (beide Aspekte werden mit hoher Wahrscheinlichkeit zuerst auftreten, zumindest bevor der Dax seine Trendlinie durchbrechen würde), müssen wir die mittelfristig noch positive Trendbeurteilung deutlich einschränken.

Im taktischen Sinne sieht die Lage bereits kritischer aus: Markttechnisch betrachtet hat sich hier schon einiges deutlich eingetrübt. Das Set-up über die Trendfolger ist eindeutig neutral. Und Schwungkraft und Dynamik, bezogen auf den Aufwärtsschub der vergangenen Tage und Wochen, sind rückläufig.

Charttechnisch gesehen liegt unser Augenmerk auf den Marken bei 4 191 Punkten auf der Unterseite und 4 269 Punkten auf der Oberseite. Innerhalb dieser Spanne betrachten wir den Dax kurzfristig bzw. taktisch als neutralen Markt, ober- und unterhalb dieser Niveaus ließe sich eine Impulsrichtung unterstellen.

Mit Blick auf die Vergleichsindizes in den USA müssen wir wahrscheinlich ein gesteigertes Risiko auf der Unterseite unterstellen, was zumindest aus dem Blickwinkel der klassischen Formationslehre heraus ein Abwärtspotenzial von weiteren 150 Indexpunkten bereithalten sollte.

In der Konsequenz müssen wir festhalten, dass das Risiko eines mittelfristig relevanten Impulswechsels steigt. Im besten Falle erwarten wir für die nächsten Tage eine Konsolidierung auf hohem Niveau, für wahrscheinlicher halten wir eine weitere Kursabschwächung. Aus praktischer Sicht stellen wir strategische Neupositionierungen zurück.

*Uwe Wagner ist technischer Analyst bei der Vermögensverwaltung Wagner - Lang.

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