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17.11.2015

17:28 Uhr

G36-Hersteller

Finanzspritze vom Chef stärkt Heckler & Koch-Anleihe

Bei Heckler & Koch liefen die Geschäfte zuletzt nicht mehr so gut. Experten stellten der Firma ein schlechtes Zeugnis aus. Jetzt greift der Firmenchef zur eigenen Geldbörse – und verleiht der Anleihe einen Schub.

Heckler & Koch gilt als einer der wichtigsten Waffenlieferanten der Bundeswehr. Das Sturmgewehr G36 war unter Präzisionsvorwürfen zuletzt aber in Verruf gekommen. dpa

Großkunde Bundeswehr

Heckler & Koch gilt als einer der wichtigsten Waffenlieferanten der Bundeswehr. Das Sturmgewehr G36 war unter Präzisionsvorwürfen zuletzt aber in Verruf gekommen.

Oberndorf/DüsseldorfMit einer kräftigen Finanzspritze vom eigenen Chef will der Waffenhersteller Heckler & Koch wieder auf Kurs kommen. Der Mehrheitseigner Andreas Heeschen hat der Firma 60 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, teilte das Rüstungsunternehmen am Dienstag in Oberndorf mit. Grund ist die schlechte Bewertung am Finanzmarkt.

Das Geld vom Chef zeigt erste Wirkungen am Anleihemarkt: Ende Oktober notierte der Bond von Heckler & Koch noch bei 73 Prozent. Am Dienstag kletterte er auf 89 Prozent. Das heißt: Die Anleger bewerten die Ausfallwahrscheinlichkeit – also eine Insolvenz der Waffenfirma – als wesentlich geringer ein. Die Anleihe war im Mai 2011 begeben worden, Anlegern wird jährlich ein Zins in Höhe von 9,5 Prozent gezahlt – damit gehört das Papier zu risikoreicheren Anleihen.

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Dass die Unsicherheit der Anleger noch immer nicht ganz gewichen ist, drückt sich im Kurs der Anleihe unterhalb der 100-Punkte-Marke aus. Zuletzt hatte die Ratingagentur Standard & Poor's die Waffenschmiede sogar mit der Note „CCC“ bewertet und damit als eher ausfallgefährdeten Schuldner eingestuft. Die Note besagt, dass ein Unternehmen unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen seine Schulden wahrscheinlich nicht zurückzahlen kann.

Die Geschäfte liefen für Heckler & Koch zuletzt eher schlecht. Vor allem mangels Exportlizenzen für Waffenlieferungen in den Nahen Osten waren Gewinn und Umsatz 2014 eingebrochen. Das nicht-börsennotierte Unternehmen hatte 2013 noch einen Umsatz von 221 Millionen Euro. Ein Jahr später sanken die Erlöse um 30 Prozent auf 155 Millionen Euro. Der operative Gewinn brach um 64 Prozent auf 22 Millionen Euro ein.

Vor allem die bei Waffenexporten restriktive Politik der Bundesregierung machten Heckler & Koch einen Strich durch die Rechnung. So wurde etwa eine Ausfuhrlizenz nach Saudi-Arabien bisher nicht erteilt.

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