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28.11.2013

10:44 Uhr

G7-Vergleich

US-Anleihen sind Performance-Verlierer

Sie galten in der Finanzkrise als Hort der Sicherheit. Doch im Vergleich der G-7-Länder boten US-Anleihen den Besitzern zuletzt die schlechtesten Erträge. Viele Anleger begrüßen die Gründe für diese Entwicklung.

Anleger an der Wall Street: Zeit, sich die Anreize von der Notenbank abzugewöhnen. dpa

Anleger an der Wall Street: Zeit, sich die Anreize von der Notenbank abzugewöhnen.

US-Staatsanleihen haben laut des Bloomberg Riskless Return Ranking in den vergangenen beiden Jahren risikobereinigt 0,03 Prozent eingebracht. Das ist der geringste Ertrag unter den sieben Industrieländer-Bonds. Die beste Entwicklung wiesen italienische und japanische Anleihen auf. Sie erzielten volatilitätsbereinigte Erträge von 2,76 Prozent beziehungsweise 2,42 Prozent.

Die relative Minderentwicklung hat die Rendite der zehnjährigen US-Anleihen auf 2,71 Prozent getrieben. Das ist der dritthöchste Wert unter den G-7-Staaten. Die Volatilität der Bonds war mit 3,65 die drittniedrigste in den letzten beiden Jahren. Sie ist auf 4,02 gestiegen, seit der Fed-Vorsitzende Ben S. Bernanke im Mai erstmals eine Reduzierung der Anleihekäufe signalisierte.

Prognosen zufolge wird die US-Volkswirtschaft im kommenden Jahr mit 2,6 Prozent so schnell wachsen wie seit 2006 nicht mehr. Das schmälert für Investoren das Interesse an der relativen Sicherheit der amerikanischen Anleihen. Für die Eurozone wird dagegen nur ein Wachstum von einem Prozent erwartet, nach zwei Jahren der volkswirtschaftlichen Schrumpfung. Die US-Arbeitslosenquote ist im Oktober auf 7,3 Prozent gesunken, nach einem Höchstwert von zehn Prozent im Jahr 2009. Die US-Arbeitgeber haben im Oktober 204.000 neue Stellen geschaffen und damit die Erwartungen übertroffen.

„Es gibt weniger Panik weltweit und die US-Wirtschaft wächst. Die Fed nimmt Kurs auf das Tapering zu einer Zeit, da die übrigen G-7 Länder noch zu kämpfen haben und im Modus der lockeren Geldpolitik bleiben“, sagt Raman Srivastava, Leiter Festverzinsliche weltweit bei Standish Mellon Asset Management. „Die G-7 Anleihen werden ungleicher. Und da sich die Zentralbankpolitik und die volkswirtschaftliche Entwicklung auseinanderbewegen, wird die auseinanderstrebende Performance zwischen den US-Papieren und den übrigen anhalten“, fügte er hinzu.

„Die Botschaft, die wir von der Fed bekommen, die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt und andere Anzeichen für Wachstum sind genau das, was die Volkswirtschaft braucht, um damit zu beginnen, sich die Anreize von der Notenbank abzugewöhnen“, sagt Paul Montaquila, verantwortlich für Investments in Festverzinsliche bei Bank of the West von BNP Paribas. „Die Konjunktur ist immer noch anfällig, aber sie wächst und wird stärker werden. Das heißt, wir bekommen aus den richtigen Gründen höhere Renditen.”

„Die Fed hat jetzt die Option, mit der Verringerung ihrer Anleihekäufe zu beginnen, und das bedeutet, dass Investoren mit höheren Zinsrisiken und Kursvolatilität rechnen müssen“, sagt Ira Jersey, Zinsstratege bei Credit Suisse. Die Bank ist einer der 21 Primärhändler, die mit der Fed handeln.

Während die Zentralbank in Japan und die Europäische Zentralbank ihre geldpolitischen Anreize erhöhen, ist die US-Notenbank Federal Reserve dabei, abzuwägen, wann sie ihre Anleihekäufe verringern (im Englischen als „Tapering“ bezeichnet) kann. Durch die monatlichen Anleihekäufe hat die Bilanz der Fed mittlerweile den Rekordumfang von 3,91 Billionen Dollar erreicht.

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