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18.03.2013

17:31 Uhr

Gabelstapler-Konzern

Kion plant Börsengang im Juni

Der Gabelstapler-Konzern Kion wohl schon im Juni den Sprung an die Börse wagen. Das Wiesbadener Unternehmen könnte dafür die Geschäftszahlen zum ersten Quartal verwenden. Auch Annington hat den Juni ins Auge gefasst.

Ein Gabelstapler der zur Kion-Gruppe gehörenden Marke Still transportiert Reifen. Schon im Juni könnte der Börsengang losgehen. dpa

Ein Gabelstapler der zur Kion-Gruppe gehörenden Marke Still transportiert Reifen. Schon im Juni könnte der Börsengang losgehen.

FrankfurtDie Börsenpläne des Gabelstaplerkonzerns Kion nehmen Fahrt auf. Laut Finanzkreisen will das Wiesbadener Unternehmen noch vor der Sommerpause den Sprung an die Börse wagen. Die Vorbereitungen zielten gegenwärtig auf eine Erstnotiz Ende Juni oder Anfang Juli ab, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. „Der Zeitplan hat sich etwas beschleunigt“, sagte ein Insider. Begleitet wird der Konzern dabei aller Voraussicht nach von Goldman Sachs und Deutsche Bank, wie die Insider sagten. Ein Kion-Sprecher sagte nur: „Das ist alles reine Spekulation.“

Die Finanzinvestoren KKR und Goldman Sachs Capital Partners hatten die Gabelstapler-Sparte von Linde 2006 übernommen. Je nachdem, wie viele Anteile sie abgeben, könnte der Börsengang ein Milliardenvolumen erreichen. Ende des vergangenen Jahres war der chinesische Maschinenbauer Weichai Power /Shandong Heavy für 467 Millionen Euro mit 25 Prozent bei Kion eingestiegen. Er kann den Anteil im Zuge des Börsengangs auf 33 Prozent aufstocken. KKR und Goldman Sachs hatten im Zuge der Transaktion ein Gesellschafterdarlehen über 671 Millionen Euro in Eigenkapital gewandelt. Kion würde damit beim Börsengang nun mit deutlich mehr als zwei Milliarden Euro bewertet.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

KKR, Goldman Sachs und die Deutsche Bank wollten sich zu den Plänen nicht äußern.

Kion wäre das zweite deutsche Unternehmen, das mit dem Gang an die Börse das Zeitfenster ins Visier nimmt, das sich im Juni und Juli für einen solchen Schritt öffnet. Als Basis für den Börsenprospekt könnte Kion dabei die Geschäftszahlen zum ersten Quartal verwenden. Der Wohnungskonzern Deutsche Annington hat Finanzkreisen zufolge einen Termin um den 4. Juli für seine Erstnotiz ins Auge gefasst. Noch vorher - Ende April - soll der Chemiekonzern Evonik an die deutsche Börse gehen. Er hat aber die meisten der zunächst zum Verkauf stehenden Anteile schon vorab bei institutionellen Investoren platziert.

Von

rtr

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