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19.06.2013

12:12 Uhr

Gefahr für Schwellenland-Anleger

Massenhafte Insider-Verkäufe bei China-Aktien

In China trennen sich die Profis im großen Stil von ihren Aktien. Markt-Insider nutzten die Höchststände, um ihre Papier im großen Stil abzustoßen. Droht Schwellenland-Anlegern ein baldiger Kursrutsch?

Händler an der Börse in Shanghai. dpa

Händler an der Börse in Shanghai.

In China haben Insider im Mai so viele A-Aktien verkauft wie seit Juni 2009 nicht mehr. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der UBS AG hervor. Bei A-Aktien handelt es sich um Beteiligungen an chinesischen Unternehmen, die in der Landeswährung Renminbi an den Festlandbörsen in Schanghai und Shenzen gehandelt werden.

Großaktionäre, leitende Manager und Personen mit Beteiligungen von mehr als fünf Prozent warfen chinesische A-Aktien für netto 24,7 Milliarden Yuan (4,03 Milliarden Euro) auf den Markt. Am stärksten abgestoßen wurden Computer-Aktien, Medienwerte und Aktien aus dem Sektor „Spezialausrüstung”, schrieben die UBS-Strategen um Qin Xia.

Netto Anteile zugekauft wurden nur bei Chemiegrundstoffen und im Bereich Telekom. Zudem sei der Ausverkauf in Prozent des Streubesitzes bei kleineren Gesellschaften so hoch gewesen wie seit 2008 nicht mehr.

Investieren in Schwellenländern

Wo können Anleger investieren?

In vielen Schwellenländern ist die Anlage von vornherein ausgeschlossen, weil etliche Barrieren vorliegen, etwa Beschränkungen für ausländische Investoren, Besteuerung oder das Fehlen von Aktienmärkten. Damit ist das Spektrum sehr viel kleiner als die Zahl der 170 Länder.  Mobius setzt nur auf die FELT-Märkte. FELT steht für fair, effizient, liquide und transparent. Er kommt so auf mehr als 60 Länder, in denen sich Investments lohnen könnten.

Quelle: Mark Mobius – Emerging Markets für Anleger, Börsenbuchverlag

Wie wichtig sind Schwellenländer-Börsen?

Die Börsen der Schwellenländer werden immer wichtiger. 2011 entfielen bereits 34 Prozent der gesamten Aktienmarktkapitalisierung der Welt auf Schwellenmärkte. Zehn Jahre zuvor waren es noch nicht einmal zehn Prozent.

Wie entwickeln sich die Börsen in den Schwellenländern?

Die Kursentwicklung kann sich sehen lassen: Die Schwellenländermärkte haben den US-Markt von 1998 bis 2012 um rund 940 Prozent übertroffen und den globalen Markt um mehr als 1.360 Prozent. Natürlich schwankt die Wertentwicklung von Jahr zu Jahr. Und manchmal schneiden die Schwellenmärkte auch schlechter ab.

Welche Anlageinstrumente gibt es?

Anleger können natürlich nicht nur in Investmentfonds mit Schwerpunkt Emerging Markets und entsprechende börsennotierte Indexfonds (ETFs) investieren, sondern auch in Einzeltitel, die an den dortigen Börsen notiert sind. Außerdem gibt es an Aktienmärkten in Industrieländern notierte Hinterlegungsscheine für Schwellenländeraktien.

Wie viele Fonds gibt es?

Als Templeton 1987 den ersten börsennotierten Schwelländerfonds auflegte, engagierte sich noch kein anderer US-Investmentfonds in nennenswertem Umfang in Übersee. Heute stehen Anlegern mehr als 6000 Aktienfonds mit Schwellenländer-Engagements offen.

Wie stark sind Anleger investiert?

Obwohl bereits mehr als 30 Prozent der globalen Marktkapitalisierung auf die Aktienmärkte der Schwellenländer entfallen, sind sie in den Portfolios institutioneller US-Investoren nur mit drei bis acht Prozent gewichtet.

Die Insider verkauften, während der Shanghai Composite Index im Mai um 5,6 Prozent stieg und bei mehr Aktien die Haltefrist endete. Es war der größte Index-Anstieg seit Dezember. Im Juni hat der Index bislang 6,5 Prozent nachgegeben – Konjunkturdaten vom Export bis zur Industrieproduktion signalisierten langsameres Wachstum und höhere Geldmarktzinsen wiesen auf eine geringere Liquidität hin.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

19.06.2013, 14:20 Uhr

Der Shanghai-Index geht seit mindestens 3 Jahren praktisch nur in eine Richtung und jetzt trommelt die Presse zum Ausstieg ("INSIDER"-Alarm!!!! - was auch immer "insider" sind) - was für eine großartige Leistung für den Vermögensschutz der gläubigen Leser! Offenbar hat sich das westliche Big-Money jetzt ausreichend aus China (und den hochgelobten "Emerging Markets" ingesamt) zurückgezogen und jetzt darf das sprichwörtliche Lieschen Müller auch so langsam auf den Ausgang schielen - bis dann der Startschuß zum großen Flucht-Finale kommt.

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