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08.01.2008

16:07 Uhr

Gegenreaktion auf Kursverluste

Deutsche-Börse-Aktie setzt Kursrally fort

Seit dem Jahreswechsel hat die Aktie der Deutschen Börse rund 16 Prozent an Wert verloren - nachdem sie 2007 rund 87 Prozent zugelegt hatte. Und an diese beeindruckende Kursrally scheint die Aktie nun wieder anzuknüpfen: Am Dienstag legte der Dax-Wert stolze acht Prozent zu.

HB FRANKFURT. Nach den Abgaben in den ersten Handelstagen des neuen Jahres sei die Aktie der Deutschen Börse nun wieder gesucht, hieß es am Markt. "Die Börsenbetreiber bleiben einfach interessant und die Profitabilität des Unternehmens ist beeindruckend", sagte ein Aktienhändler. Ein "unsinniges Gerücht" am frühen Nachmittag über eine anstehende größere Platzierung zeige nur, wie groß das Interesse an der Aktie sei. Bei Kursen über 120 Euro sehe der Titel auch technisch wieder besser aus. Die Aktie befinde sich nun in einer technischen Gegenbewegung, kommentierte ein weiterer Aktienhändler das Kursgeschehen. Im Vergleich zu den vergangenen Tagen seien die Umsätze unterdurchschnittlich.

Morgan Stanley hatte Anfang Dezember das Kursziel für Deutsche-Börse-Aktien von 122 auf 145 Euro angehoben und die Einstufung "Overweight" bestätigt. Börsenbetreiber könnten von den anhaltenden Kursschwankungen an den Finanzmärkten profitieren, die für hohe Handelsvolumina sorgten, schrieben die Analysten. Positiv sei zudem, dass sich die Deutsche Börse offenbar stärker darauf konzentriere, die Kosten im Griff zu halten. Daneben treibe das Aktienrückkaufprogramm den Kurs.

Vom 2. Januar 2007 bis zum Jahresschluss hatte die Aktie des Börsenbetreibers 86,7 Prozent an Wert zugelegt (nur VW schnitt unter den 30 größten deutschen Standardwerten noch etwas besser ab). Von 18 Analysten plädieren derzeit neuen für den "Kauf" der Aktie.

Der US-Hedgefonds Atticus Capital hält weiterhin mehr als elf Prozent der Deutschen Börse. Die Stimmrechte an dem Frankfurter Börsenbetreiber lägen bei 7,65 Proeznt, teilte Atticus in einem Brief an die Deutsche Börse am Dienstag mit. „Wir sind weiterhin langfristig von der Deutschen Börse überzeugt und mit der Entwicklung des Unternehmens sowie den anhaltenden Kostensenkungen und Aktienrückkäufen zufrieden“, hieß es.

Der Dax hat derweil am Dienstag sein leichtes Plus vom Vortag kräftig ausgebaut. Der deutsche Leitindex stieg bis zum frühen Nachmittag um gut ein Prozent auf 7 904 Punkte. Börsianer sahen darin jedoch keine Trendwende nach dem Kursrutsch in den ersten Handelstagen des neuen Jahres. "Das ist nicht nachhaltig. Die USA schlittern in eine Rezession, die Stimmung ist nicht gut, da kann ein kleines Plus im Dax nicht viel ausmachen", sagte ein Händler. Die Kursgewinne seien nur eine Gegenreaktion auf die herben Verluste der ersten Handelstage des neuen Jahres. Seit Jahresbeginn hat der Dax etwa 2,5 Prozent verloren.

An den europäischen Börsen blieben Finanztitel am Dienstag aber weiter unbeliebt. Gestützt von Kursgewinnen im Gesundheits- und Telekomsektor haben der Stoxx50-Index der 50 größten börsennotierten europäischen Unternehmen knapp ein Prozent und der Euro-Stoxx50 der 50 größten börsennotierten Unternehmen der Euro-Zone rund 0,7 Prozent zugelegt. Angesichts der anhaltenden Angst vor einer Rezession in den USA sowie der weiter schwelenden Kreditkrise griffen die Anleger dabei vorwiegend nach Aktien, die als relativ unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung gelten. Händler warnten davor, die Zuschläge an den Börsen überzubewerten. Die Nervosität der vergangenen Wochen sei weiter im Markt und werde vor allem an den Kursverlusten der Finanzwerte deutlich. Die von der US-Immobilienkrise ausgehenden Turbulenzen an den Kreditmärkten hatten im vergangenen Jahr das Vertrauen der Anleger in Finanzwerte untergraben, die als Folge im Schnitt etwa 20 Prozent an Wert verloren.

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