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12.01.2012

15:59 Uhr

Geldanlage

Deutsche kaufen in der Krise Aktien

VonIlka Kopplin, dpa

Euro-Krise und Staatspleiten schrecken die Deutschen beim Aktienkauf offenbar nicht ab. Im zweiten Halbjahr 2011 waren die Anteilsscheine ungewöhnlich beliebt. Andere Anlagen verloren dagegen an Attraktivität.

Börsenhändler in der Deutschen Börse in Frankfurt am Main. Im zweiten Halbjahr 2011 griffen die Anleger wieder vermehrt zu Aktien. dapd

Börsenhändler in der Deutschen Börse in Frankfurt am Main. Im zweiten Halbjahr 2011 griffen die Anleger wieder vermehrt zu Aktien.

Trotz fallender Börsenkurse werden Aktien und Fonds bei den Deutschen wieder etwas beliebter. Im zweiten Halbjahr 2011 hielt gut jeder achte Deutsche Aktien oder Aktienfonds. Insgesamt registrierte das Deutsche Aktieninstitut (DAI) durchschnittlich knapp 8,7 Millionen Anleger, die direkt und/oder indirekt Geld in Aktien gesteckt hatten.

Das waren nach Angaben des Instituts 356 000 (4, 1 Prozent) mehr als im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres.

Interessant ist nach Einschätzung des DAI die Verschiebung zwischen direkten und indirekten Anlegern, also Investoren, die Aktien (direkt) und/oder Aktienfondsanteile (indirekt) halten. Denn zum einen hielten mit 2,5 Millionen gut zehn Prozent mehr Deutsche ausschließlich Aktien.

Und auch die Zahl derer, die sowohl Aktien als auch Fondsanteile halten, nahm um 140.000 (8,7 Prozent) auf 1,6 Millionen zu. Einzig auf Fonds vertrauen dagegen immer weniger Anleger.

Im vergangenen halben Jahr besaßen knapp 4,6 Millionen Deutsche Aktienfonds, 51.000 weniger als sechs Monate zuvor. Im Jahr 2007 hatten sich noch 6,2 Millionen Deutsche ausschließlich für diese Anlageform entschieden.

Die Direktinvestition in einzelne Aktien erreichte den Angaben zufolge mit 4,1 Millionen den höchsten Stand seit fünf Jahren. Allerdings sind die Zahlen weiterhin weit entfernt von denen zu Zeiten des Börsenbooms: Im Jahr 2000, zum Hochpunkt des New-Economy-Hype, steckten noch 6,2 Millionen Deutsche ihr Geld  in Aktien.

Das Anlegeverhalten im zweiten Halbjahr ist eher ungewöhnlich. Denn die Deutschen gelten als extrem risikoscheu, wenn es um ihr Geld geht. Rüdiger von Rosen, geschäftsführendes Vorstandsmitglied im DAI, erklärt dies damit, dass „zahlreiche Anleger die zum Teil erheblichen Kursschwankungen im zweiten Halbjahr zum gezielten Einstieg in Einzelwerte genutzt“ hätten.

Eine Rückkehr zur Aktie will von Rosen allerdings noch nicht ausrufen: „Ob eine wirklich nachhaltige Stabilisierung der Aktienakzeptanz bei privaten Anlegern erreicht wurde, lässt sich noch nicht sagen“, heißt es in einer Mittelung des DAI zu den Aktionärszahlen.

Zumal die Deutschen in Sachen Aktienbesitz nach wie vor weit hinterherhinken: Mit 13,4 Prozent liegt der Anteil der Aktionäre an der Gesamtbevölkerung nicht einmal halb so hoch wie in den Niederlanden, wo 30 Prozent der Bevölkerung Aktien besitzen. Auch in Japan (27,7 Prozent), USA (25,4) und Großbritannien (23) ist der Aktienanteil wesentlich höher.

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