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06.07.2012

08:57 Uhr

Geldanlage

Die neuen Regeln für Anleihe-Anleger

Die Welt der Anleihen steht Kopf. Anleger müssen Mini-Renditen hinnehmen. Die Gefahr von Pleiten steigt. Trotzdem sollten Anleger die Anlageklasse nicht meiden. Sie müssen aber einige Regeln beachten.

Wer auf Sicherheit setzt, kann keine Rendite mehr erwarten. Der Anleihenmarkt hat sich gewandelt. dapd

Wer auf Sicherheit setzt, kann keine Rendite mehr erwarten. Der Anleihenmarkt hat sich gewandelt.

FrankfurtDie Antwort auf die Frage, warum Privatanleger jetzt Anleihen kaufen sollen, fällt Anlageprofis, nicht leicht. „Es gibt keine billigen Anleihen mehr", meint zum Beispiel Stefan Klomfass, Mitglied in der Geschäftsleitung bei der SEB Asset Management. Aber: „Das heißt nicht, dass man die Anlageklasse komplett meiden soll." Sein Argument: „Alle Vermögenswerte sind derzeit entweder teuer oder riskant. Gerade für Anleger mit einem kurzfristigeren Anlagehorizont sind Zinspapiere durchaus einen Blick wert."

Im Klaren sollten sich Anleger dabei aber über eines sein: Die Chancen auf hohe Kursgewinne bei Anleihen sind begrenzt, weil die Papiere - wenn der Schuldner zahlungsfähig bleibt - zum Nennwert von 100 Prozent zurückgezahlt werden. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr sehr viel zu verlieren, wenn der Schuldner pleitegeht. Und diese Gefahr ist im Zuge der Krise um die Euro-Schuldenländer gestiegen. Deshalb schwanken die Kurse von Anleihen viel stärker als früher. Anleger brauchen also inzwischen auch bei Rentenpapieren stärkere Nerven.

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Einziger Vorteil: Wenn der Schuldner zahlungsfähig bleibt, kann der Investor Kursverluste aussitzen. Somit sind Anleihen im Prinzip nach wie vor besser kalkulierbar als Aktien, denn beim Halten bis zur Fälligkeit gibt es die beim Kauf gesicherte Rendite zurück. Die Rendite berechnet sich dabei aus dem Verhältnis von Zinsschein, Kaufkurs, Laufzeit und Rückzahlungswert. Wenn die Anleihekurse fallen, steigen deshalb die Renditen - und umgekehrt. Die Rendite ist dabei meist umso höher, je länger die Laufzeit ist.

Das Dilemma der Anleiheanleger: Die früheren Einteilungen, wonach von Industrienationen begebene Anleihen prinzipiell sichere Anlagen sind, gelten schon lange nicht mehr. Schließlich haben Anleger mit Anleihen des hochverschuldeten Griechenlands seit Jahren starke Verluste gemacht. Im März kam es in Athen mit dem härtesten Schuldenschnitt in der Geschichte gar zum Showdown.

Am Tropf internationaler Staatshilfen hängen zudem Portugal, Irland und Zypern, und selbst vor den großen Euro-Ländern Spanien und Italien schrecken Investoren zurück. Sie fürchten auch dort den Teufelskreislauf aus steigender Verschuldung und steigenden Zinsen. Dank vieler Hilfen von der internationalen und der europäischen Staatengemeinschaft sowie der Europäischen Zentralbank (EZB) konnte das Schlimmste zwar bislang verhindert werden, aber die Unsicherheit bleibt.

Kommentare (1)

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WirDasVolk

08.07.2012, 06:48 Uhr

[+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

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