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30.03.2011

15:36 Uhr

Geldmangel droht

Rettungsschirm für Portugal immer wahrscheinlicher

Gestern hatte S&P Portugal heruntergestuft, heute droht Fitch mit einem ähnlichen Schritt und empfiehlt Hilfe vom Rettungsschirm. Nach neusten Schätzungen dürften die Portugiesen bald keine andere Wahl mehr haben.

Der Druck auf Portugal wächst immer weiter. Quelle: dapd

Der Druck auf Portugal wächst immer weiter.

FrankfurtDie Ratingagentur Fitch hat Portugal eine rasche Flucht unter den Euro-Rettungsschirm nahegelegt. Die Inanspruchnahme der Finanzhilfen von EU und IWF würde die Glaubwürdigkeit der Reformbemühungen in Sachen Haushaltskonsolidierung stärken, sagten die Bonitätswächter. Sollte das Land die Hilfe von außen weiter verschmähen, drohe bereits kurzfristig eine weitere Herabstufung der Bonität, warnte die Rating-Agentur.

Der für Schuldenstaaten bereitstehende vorläufige Rettungsschirm wird ab Mitte 2013 von einem permanenten Rettungsmechanismus abgelöst. Der jüngst vereinbarte Schutzschirm ESM ist laut Fitch allerdings ein zweischneidiges Schwert. Er erhöhe kurzfristig sogar das Risiko, dass Schuldenstaaten in der Peripherie der Eurozone zahlungsunfähig werden könnten. Solange die Zahlungsfähigkeit dieser Staaten bezweifelt werde, sei die spezielle Konstruktion des permanenten Euro-Rettungsfonds geeignet, diese Befürchtungen noch zu erhöhen. Wenn der Fonds ab Juli 2013 als Großgläubiger fungiere und die privaten Gläubiger in die „Lastenverteilung“ mit einbezogen werden sollten, könne dies die Furcht des Marktes vor einer Umschuldung steigern: „Dies schließt die derzeit ausstehenden Schulden mit ein“. Langfristig biete der ESM jedoch eine „effektive Basis“ für eine Lösung des Problems, räumte Fitch ein.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich am Freitag auf die Ausgestaltung des ESM geeinigt. Er soll über eine effektive Kreditsumme von 500 Milliarden Euro verfügen und kann für Euro-Staaten in Finanznot zu günstigen Bedingungen am Kapitalmarkt Geld aufnehmen und dies als Kredit weiterreichen. Das Ausmaß der Beteiligung der privaten Staatsanleihebesitzer an den Rettungskosten richtet sich danach, ob die Verschuldung des Landes auf Dauer tragbar ist oder nicht. Ist ein Staat nicht mehr in der Lage, seine Schulden zu bedienen, muss er in Verhandlungen über einen Forderungsverzicht eintreten. Für die meisten bisher begebenen Staatsanleihen gibt es hingegen derzeit kein geregeltes Verfahren für eine eventuelle Umschuldung.

Bereits gestern hatte S&P die Hoffnung für Portugal aufgegeben und das Rating für die Staatsanleihen des südeuropäischen Landes auf die Note BBB gesenkt. Die Agentur hält es für wahrscheinlich, dass Portugal ab Mitte 2013 Kredithilfen aus dem Rettungsschirm beantragen müssen wird. Doch möglicherweise ist das Land schon viel früher auf Hilfe angewiesen.

Kommentare (4)

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EUSSR

30.03.2011, 18:03 Uhr

Die deutsche Europa-Politik ist für die Steuerzahler in Deutschland mittlerweile zu einem hohen Risiko geworden.
Sollten einige Pleitestaaten bei der Bewältigung der Eurokrise versagen, muss nun der deutsche Steuerzahler mit viel Geld auch dafür haften!

Angesichts der jüngsten Beschlüsse der Eurozonen-Finanzminister ( Banken-Komplizen ) zum neuen "Rettungsfonds" für klamme EU-Mitgliedstaaten ist das Grundproblem nicht gelöst.
Das Geschäftsmodell vieler Banken geht weiter:
Die Banken investieren für 10 % in Staatsanleihen überschuldeter Pleitestaaten und refinanzieren
sich für 1 % bei der EZB und das dank "Rettungsfonds" ohne Ausfallrisiko!!!

Auch dieser "Rettungsschirm" wird schnell an seine Grenzen kommen und am Ende die Umschuldung dieser Pleitestaaten am deutschen Steuerzahler hängen bleibt.
Die Politik der Bundesregierung ( Banken-Komplize ) läuft darauf hinaus, dass der neue Not-Fonds in großem Umfang in Anspruch genommen wird und es zu einer globalen Haftung des deutschen Steuerzahler kommt!!!

Schon mit den bisherig beschlossenen
"PIGS-Rettungspaketen" hat der Deutsche Bundestag zwei Drittel des Steueraufkommens des Bundes für die Staatsschulden anderer Länder verpfändet!!!

Wie lange werden die Menschen in Deutschland dem noch tatenlos zusehen?

alex

30.03.2011, 18:45 Uhr

wo ist unser rettungsschirm?

Buerge-r

30.03.2011, 19:53 Uhr

Liebes Handelsblatt, bitte nicht auf den Betrug der Politik hereinfallen und bei der Wahrheit bleiben: es gibt keinen "Rettungs"schirm. Alles was es gibt, sind als Kreditanstalten getarnte Transfermchanismen zur Ausführung von Insolvenzverschleppungen (u.a. Banken). Das kann man sinnvoll finden oder nicht aber das sind die Tatsachen.

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