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12.04.2011

11:44 Uhr

Geldmarkt

Griechenland bei Investoren beliebt

Griechenland hat sich am Dienstag mehr Geld am Kapitalmarkt geliehen als ursprünglich geplant. Trotz der jüngsten Verfehlung des Sparplans kaufen Investoren weiterhin griechische Anleihen.

Griechenland hat weiterhin einen Zugang zum Kapitalmarkt. Quelle: dapd

Griechenland hat weiterhin einen Zugang zum Kapitalmarkt.

FrankfurtDas hochverschuldete Griechenland genießt weiterhin das Vertrauen der Investoren – zumindest kurzfristig. Bei der jüngsten Auktion von Geldmarktpapieren überstieg die Nachfrage das Angebot beinah um das Vierfache. Aus diesem Grund entschied sich die griechische Finanzagentur dafür, statt 1,25 Milliarden Euro nun 1,625 Milliarden Euro aufzunehmen. Die Durchschnittsrendite lag mit 4,8 Prozent nur leicht über dem Niveau der vorangegangenen Auktion. 41 Prozent der Papiere seien an Käufer aus dem Ausland gegangen, sagte der Chef der Agentur, Petros. Längerlaufende Anleihen begibt das Land derzeit nicht.

Griechenland musste als erstes europäisches Land, internationale Hilfe beantragen. Die Europäer und der IWF haben ein Hilfspaket von insgesamt 110 Milliarden Euro geschnürt, um Athen vor dem Staatsbankrott zu retten. Gestern gab die griechische Regierung bekannt, dass das Haushaltsdefizit im ersten Quartal 2011 höher ausfällt als erwartet. Die Steuereinnahmen sanken auf 11,1 Milliarden Euro, obwohl im Haushaltshaltsplan mit Einnahmen von 12,5 Milliarden Euro gerechnet worden war. Gleichzeitig fielen die Ausgaben im selben Zeitraum mit 15,8 Milliarden Euro 200 Millionen Euro höher aus als erwartet.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat Griechenland unterdessen zu einer konsequenten Umsetzung seines Reformprogramms und zu weiteren Sparanstrengungen aufgerufen. Darüber hinaus müsse man Geduld zeigen und das Sparprogramm wirken lassen. Erst dann könne man Ergebnisse erwarten, sagte Van Rompuy am Dienstag in Athen. „Es gibt keine Zauberlösungen“, zitierte ihn die Zeitung „Kathimerini“.

Griechenland befindet sich aber in einer tiefen Depression. Das Wachstum wies 2010 minus vier Prozent auf. Nach Schätzungen der griechischen Finanzpresse müssen in den kommenden Jahren mehr als 25 Milliarden Euro zusätzlich in Griechenland gespart werden. Die meisten griechischen Finanzexperten sehen deshalb keine Chance auf ein Wachstum. Zudem gibt es immer wieder Spekulation, dass ein Schuldenschnitt unvermeidbar werden könnte. EU-Währungskommissar Olli Rehn hatte eine Umschuldung aber zuletzt ausgeschlossen.

Kommentare (1)

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Tilly

12.04.2011, 15:14 Uhr

Klar, wenn andere die Rechnung bezahlen und das Risiko ausschließen... Wie im Schlaraffenland. Die Eurozone ist gut für Deutschland! Deutschland profitiert am meisten. In den PIGS gab's 45% Lohnsteigerungen seit Einführung des €. In Deutschland nix. Aber Deutschland profitiert am meisten! Der € ist gut! Er ist ja mehr als eine Währung. Europa wächst zusammen und Deuts

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