Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.07.2014

11:34 Uhr

Geldpolitische Unterstützung

Draghis Politik stützt Peripherieländer

Notenbank-Chef, Mario Draghi, schiebt mit seiner Geldpolitik die Bonds der Peripherie-Länder weiter an. Einstige Schrottanleihen bringen wieder satte Gewinne. Doch die Arbeit der EZB ist noch nicht beendet.

Eine italienische Euro-Münze: Italienische Bonds verzeichneten den geringsten Anstieg seit drei Quartalen. dpa

Eine italienische Euro-Münze: Italienische Bonds verzeichneten den geringsten Anstieg seit drei Quartalen.

Pacific Investment Management und Deutsche Asset & Wealth Management setzen darauf, dass die von Mario Draghi am Donnerstag bekräftigte Geldpolitik die Staatsanleihen von Peripherieländern für den Rest des Jahres anschieben werden. Sie sind nicht die einzigen, die darauf spekulieren.

Irische und griechische Staatspapiere haben im zweiten Quartal andere europäische Bonds mit Gewinnen von 4,2 Prozent beziehungsweise 4 Prozent geschlagen, gefolgt von Italien mit einem Plus von 3,6 Prozent, wie aus den Bloomberg World Bond Indexes hervorgeht. Selbst deutsche Bundesanleihen, das Schlusslicht im Euroraum, fuhren einen Ertrag von 2,2 Prozent ein.

Staatsanleihen: Renditen im Sinkflug

USA

Rendite (zehnjährige Anleihe): 2,61 Prozent
Renditeveränderung (in den vergangenen drei Monaten): - 17,1 Basispunkte
Quelle: Bloomberg, 10.06.2014

Deutschland

Rendite: 1,38 Prozent
Renditeveränderung: - 24,8 Basispunkte

Italien

Rendite: 2,74 Prozent
Renditeveränderung: - 62,4 Basispunkte

Spanien

Rendite: 2,57 Prozent
Renditeveränderung: - 72,9 Basispunkte

Portugal

Rendite: 3,32 Prozent
Renditeveränderung: - 110,6 Basispunkte

Irland

Rendite: 2,41 Prozent
Renditeveränderung: - 65,9 Basispunkte

Griechenland

Rendite: 5,47 Prozent
Renditeveränderung: - 132,4 Basispunkte

Frankreich

Rendite: 1,71 Prozent
Renditeveränderung: - 48,5 Basispunkte

Finnland

Rendite: 1,57 Prozent
Renditeveränderung: - 35,9 Basispunkte

Österreich

Rendite: 1,66 Prozent
Renditeveränderung: - 24,7 Basispunkte

Niederlande

Rendite: 1,60 Prozent
Renditeveränderung: - 24,6 Basispunkte

Belgien

Rendite: 1,81 Prozent
Renditeveränderung: -52,1 Basispunkte

Großbritannien

Rendite: 2,69 Prozent
Renditeveränderung: - 10,8 Basispunkte

Japan

Rendite: 0,59 Prozent
Renditeveränderung: - 2,5 Basispunkte

Schweiz

Rendite: 0,72 Prozent
Renditeveränderung: - 25,8 Basispunkte

Russland

Rendite: 4,26 Prozent
Renditeveränderung: - 89,3 Basispunkte

Türkei

Rendite: 8,67 Prozent
Renditeveränderung: - 187 Basispunkte

„Die Fundamentaldaten dieser Länder verbessern sich allmählich und wir glauben, dass es weiterhin geldpolitische Unterstützung von der Europäischen Zentralbank geben wird, sollte dies nötig sein“, sagte Claus Meyer-Cording, Fondsmanager bei Deutsche Asset in Frankfurt. „Bonds der Peripherieländer haben es bezüglich der Gewinne weit gebracht, aber wir sind weiterhin moderat übergewichtet“ bei diesen Papieren.

Griechische Bonds haben in den letzten fünf Quartalen zugelegt, jedoch war das Plus im vergangenen Vierteljahr das niedrigste. Der Renditeaufschlag der Papiere gegenüber Bundesanleihen ist im vergangenen Monat auf den geringsten Wert seit mehr als vier Jahren gesunken.

Italienische Bonds verzeichneten den geringsten Anstieg seit drei Quartalen. Portugiesische Anleihen kamen auf 2,7 Prozent verglichen mit 12,2 Prozent in den drei Monaten zuvor.

Das hält die beiden Vermögensverwaltungsgesellschaften, die insgesamt ein Kapital von mehr als 3,21 Billionen Dollar verwalten, nicht davon ab, an ihrer Übergewichtung für Bonds wie die aus Italien und Spanien festzuhalten.

Nachdem Anleiherenditen und Volatilität sich nahe Rekordtiefs befinden, sind Investoren auf der Suche nach höheren Renditen und kaufen auch risikoreichere Vermögenswerte, insbesondere von den am stärksten verschuldeten Euroraum- Ländern. Die Anleger sind an die Bond-, Devisen- und Derivatemärkte zurückgekehrt, nachdem die Schuldenkrise, die vor ein paar Jahren fast zum Auseinanderbrechen des Euros geführt hatte, nachlässt.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Manfred Zimmer

07.07.2014, 15:47 Uhr

Die deutschen Politiker, jeder für sich, muss jetzt erklären, ob er mit seiner Abstimmung der EZB tatsächlich diese Vollmachten eingeräumt hat.

Wenn nein, dann muss er dies erklären und ggfs. seinen Rücktritt erklären.

Das gilt zwar für jeden Abgeordneten, aber für die Bundesregierung noch viel mehr. Der Wahlbürger muss dringend die Diätenempfänger in die Pflicht nehmen. Wie hieß es noch einmal: "fordern und fördern"!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×