Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.11.2012

19:27 Uhr

Gemeinschaftsanleihe mit Ländern

Bund plant offenbar „Deutschland-Bonds“

Schon im kommenden Jahr will der Bund offenbar eine Gemeinschaftsanleihe mit den Ländern ausgeben. Kleinere Bundesländer hatten die Bonds häufig gefordert. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Der Bund hat den Regierungschefs der Länder offenbar die Ausgabe von „Deutschland-Bonds“ angeboten. dpa

Der Bund hat den Regierungschefs der Länder offenbar die Ausgabe von „Deutschland-Bonds“ angeboten.

BerlinDer Bund plant 2013 erstmals eine gemeinsame Anleihe mit den Bundesländern auszugeben. Nach Informationen von Reuters aus Verhandlungskreisen haben Bundesfinanzministerium und Finanzagentur die Länder am 9. November über die Bedingungen für einen solchen "Deutschland-Bonds" informiert, der ein zweistelliges Milliardenvolumen haben könnte.

"Es stimmt, der Bund hat den Ländern eine gemeinsame Anleihe angeboten", sagte Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings ist das Projekt noch nicht in trocknen Tüchern: Denn zumindest Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg haben hinter den Kulissen bereits angekündigt, dass sie kein Interesse haben.

Die Einführung von Deutschlands-Bonds könnte die Refinanzierung von Bund und Ländern erheblich verändern und dürfte auch die Frage nach einer Vergemeinschaftung von Schulden verschiedener staatlicher Ebenen erneut anfachen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte sich unter anderem deshalb lange gegen Gemeinschaftsbonds in Deutschland gewehrt, weil er auch auf EU-Ebene Forderungen nach Euro-Bonds und der Vergemeinschaftung von Schulden ausgesetzt ist.

Henkel trocken: „Mein Name ist Bond, Deutschland-Bond“

Henkel trocken

„Mein Name ist Bond, Deutschland-Bond“

Was James Bond für den Geheimdienst war, soll der „Deutschland-Bond“ für die Nehmerländer werden: Die ultimative Geheimwaffe. Die Nachteile der Einsparungen werden allerdings unter den Teppich gekehrt.

Seit Monaten werden Deutschlands-Bonds vor allem von kleineren Bundesländern gefordert, die sich wegen ihres geringen Kreditvolumens nur schwer refinanzieren können. Länder wie Hamburg oder Schleswig-Holstein wollen mit Gemeinschafts-Anleihen davon profitieren, dass der Bund derzeit nur extrem niedrige Zinsen bei der Kreditaufnahme zahlen muss. Zudem wird angesichts des erhofften Schuldenabbaus in Deutschland und damit sinkender Emissionsvolumina ohnehin darüber nachgedacht, ob Bund und Länder sich mittel- und langfristig nicht zusammentun sollten, um weiter attraktive Zinsen am Finanzmarkt zu erhalten.

Nun gibt es aber offenbar ein teilweises Umdenken im Finanzministerium. Allerdings pocht der Bund weiter darauf, nicht in Haftung für die Länder zu gehen. Nach Informationen von Reuters aus Teilnehmerkreisen erläuterten Vertreter des Bundes den Ländern am 9. November in einer Telefonkonferenz die neuen Überlegungen. Danach will der Bund die Abwicklung einer Gemeinschaftsanleihe übernehmen, aber aus verfassungsrechtlichen Gründen nur anteilig eine Haftung übernehmen.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

icke

19.11.2012, 20:24 Uhr

Alle sind ganz groß im Erfinden von neuen Schulden. Keiner kümmert sich um das Abbauen von Schulden. Das muss irgendwann mit einem Knall enden.

kraehengeist

19.11.2012, 20:39 Uhr

Und die Diäten der Politkrimminellen werden auch selbstverständlich jährlich erhöht! Bis - es knallt. Implodiert und alle wirtschaftlichen Eckdaten zum Bersten bringt. Bei jedem Einzelnen. Das war es dann mit der Riesterphantasie ja der Altersvorsorge-Phantasie.

Ichbinsdoch

19.11.2012, 21:54 Uhr

Da werden die Stimmen für das nächste "EU-Hilfspaket" gebraucht oder soll man das so deuten, das die ReGIERung auf biegen und brechen versucht den Zusammenbruch etlicher Komunen bis zur Wahl aufzuschieben?
Stinkt doch bis zum Himmel

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×