Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.04.2013

21:38 Uhr

Geplante Anleihe

Apple will den Kapitalmarkt anzapfen

VonNils Rüdel

Apple will den Kapitalmarkt anzapfen, um seine Versprechen an die Aktionäre einzulösen. Nach US-Medienberichten ist nun der Startschuss gefallen. Beteiligt an dem spektakulären Deal ist demnach auch die Deutsche Bank.

Apple startet Anleihe-Aktion: „Wir würden wahrscheinlich zuschlagen“. dpa

Apple startet Anleihe-Aktion: „Wir würden wahrscheinlich zuschlagen“.

New YorkApple macht Ernst mit seinem Plan, erstmals in 17 Jahren den Kapitalmarkt anzuzapfen. Der Technologiekonzern hat am Montag den Startschuss für eine der spektakulärsten Anleihe-Aktionen des Jahres gegeben, wie aus einem Dokument an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht.
Zugleich begannen die Investmenthäuser Deutsche Bank und Goldman Sachs am Montag damit, im Auftrag von Apple Telefonkonferenzen mit Investoren zu organisieren, wie die Finanznachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters berichteten.

Die beiden Banken beraten demnach den Konzern aus Kalifornien federführend bei den geplanten Anleihen. Laut Bloomberg begleitet Goldman Apple bereits seit einigen Jahren, die Deutsche Bank wiederum hatte dem Konzern bei der Übernahme von Next Computer im Jahr 1997 geholfen.

Die Evolution des iPhone

iPhone - die erste Generation

Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

iPhone 3G

Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

iPhone 3GS

Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

iPhone 4

Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

iPhone 4S

Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

iPhone 5

Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

iPhone 5C und 5S

Das iPhone 5c und das iPhone 5s waren die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

Weder die Deutsche Bank noch Goldman wollten sich gegenüber den US-Medien zu den Berichten äußern. Auch ein Apple-Sprecher kommentierte den Vorgang nicht und ließ offen, wann und in welcher Höhe die Anleihen platziert werden sollen.

In der vergangenen Woche hatte Apple angekündigt, demnächst am Markt Schulden aufnehmen zu wollen. Der Plan hatte überrascht, schließlich ist der erfolgsverwöhnte Hersteller von iPhones, iPads und iPods bislang schuldenfrei und sitzt auf einem Cash-Berg von 145 Milliarden Dollar.

Kurz vor Quartalszahlen: Apple-Aktie rutscht unter 400 Dollar

Kurz vor Quartalszahlen

Apple-Aktie rutscht unter 400 Dollar

Die Apple-Aktie fällt auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr.

Davon sind jedoch laut Schätzungen von Analysten nur rund 45 Milliarden direkt verfügbar – der Rest befindet sich im Ausland und wäre nur mit einem beträchtlichen Steuersatz in die USA zurückzuholen, wie Finanzvorstand Peter Oppenheimer vergangene Woche bei der Vorlage der Quartalszahlen erklärte.

Deshalb ist es für Apple günstiger, sich das fehlende Geld zu leihen – vor allem auch in Zeiten niedriger Zinsen. Der Konzern benötigt rund 100 Milliarden Dollar, um die versprochene Erhöhung der Dividende und das geplante Aktien-Rückkaufprogramm zu finanzieren. Dazu hatten Aktionäre Apple-Chef Tim Cook schon lange gedrängt.

Die wichtigsten Akteure bei Apple

Tim Cook

Apple-Gründer Steve Jobs holte den Computermanager Tim Cook 1998 zu Apple und vertraute ihm die Führung des operativen Geschäfts an. Der Südstaatler mit der weichen Stimme ordnete die Produktions- und Vertriebskette radikal neu und machte Apple zu einer effizienten Geldmaschine, die Jobs’ kühne Visionen umsetzen kann. Im August 2011 übernahm der heute 51-jährige Cook permanent die Konzernführung. Er setzte eigene Akzente: Apple ist merklich offener in der Kommunikation geworden, auch was die Arbeitsbedingungen bei seinen chinesischen Zulieferern angeht. Ein revolutionäres Produkt wie das iPhone hat er bislang aber nicht vorstellen können.

Jony Ive

Der britische Designer Jonathan „Jony“ Ive stieß schon Anfang der 90er-Jahre zu Apple. Doch erst als Jobs 1997 wieder die Führung übernahm, blühte Ive voll auf. Seine Abteilung bekam größere Räume in einem Hochsicherheitstrakt des Hauptquartiers und die Lizenz zum Experimentieren. Aus Ives Labor stammen Innovationen wie die aktuellen Notebooks aus einem Stück Aluminium sowie das schlichte Design von iPhone, iPad und Mac. Viele Beobachter sehen am ehesten Ive als Jobs-Nachfolger, was die Zukunftsvisionen angeht. In seiner aktuellen Rolle als Verantwortlicher für das Design von Geräten wie auch der Software kommt er dieser Führungsrolle nahe.

Eddy Cue

Der Manager ist „Feuerwehrmann“ für brenzlige Angelegenheiten. Der Chef der iTunes-Plattform musste bereits den schlecht gestarteten Speicherdienst MobileMe retten – und machte die funktionierende iCloud daraus. Er soll auch die misslungenen Apple-Karten fit machen und den oft kritisierten persönlichen Assistenten Siri verbessern. Schon 2011 bekam Cue die Führung des gesamten Bereichs Internet-Software und Dienste übertragen. Damit ist er Chef über den iTunes Store, den App Store und den Büchershop iBooks. Mit dem Online-Speicher iCloud zeichnet er für einen Schlüsselbereich für die Zukunft von Apple verantwortlich.

Phil Schiller

Der „Senior Vice President“ für Marketing übernimmt stets die Präsentation der neuen Geräte – vom iPhone 5 bis zum iPad mini. Alle neuen erfolgreichen Produkte von Apple sind unter Schillers Regie vermarktet worden. Firmenchef Tim Cook tritt bei Produktvorstellungen meist in den Hintergrund und überlässt die Präsentation Schiller.

Einige Experten erwarten nun, dass sich Investoren um eine Apple-Anleihe reißen würden. „Wir würden wahrscheinlich zuschlagen“, sagte Matt Brill, Portfolio-Manager bei ING Investment Management, dem „Wall Street Journal“. Apple begebe zum ersten Mal Anleihen, außerdem sei es eine „sehr starke Marke“.

Der Konzern verpasste zuletzt allerdings knapp die Bestnoten der Ratingagenturen, nachdem sich das rapide Wachstum abgekühlt hatte. Im vergangenen Quartal war der Gewinn erstmals seit zehn Jahren zurückgegangen. Zudem war in den vergangenen Monaten der Aktienkurs abgestürzt, von mehr als 700 Dollar auf zuletzt unter 400 Dollar. Am Montagnachmittag lag das Papier knapp vier Prozent im Plus bei 432 Dollar.

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

OLANGE

29.04.2013, 22:37 Uhr

...um so noch billiger an das Papier heran zu kommen?
Was haben die Anleger geträumt davon, diese Aktie noch einmal günstig kaufen zu können und jetzt vergeben sie die Chance schon wieder. Was hat sich denn geändert an der Substanz des Unternehmens? Eben gar nichts! Die Substanz des Unternehmens ist genau so wie sie bei einem Kurs von 700 Dollar war, oder ?? OLange

Dream_your_dream

29.04.2013, 22:57 Uhr

Träum weiter.

Als Apple vor etwa 6 Monaten beginnen mußte Werbung zu schalten, damit sie ihre iScheisse an die letzten Jünger loszuwerden, war spätestens klar, daß man am Dead End angekommen war.

Die Margen werden geringer, die Produkte sind ausgereizt, die Nachfrage-Resonanz sinkt, die Verschuldung der Massen, usw., usw.

Also, vor 700 sehen wir eher die 150 Dollar wieder.

Die Kiste ist durch ... definitiv.

Aeon80

29.04.2013, 23:50 Uhr

http://www.handelsblatt.com/finanzen/aktien/aktien-im-fokus/aktie-im-fokus-experten-sehen-apple-aktie-ueber-1-000-dollar/6536144.html

LOL ;)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×