Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.07.2013

17:36 Uhr

Geplante Kapitalerhöhung

Solarworld-Chef wirbt für sein Rettungskonzept

Solarworld-Gründer Frank Asbeck kämpft um sein Unternehmen. Bei der ersten von zwei Hauptversammlungen gab es für seinen Rettungsplan eines scharfen Schuldenschnittes Kritik, aber auch Lob von den Aktionären.

Aktionäre besuchen die außerordentliche Hauptversammlung der Solarworld AG. Ihre Reaktionen auf die Rede des Firmenchefs Asbeck fielen sehr unterschiedlich aus. dpa

Aktionäre besuchen die außerordentliche Hauptversammlung der Solarworld AG. Ihre Reaktionen auf die Rede des Firmenchefs Asbeck fielen sehr unterschiedlich aus.

BonnSolarworld-Chef Frank Asbeck hat am Donnerstag bei den Aktionären für seinen Rettungsplan eines scharfen Schulden- und Kapitalschnittes geworben. Die außerordentliche Hauptversammlung war nötig geworden, weil der Solarmodulhersteller sein Eigenkapital aufgezehrt hat. Die Aktionäre hätten auf Asbecks Rede sehr unterschiedlich reagiert, teils mit Kritik, aber auch mit Verständnis, berichteten Teilnehmer. Ein Beschluss über den Rettungsplan wurde nicht gefasst. Er steht am 7. August an. Solarworld leidet unter der chinesischen Billigkonkurrenz und ist mit über 900 Millionen Euro verschuldet.

Zunächst müssen am 5. und 6. August die Gläubiger zweier millionenschwerer Solarworld-Anleihen dem Verlust von 55 Prozent ihrer Forderungen zustimmen. Lehnt eine dieser Versammlungen ab oder kommt das Teilnahmequorum von jeweils 25 Prozent nicht zustande, dürfte die Insolvenz nach Einschätzung aus Branchenkreisen kaum mehr abzuwenden sein. Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) steht den Rettungsversuchen positiv gegenüber. „Das ist immer besser als eine Insolvenz, die für die Aktionäre meist Totalverlust heißt“, sagte ein Sprecher.

Allerdings müssten alle Aktionäre die Möglichkeit bekommen, bei der geplanten Kapitalerhöhung nachzukaufen. Asbeck plant, für rund 10 Millionen Euro nachzukaufen und ein Großinvestor aus Katar will dem Unternehmen unter die Arme greifen. Andere Aktionäre werden nach jetzigem Stand dagegen durch einen sogenannten Bezugsrechtsausschluss am Nachkaufen gehindert. Den Aktionären dürfe die Entscheidung über ein Aufstocken ihre Anteile nicht verweigert werden, forderte die DSW.

Von

dpa

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

IsaakNewton

11.07.2013, 17:52 Uhr

Noch mehr Kapital zu vernichten macht doch keinen Sinn.

Account gelöscht!

11.07.2013, 18:24 Uhr

Da hätte er wohl wesentlich früher richtig kämpfen müssen.
Aber das eigene Hemd sitzt näher als die Jacke jedes Anderen.

fcm

16.07.2013, 14:01 Uhr

Ich frage mich, ob ich der einzige bin, der sich die Mühe gemacht hat zu überprüfen, wer diese ominöse Großinvestor aus Katar ist. Nirgends, in keiner Zeitung steht, dass die Quatar Solar Technologies ein Unternehmen ist, das Silizium für Solarzellen produziert, und dass an diesem Unternehmen Solarworld selbst mit 30% beteiligt ist. Die sitzen in einer sehr ähnlichen Wertschöpfungsposition wie Solarworld selbst und dürften vom Preisverfall EXAKT genauso betroffen sein. Wenn man sich auf der Website das Board of Directors anguckt, grinst einem wer entgegen? Na? Hat jemand einen Tipp? Frank A. himself, der sich wie Münchhausen selbst aus dem Sumpf ziehen will!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×