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19.06.2013

17:04 Uhr

Geschäft mit Firmenanleihen stockt

Anleger wollen mehr Geld sehen

Weltweit geht die Emission von neuen Unternehmensanleihen zurück. Investoren rund um den Globus fordern mit Vehemenz höhere Renditen. Allmählich steigen die Zinsen auch wieder. Worauf Anleger achten sollten.

Euro-Münzen: Viele Anleihen enttäuschen die Investoren. dpa

Euro-Münzen: Viele Anleihen enttäuschen die Investoren.

Die Zinsen sind weltweit im Keller. Trotzdem sind die Finanzierungskosten für die Unternehmen - von den kreditwürdigsten bis zu den bonitätsschwächsten - die sechste Woche in Folge gestiegen. Aktuell beträgt der Zins laut Bank of America Merrill Lynch im Schnitt 3,79 Prozent. Finanzvorstände staunen: Das ist die längste Phase steigender Renditen seit 2008.

In Anbetracht der höheren Finanzierungskoten hat der brasilianische Anlagenbauer Odebrecht in der vergangenen Woche eine geplante Anleihe zurückgestellt. Der US- amerikanische Kerzenhersteller Yankee Candle sagte eine Emission ab. Weltweit sank das Emissionsvolumen in der Woche bis zum 14. Juni laut Nachrichtenagentur Bloomberg auf ein Fünf-Monats-Tief von 43,2 Milliarden Dollar. Der wöchentliche Durchschnitt für dieses Jahr liegt dagegen bei 80,7 Milliarden Dollar.

Rat von den US-Großbanken: Raus aus Anleihen, rein in Aktien!

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Raus aus Anleihen, rein in Aktien!

JP Morgan, Goldman Sachs und andere Großbanken raten ihren Kunden umzuschichten. Anleihen seien zu anfällig für die Politik der Fed. Aktien seien die bessere Alternative. Doch auch diese hängen am Tropf der Notenbanken.

Sechs Wochen, nachdem sich die Unternehmen die niedrigsten Zinsen aller Zeiten sichern konnten, schwindet die Emissionstätigkeit, denn die Investoren gehen von einem Anstieg des Renditeniveaus aus. Auslöser waren Gedankenspiele der US-Notenbank Federal Reserve, ihre monatlichen Anleihekäufe im Gesamtvolumen von 85 Milliarden Dollar zu reduzieren.

Das veranlasste Anleihe-Fonds aus Festverzinslichen auszusteigen und sorgte für den zweiten monatlichen Verlust bei den Schuldverschreibungen von Unternehmen. Die bislang erzielten Gewinne in diesem Jahr sind damit weggeschmolzen.

“Viele Leute sind auf dem falschen Fuß erwischt worden”, sagt Kathy Jones, Strategin für Festverzinsliche bei Charles Schwab in New York. Die Emittenten “sehen eine große Volatilität und niemand will die Konditionen in einem relativ illiquiden Markt festlegen”, ergänzte sie.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

19.06.2013, 17:27 Uhr

"Investoren rund um den Globus fordern mit Vehemenz höhere Renditen."
Dann sollten sies vielleicht mal mit Arbeiten versuchen.

Man darf bei den Zockern nicht vergessen, dass sie ja nicht investieren, sondern nur kassieren wollen.

Dazu wird zuerst die Belegschaft betrogen, dann die Zulieferer gedrückt und schlussendlich sind die Kunden die Leidtragenden, wenn sie nur noch miese Produkte bekommen. Nicht zu vergessen auch die Bürger durch den Betrug an Steuern, die in Steueroasen gedrückt werden.

Das ist die Realität. Denn abgesehen von allen möglichen Buchhaltertricks ist eine Steigerung der Produktivität um über 5% /Jahr im Allgemeinen realitätsfremd.

Im Mittelalter waren die Geldverleiher das niedrigste und schlechtest angesehenste Gesindel. Ich glaube wir sollten bei den heutigen "Investoren" wieder zu einer solchen Betrachtungsweise zurückfinden!

heine

19.06.2013, 18:01 Uhr

Sehr guter Kommentar. Volle Zustimmung. Ich ärgere mich schon lange über die Schönfärberei 'Anleger/Investor' für ordinäre Zocker.

Account gelöscht!

19.06.2013, 18:54 Uhr

*Plopp*?

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