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05.09.2011

19:13 Uhr

Gesetzentwurf

EU will Derivatehandel an die Börse zwingen

Bisher wird ein Großteil des Derivatehandels bilateral zwischen den Geschäftspartnern abgewickelt. Die EU-Kommission will das beenden. Eine Verpflichtung zum Derivatehandel an den Börsen soll die Kontrolle erleichtern.

Die Frankfurter Börse in Frankfurt am Main. dpa

Die Frankfurter Börse in Frankfurt am Main.

Brüssel/LondonIn der EU sollen nach einem Gesetzentwurf künftig grundsätzlich alle Derivate über Börsen gehandelt werden. Die Börsenhandelspflicht werde für Banken ebenso wie für Unternehmen gelten, die Derivategeschäfte abschließen, geht aus dem Entwurf zur Revision der EU-Finanzmarkt-Richtlinie Mifid hervor.

Über Ausnahmen davon solle die Börsenaufsicht ESMA gemeinsam mit der EU-Kommission in Einzelfällen entscheiden. Unternehmen, die sich mit Derivaten vornehmlich gegen Preisveränderungen absichern und nicht mit ihnen spekulieren, fordern, von der Handelspflicht ausgenommen zu werden. Bisher wird ein Großteil des Derivatehandels, der weltweit ein Volumen von schätzungsweise 600 Billionen Euro hat, bilateral zwischen den Geschäftspartnern abgewickelt. Als Lehre aus der Finanzkrise soll das nach Verabredung der führenden Industrie- und Schwellenländer künftig geändert werden, damit die Finanzaufsicht mehr Kontrolle ausüben und Krisen besser vorbeugen kann.

Die Gesetzesrevision würde der Börsenaufsicht ermöglichen, Grenzen für Handelspositionen zu verhängen - sei es bei bereits gehandelten Derivaten oder schon bevor die Finanzpapiere auf den Markt kommen. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier will die Reform der Richtlinie im Oktober vorlegen. Bei den Verhandlungen zwischen Europäischem Parlament und EU-Staaten über neue Regeln für den gesamten Wertpapierhandel werden heftige Diskussionen erwartet.

Bor allem die großen EU-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien werden sehr auf die Interessen ihrer Börsenplätze achten. So müssten die Deutsche Börse und andere Handelsbetreiber, die neben dem Handel auch das Clearing von Wertpapiergeschäften anbieten, mehr Wettbewerb bei der Verrechnung und Abwicklung der Transaktionen zulassen. Die Mifid-Reform zielt außerdem darauf ab, die Kosten im Aktienhandel zu senken. So sollen Börsen und Handelsplattformen dazu verpflichtet werden, Kurse maximal 15 Minuten nach Abschluss eines Handels kostenlos zu veröffentlichen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Pendler

05.09.2011, 19:55 Uhr

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