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09.03.2004

07:02 Uhr

Gesund geschrumpft

Die Aktie von Ericsson entwickelt sich zum Renner

VonHelmut Steuer

So fröhlich hat man ihn lang nicht mehr gesehen: Der Chef des schwedischen Telekommunikationsausrüsters Ericsson, Carl-Henrik Svanberg, wirkte auf der gerade zu Ende gegangenen Mobilfunkmesse in Cannes entspannt. Und es scheint sogar eine Art Rollentausch in der Branche gegeben zu haben

STOCKHOLM. Während der Chef des weltweit größten Handyherstellers Nokia, Jorma Ollila, in letzter Zeit ob der wachsenden Zahl ernsthafter Handy-Konkurrenten immer ernster dreinschaut, lockert sich die Mine von Svanberg immer mehr. Ericsson hat nach mehrjähriger Talfahrt, die den Konzern sogar an den Rand des Zusammenbruchs brachte, das Schlimmste hinter sich. Mehr noch, Analysten und Aktionäre sehen zum Teil das Potenzial für ordentliche Kursgewinne. Allerdings ist die Zukunft des nach Börsenwert mittlerweile wieder größten schwedischen Unternehmens eng an die Erholung der gesamten Telekom-Branche gekoppelt. Läuft etwas nicht so wie prognostiziert, dürfte die Reaktion an der Börse hart sein.

Hauptgrund für die Wende bei Ericsson sind drastische Sparmaßnahmen in den vergangenen drei Jahren sowie ein Ende des Investionsstaus bei den großen Telekom-Konzernen. Sie hatten wegen der enormen Schuldenlast, die unter anderem durch die teuren Lizenzen für den Mobilfunkstandard UMTS verursacht wurden, den Ausbau ihrer Mobilfunknetze stark gedrosselt. Doch jetzt schaut die Branche wieder optimistischer in die Zukunft.

Ericsson ist die unangefochtene Nummer 1 in der Welt bei Mobilfunknetzen. Wird in die Technik investiert, merkt Ericsson das direkt in den Auftragsbüchern. Deshalb hat Svanberg in den vergangenen Monaten das Lachen wieder entdeckt. Zuvor hatte er jedoch ein Sparprogramm durchgesetzt, dass in Schwedens Wirtschaftsgeschichte bislang einmalig ist: Von ursprünglich mehr als 110 000 Mitarbeiten wird das Unternehmen bis Ende des Jahres auf unter 50 000 Mitarbeiter geschrumpft sein.

Die Aktionäre konnten sich freuen: Die Aktie des Stockholmer Unternehmens zählte zu den absoluten Gewinnern im vergangenen Jahr, und seit Anfang dieses Jahres ist sie erneut um 78 % gestiegen. Nachdem mehrere Investmentbanken den Konzern schon angezählt hatten, haben die Experten nun in rührender Einmütigkeit ihre Empfehlungen und Kursziele für Ericsson nach oben revidiert.

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