Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.08.2014

03:06 Uhr

Gewinn verdreifacht

Alibaba wird zur Zitterpartie für Amazon

VonAxel Postinett

Mit einem Gewinnsprung unterstreicht der chinesische Online-Gigant Alibaba vor dem Börsengang noch einmal seinen Machtanspruch in der digitalen Welt. Zittern muss vor allem Amazon.

Im Firmensitz von Alibaba spielt ein Mann Snooker. Der chinesische Onlinehändler verbucht enorme Gewinnzuwächse. Reuters

Im Firmensitz von Alibaba spielt ein Mann Snooker. Der chinesische Onlinehändler verbucht enorme Gewinnzuwächse.

San FranciscoAmazon? Davor hat Jack Ma keine Angst. Der Mitgründer und CEO von Alibaba hat starke Zahlen im Rücken: Aus einem Umsatz von umgerechnet 2,5 Milliarden Dollar im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwirtschaftete der chinesische Onlinehändler einen Nettogewinn von zwei Milliarden Dollar.

Zum Vergleich: Amazon hatte Ende Juli bei 19,34 Milliarden Dollar Umsatz einen Nettoverlust von 126 Millionen Dollar ausgewiesen und erwartet für das laufende Quartal einen operativen Verlust von 400 bis 800 Millionen Dollar. Trotzdem kaufte Amazon-CEO Jeff Bezos am Dienstag noch einmal kräftig ein: Eine Milliarde Dollar legt er für den Videospiele-TV-Sender Twitch auf den Tisch. Mit Einkäufen hält sich Jack Ma hingegen vornehm zurück. Noch jedenfalls.

Hochfliegende Kurse, tieffliegende Gewinne. Das sind die Markenzeichen von Amazon aus Seattle. Doch fette Gewinne sind im Onlinehandel keine Utopie, stellt der chinesische Herausforderer Alibaba mit seinen Quartalszahlen nur Wochen vor seinem mit Spannung erwarteten Börsengang klar.

Während Amazon angesichts seiner schieren Größe nur noch verhalten wächst, holt Alibaba kräftig auf - mit einem Umsatzplus von 46 Prozent. Besonders beeindruckend: Rund ein Drittel des Brutto-Warenumsatzes von 296 Milliarden Dollar wickelt Alibaba über Smartphones oder Tablets ab. Ein Jahr zuvor waren es gerade mal zwölf Prozent.

Das werden die Banker bei der „Roadshow“, die voraussichtlich kommende Woche beginnt, gerne hören. Bei der Tour durch amerikanische Finanzzentren wird CEO Ma den potenziellen Investoren darlegen, wie er das Schicksal von Facebook zu vermeiden gedenkt.

Die Aktie des sozialen Netzwerks kollabierte nach dem 16-Milliarden-Dollar Börsengang, weil Gründer und CEO Mark Zuckerberg einräumen musste, seine Firma habe das mobile Internet verschlafen. In einem Gewaltakt krempelte er Facebook danach komplett um.

Es ist klar, welche Botschaft Jack Ma vermitteln wird: „Keine Sorge, das haben wir längst hinter uns“. Schließlich liegt die Zahl der monatlich aktiven Alibaba-Nutzer per Smartphone oder Tablet bei 188 Millionen, einer Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×