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17.01.2006

17:00 Uhr

Gewinnmitnahmen belasten

SMI: Händler sehen Einstiegs-Dellen

Die Schweizer Aktien haben am Dienstag unter Gewinnmitnahmen gelitten und auf breiter Front nachgegeben. Händler sagten, die Marktteilnehmer hätten die Spannungen im Mittleren Osten, den hohen Ölpreis und die Verluste der japanischen Börsen als Anlass genommen, einen Teil der Gewinne einzufahren.

HB ZÜRICH. Manche Händler sprachen daher von vorgeschobenen Gründen. Andere sagten, die Stimmung sei weiter gut und solche Dellen sollten eher als Einstiegsgelegenheiten genützt werden. Schliesslich seien die Unternehmensberichte bisher meist erfreulich ausgefallen. Da aber am Vortag in den USA die Finanzmärkte feiertagsbedingt geschlossen waren, fehlten einfach die Vorgaben, hiess es.

Der SMI notierte kurz vor Schluss um 0,56 Prozent tiefer mit 7792,02 Punkten. Von den 27 Blue Chips gaben 23 nach, drei legten zu und einer war stabil. Händler sahen den SMI weiter in einer Spanne zwischen 7720 und 7850 Punkten. Am Vortag hatte der SMI noch ein Mehrjahreshoch erreicht und der breite SPI war gar auf ein Allzeithoch gestiegen. Der SPI gab 0,63 Prozent nach auf 5902,22 Zähler.

Unterstützung kam von Schwergewicht Novartis. „Es scheint, als ob Novartis Gold gefunden hätte“, sagte ein Händler. Die Aktien des Pharmakonzerns legten vorübergehend bis auf 72,05 sfr zu, den höchsten Stand seit rund 4-1/2 Jahren. Händler verwiesen auf den am Donnerstag anstehenden Jahresbericht von Novartis. Die Erwartungen seien hoch, hiess es. Spekuliert wurde auch über ein Aktienrückkaufprogramm, was auch als Zeichen dafür gewertet würde, dass der Konzern Serono nicht kaufen wolle. „Und genau das stützt Novartis“, sagte ein Händler. Allerdings hat Novartis noch ein Rückkaufprogramm, das noch nicht voll ausgeschöpft wurde. Ein weiteres sei zudem bereits bewilligt. „Wozu also noch ein Programm?“, fragte ein Händler. Serono verloren 1,2 Prozent. Roche gaben minimal nach.

Negativ zu Buche schlugen die Aktien von Schwerstgewicht Nestle, die über ein Prozent einbüssten. Händler sagten, Nestle scheine kurzfristig ausgereizt. Auch Lindt litten unter Gewinnmitnahmen. Dafür legten Barry Callebaut mit Unterstützung verschiedener Kaufstudien 1,9 Prozent zu. Händler schlossen Umschichtungen nicht aus.

Die Aktien des Warenprüf- und Inspektionskonzerns SGS legten zunächst als Reaktion auf das unerwartet gute Jahresergebnis über zwei Prozent zu. Dann schmolz der Gewinn mangels Anschlusskäufen und wegen Gewinnmitnahmen ab und lag noch um 1,2 Prozent im Plus bei 1179 sfr. Händler erwarteten aber in den kommenden Tagen wieder deutlich höhere Kurse. SGS steigerte den Gewinn 2005 um einen Drittel auf 371 Millionen sfr. SGS will eine Dividende von 31 sfr je Aktie ausschütten und zusätzlich eine Nennwertrückzahlung von 19 sfr vornehmen.

Im Verlauf rutschten die Finanzwerte trotz positiver Analystenkommentare zunehmend in die Verlustzone. UBS, Credit Suisse und Julius Bär verloren rund ein Prozent. Die Deutsche Bank hat das Kursziel für CS und UBS angehoben und die Kaufempfehlung bekräftigt, Bär aber aus Bewertungsgründen auf „hold“ von „buy“ zurückgestuft. Credit Suisse wiederum erhöhte das Kursziel für UBS und Lehman nimmt die Abdeckung von UBS mit „equal-weight“ wieder auf.

Bei den Versicherungen verloren Baloise, Swiss Re und Swiss Life rund 1,5 Prozent. Zurich, von Merrill Lynch als eine der günstigsten Aktien bezeichnet, machte im Verlauf einen Teil der Abgaben wett, lag aber noch um 0,8 Prozent zurück.

Helvetia Patria hingegen legten gut zwei Prozent zu. Händler verwiesen auf die Analystenpräsentation im Zusammenhang mit der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS, die deutlich positive Auswirkungen auf Helvetia habe.

Converium setzten nach den Einbussen vom Vortag den Abwärtstrend um 0,69 Prozent fort auf 14,35 sfr. Odey Asset Management LLP hat die Beteiligung am Rückversicherer auf 5,3 von 11,2 Prozent verringert, will den Anteil allerdings nicht weiter reduzieren. Am Vortag hatte Citigroup 8,5 Millionen Aktien des Rückversicherers zu 14,50 sfr platziert.

Auch die zyklischen Werte neigten zur Schwäche. ABB, Syngenta, Clariant, oder Ciba verloren gegen zwei, Kudelski, Holcim und Swisscom ein Prozent.

Lonza schwächten sich um 0,3 Prozent ab. Lonza hat von der belgischen UCB die Bioproducts Manufacturing Division für 120 Millionen Euro übernommen.

Swatch gaben 1,5 Prozent auf 200 sfr nach, obwohl Credit Suisse das Kursziel für den Uhrenkonzern auf 230 von 200 sfr erhöht und die Empfehlung „outperform“ bestätigt hat.

Von Roll steigerte Umsatz und Auftragseingang. Die Aktien stiegen um ein Prozent.

Die zum Spezialpapierhersteller Baumgartner gehörende Elco Papier AG verkauft ihr Lager in Wikon an die Logistikfirma Planzer für 12,4 Millionen sfr. Baumgartner hatte den Verkauf im Dezember angekündigt. Die Aktie stieg um 7,5 Prozent.

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