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18.07.2013

03:25 Uhr

Goldman Sachs

Millionen-Geldbuße für Insiderhändler

Er verriet Firmengeheimnisse aus Sitzungen bei Goldman Sachs und wurde dafür zu einer Haftstrafe verurteilt. Nun muss Ex-McKinsey-Chef Rajat Gupta wegen Insiderhandels auch noch fast 14 Millionen Dollar zahlen.

Ein Gericht in New York verurteilte Rajat Gupta, ehemaliger Chef der Unternehmensberatung McKinsey, am Mittwoch zur Zahlung von 13,9 Millionen Dollar. Reuters

Ein Gericht in New York verurteilte Rajat Gupta, ehemaliger Chef der Unternehmensberatung McKinsey, am Mittwoch zur Zahlung von 13,9 Millionen Dollar.

New YorkDie US-Börsenaufsicht SEC hat eine hohe Geldbuße gegen Rajat Gupta erwirkt, einen der prominentesten Insiderhändler der Wall Street. Ein Gericht in New York verurteilte den ehemaligen Chef der Unternehmensberatung McKinsey am Mittwoch zur Zahlung von 13,9 Millionen Dollar, weil er Firmengeheimnisse verraten habe. Zudem wurde ihm verboten, jemals wieder in gehobenen Positionen in börsennotierten Unternehmen zu arbeiten.
Der 64-Jährige war bereits im Juni vergangenen Jahres zu zwei Jahren Gefängnis und zur Zahlung von fünf Millionen Dollar verurteilt worden. Er ist allerdings auf freiem Fuß, so lange noch nicht über seine Berufung entschieden ist. Der Richterspruch vom Mittwoch erging in einem parallel laufenden Zivilverfahren, das die SEC angestoßen hatte.
Gupta gilt als eine der zentralen Figuren im größten Insiderhandels-Skandal um Raj Rajaratnam, Gründer des Hedgefonds Galleon Group. Die beiden Männer waren befreundet, und nutzten diese Freundschaft nach Ansicht des Gerichts, um sich zu bereichern.
Als langjähriger McKinsey-Chef hatte Gupta zahlreiche Kontakte sammeln können, die ihm unter anderem Posten in den Verwaltungsräten der Investmentbank Goldman Sachs, des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble und der Fluglinie American Airlines einbrachten. Dadurch erhielt er Einblicke in viele Firmengeheimnisse, die er dann an Rajaratnam weitergab.
So soll Gupta unter anderem im Jahr 2008 Details über den Einstieg von Warren Buffett bei Goldman Sachs sowie nichtöffentliche Details über Quartalszahlen verraten haben. Rajaratnam war bereits im Jahr 2011 zu elf Jahren Gefängnis und hohen Geldstrafen verurteilt worden. In einem parallelen Zivilverfahren, das die SEC angestrengt hatte, musste der Milliardär die Rekordsumme von 92,8 Millionen Dollar zahlen.

Das Urteil gegen Gupta vom Mittwoch sende eine „klare Botschaft“ an andere Verwaltungsdirektoren, sagte SEC-Strafverfolger George Canellos laut einer Mitteilung. „Wer seine Position missbraucht, indem er zur persönlichen Bereicherung vertrauliche Informationen über eine Firma mit Freunden oder Geschäftspartnern austauscht, wird mit voller Härte von der SEC verfolgt werden“.
Guptas Strafurteil im Oktober hätte auch höher ausfallen können. Der Richter hatte es damals als strafmildernd gewertet, dass sich der Angeklagte sozial engagierte. Gupta unterstützte den Kampf gegen Malaria in Afrika und setzte sich für sozial benachteiligte Jugendliche ein.
Seit einigen Jahren macht auch die US-Justiz verstärkt Jagd auf Insiderhändler an der Wall Street. Gupta und Rajaratnam gehören zu den bislang prominentesten Namen. Auch der Hedgefonds SAC Capital Advisors musste im Rahmen eines Vergleichs mit der US-Börsenaufsicht SEC wegen des Vorwurfs von Insiderhandel jüngst mehr als 600 Millionen Dollar zahlen. Erst Anfang Juni wurde in New York zudem ein Mitarbeiter eines Apple-Zulieferers zu einer Geldbuße verurteilt, weil er der geheime Firmenpläne an Aktienhändler verraten hatte.

Kommentare (1)

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kraehendienst

18.07.2013, 05:32 Uhr

"Zudem wurde ihm verboten, jemals wieder in gehobenen Positionen in börsennotierten Unternehmen zu arbeiten." - Verurteilung zum lebenslangen Tellerwäscher auf Mc-Avenue wäre das Tüpfelchen auf dem "i" gewesen; diese Leute wissen garnicht, was ARBEITEN ist.

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