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24.07.2015

12:37 Uhr

Goldman Sachs & Co.

Haben US-Großbanken den Bondmarkt manipuliert?

Mehrere Institute - darunter JPMorgan Chase, Goldman Sachs und Deutsche Bank – stehen erneut im Visier der Aufsichtsbehörden. Sie sollen den Handel mit US-Staatsanleihen auf Kosten der Kunden manipuliert haben.

Der US-Bondmarkt ist 12,7 Milliarden Dollar schwer. Nicht alle Marktteilnehmer haben dort offenbar die gleichen Chancen. Reuters

Goldman Sachs

Der US-Bondmarkt ist 12,7 Milliarden Dollar schwer. Nicht alle Marktteilnehmer haben dort offenbar die gleichen Chancen.

New York/DüsseldorfDie Bankenbrache ist kein unbeschriebenes Blatt, was mutwillige Marktmanipulationen angeht - der Liborskandal ist nur ein Beispiel dafür. Nun sollen 22 US-Finanzfirmen - darunter auch die Großbanken Goldman Sachs, JPMorgan Chase und die Bank of America Auktionen am US-Staatsanleihenmarkt zu ihren Gunsten beeinfluisst haben. Auch europäische Finanzinstitute HSBC, Credit Suisse und die Deutsche Bank sind unter den Verdächtigen.

Investoren klagen, weil sie sich durch das Vorgehen der Großbanken hintergangen fühlen. Der Bostoner Pensionsfonds für Staatsangestellte wirft den Händlern vor mit Hilfe von Chatrooms und Kurznachrichten die Gebote bei Auktionen für US-Staatsanleihen, welche sie an andere Investoren weiterverkauften, künstlich hochgetrieben zu haben.

Zugleich sollen sie die Preise, die sie für die Anleihen zahlen mussten, auf gleichem Wege gedrückt haben. Am Donnerstag hat der Fonds eine Beschwerde beim Bundesgericht in Mahattan eingelegt: „Das Vorgehen der Finanzfirmen hat ihren Profit auf Kosten ihrer Kunden und anderer Marktteilnehmer maximiert”, heißt es in der Beschwerde.

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Es ist nicht der einzige Skandal, der die Aufsichtsbehörden in den USA derzeit beschäftigt. Erst vor Kurzem hatten die Aufseher Großbanken zu Strafen von insgesamt sechs Milliarden US-Dollar verurteilt - wegen Manipulationen am Währungsmarkt. Auch die Deutsche Bank musste zahlen.

Nun nehmen die Behörden den 12,7 Billionen-Dollar schweren US-Anleihenmarkt ins Visier. Das Problem scheint das Auktionsverfahren zu sein. Die US-Staatsanleihen werden per Auktion versteigert. Schon vorher können Händler ihre Gebote abgeben. Doch offenbar haben einige von ihnen auch die Gelegenheit, bereits Stunden vor der eigentlichen Auktion Informationen zu diesen Geboten zu erhalten - und diese für sich zu nutzen.

Zu den Vorwürfen des Bostoner Pensionsfonds wollten bislang keine der beschuldigten Großbanken Stellung beziehen.

Kommentare (6)

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Herr Gerd Kintzel

24.07.2015, 12:04 Uhr

Gewohnheitskriminelle werden ihr Verhalten so schnell nicht ändern - es sei denn, man sperrt sie weg. Aber wer legt sich auch schon mit Günstlingen des Himmels wie Lloyd Blankfein an, der doch nach eigener Aussage "nur Gottes Werk tut"......

Herr Domenik D

24.07.2015, 12:42 Uhr

An die Redaktion:

12,7 Billionen-Dollar
oder
12,7 Milliarden Dollar?

Frau Annette Bollmohr

24.07.2015, 12:55 Uhr

Egal.

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