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06.01.2005

14:07 Uhr

Goldman Sachs und Deutsche Bank betreuen die Transaktion

Cognis will mit Anleihe Zeitdruck von IPO nehmen

Das ehemals zum Konsumgüterkonzern Henkel gehörende Spezialchemie-Unternehmen Cognis will mit einer 500 Millionen Euro schweren Anleihe Zeitdruck von seinem geplanten Börsengang nehmen, ohne seine Aktionäre länger auf Erlöse warten zu lassen.

HB FRANKFURT. „Wir haben jetzt rein wirtschaftlich die Möglichkeit, länger mit dem Börsengang zu warten“, sagte Cognis-Finanzchef Arnold Kiel der „Financial Times Deutschland“ (Donnerstagausgabe). „Wir können in aller Ruhe die richtige Exitstrategie verfolgen. Jetzt tickt die Zeitkostenuhr nicht mehr.“ Die Transaktion habe aber keinen Einfluss auf den Zeitplan für den Börsengangs. Einen konkreten Termin hat Cognis bisher nicht genannt. Nach Angaben eines mit der Transaktion vertrauten Bankers soll das Papier mit einem Renditevorsprung von 900 bis 925 Basispunkten über dem Sechs-Monats-Euribor ausgestattet werden.

Der Erlös aus der Anleihe soll den Cognis-Eigentümern zu Gute kommen. 2001 hatten die Beteiligungsgesellschaften Permira, Goldman Sachs Capital Partners sowie Schroder Life Sciences Funds das Unternehmen vom Konsumgüterkonzern Henkel gekauft. Cognis beliefert die Waschmittel-, Reinigungsmittel- und Kosmetikindustrie mit seinen Spezialchemieprodukten.

Goldman Sachs und Deutsche Bank betreuten die Transaktion, sagte der Banker. Der Ausgabepreis solle 99 Prozent betragen. Die Bücher für die variabel verzinsliche Anleihe mit einer Laufzeit bis 2015 sollen am Donnerstag um 16 Uhr geschlossen werden, der Preis werde kurz danach festgestellt. Das Papier soll nach Cognis-Angaben in Luxemburg oder Irland börsennotiert werden.

Als Reaktion auf die Entscheidung stufte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) das langfristige Kreditrating von Cognis auf „B+“ von „BB-“ herab. Die Anleihe bedeute mehr Schulden, die künftig refinanziert werden müssten, begründete S&P den Schritt.

Die Anleihe ist die jüngste einer Reihe von Transaktionen vor allem am Hochzinsende. Beteiligungsgesellschaften ziehen damit Geld aus den Unternehmen ab, die sie einst erworben haben. Der größte deutsche Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland hatte im Dezember eine Hochzins-Anleihe im Volumen von 400 Millionen Euro begeben, um seinen Investoren eine Dividende auszuzahlen. Die drei Beteiligungsgesellschaften Apax Partners, Goldman Sachs Capital Partners und Providence Equity hatten Kabel Deutschland 2003 von der Deutschen Telekom erworben.

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