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24.09.2014

18:08 Uhr

Griechenland

Anleger reagieren nervös auf Äußerungen aus Athen

Ohne Aufsicht fürchten Anleger einen Rückfall Griechenlands in alte Muster. Die Äußerungen von Regierungschef Antonis Samaras über ein Ende IWF-Präsenz, sorgten daher für Nervosität und eine Verteuerung der Anleihen.

Aussagen von Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras machen Anleger nervös. dpa

Aussagen von Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras machen Anleger nervös.

AthenDie Renditen für griechische Zehn-Jahres-Staatsanleihen sind am Mittwoch auf knapp 6,2 Prozent gestiegen - sie haben sich damit so stark verteuert wie seit Monaten nicht mehr. Als Grund sah die griechische Finanzpresse die Aussagen des griechischen Regierungschefs Antonis Samaras vom Vortag nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Samaras hatte ein Ende der Unterstützung des Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht ausgeschlossen.

Zwar sei das Wort „Scheidung“ das falsche Wort für das Ende der IWF-Präsenz in Griechenland, es sei aber etwa anderes, wenn die IWF-Unterstützung nicht mehr notwendig sei, sagte Samaras. Die Renditen hatten in den vergangenen zwei Monaten fast ständig unter sechs Prozent gelegen.

Analysten in Athen kommentierten, dass die Anleger „nervös“ reagierten, weil sie Angst davor hätten, Athen könnte nach dem Ende der Kontrollen vor Ort durch die Geldgeber in alte Politikmuster zurückfallen und wieder höhere Defizite zulassen.

Risiken und Nebenwirkungen von Hochzins-Anleihen

Was passiert, wenn Zinsen niedrig bleiben

Hochzinspapiere erscheinen relativ attraktiv, da finanzstarke Emittenten nur extrem niedrige Zinsen zahlen. Gerade schwach beleumundete Schuldner sind auf steigende Preise für ihre Produkte angewiesen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Signalisieren die Niedrigzinsen gar eine Phase fallender Preise (Deflation), steigt das Pleiterisiko erheblich.

Was tun wenn die Zinsen niedrig bleiben

Unternehmensanleihen im Rahmen der Streuung des Depots beimischen. Deutet sich eine Phase fallender Güterpreise an, sollten Anleger ihre Hochzinsanleihen verkaufen und keine Neuengagements eingehen.

Was passiert wenn die Zinsen steigen

Bei steigenden Zinsen bieten Hochzinspapiere und Schrottbonds etwas Schutz vor sehr hohen Kursverlusten, weil sie einen relativ hohen Kupon bieten. Allerdings kommen lang laufende Papiere spätestens dann unter Druck, wenn sich neue Papiere gut beleumundeter Schuldner im Zins den Kupons alter Schrottbonds deutlich annähern.

Was tun wenn die Zinsen steigen

Papiere mit einer Bonität knapp unterhalb der Investitionsklasse mit einer Laufzeit bis zu rund vier Jahren sind attraktiv. Allgemeine Konjunktur- und Branchenprobleme oder individuelle Fehlgriffe des Managements bedrohen Hochzinsbonds generell.

Fazit

In Phasen halbwegs erträglicher Konjunktur und fallender Zinsen sind Hochzinsbonds gut geeignet. Diese Kombination dürfte es aber in den kommenden Jahren kaum noch geben.

Griechenland ist seit 2010 mit 240 Milliarden Euro internationaler Hilfszusagen vor dem Bankrott bewahrt worden. Im Gegenzug musste das Euroland umfassende Reformen und schmerzhafte Einsparungen durchsetzen. Seit sechs Jahren steckt das Land in der Rezession. Das zweite Hilfspaket in seiner EU- Komponente läuft zum Jahresende aus. Athen soll noch bis 2016 Hilfen vom IWF bekommen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr reiner tiroch

24.09.2014, 19:43 Uhr

wenn merkel und Samaras von krise aus labern, ist höchste Vorsicht angesagt, gell?

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