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23.05.2012

13:00 Uhr

Griechenland-Exit

Experten befürchten Kettenreaktion

Die möglichen negativen Folgen eines Griechenland-Austritts aus der Euro-Zone verunsichern sowohl Experten als auch die Sparer. Die Kreditausfallabsicherungen für europäische Bankenpapiere stiegen zuletzt rasant an.

Kreditausfallabsicherungen (Credit-Default-Swaps) für vorrangige Anleihen von 25 europäischen Banken und Versicherungen stiegen zuletzt rasant an. dpa

Kreditausfallabsicherungen (Credit-Default-Swaps) für vorrangige Anleihen von 25 europäischen Banken und Versicherungen stiegen zuletzt rasant an.

Die Rekord-Rally bei den Anleihen europäischer Banken nach der Zufuhr von rund einer Billion Euro durch die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (LTRO) der Europäischen Zentralbank hat sich inzwischen wieder in Luft aufgelöst.

Sowohl die Zuspitzung der Lage in Griechenland nach den jüngsten Parlamentswahlen, als auch der Abzug von Einlagen bei Banken und die Bonitätsherabstufungen durch Ratingagenturen malen derzeit ein eher dunkles Bild. Experten machen sich jedoch weniger Sorgen um den möglichen Euro-Austritt von Griechenland an sich, sondern eher darum, welche Reaktionen ein solcher Schritt nach sich ziehen würde.

Der Markit iTraxx Financial Index, der Kreditausfallabsicherungen (Credit-Default-Swaps) für vorrangige Anleihen von 25 europäischen Banken und Versicherungen abbildet, darunter der spanische Banco Santander SA oder auch die italienischen UniCredit SpA, stieg bis zum 18. Mai auf 308,398 an, nachdem er im Jahrestief bei nur 181,472 gelegen hatte.

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Es ist zudem der höchste Wert seit dem 19. Dezember - zwei Tage später folgte die erste Runde an dreijährigen EZB-Krediten, die insgesamt mehr als 800 Finanzinstitute im Euroraum in Anspruch nahmen, und zwar zu einem Zins von gerade einmal einem Prozent. In der ersten Runde wurden 489 Mrd. Euro vergeben, in der zweiten 529,5 Milliarden Euro.

Die deutsche Bundesbank hält ein etwaiges Ausscheiden Griechenlands aus der Währungsunion für beherrschbar. “Die Herausforderungen wären in diesem Fall erheblich, aber bei vorsichtigem Krisenmanagement beherrschbar”, heißt es in dem am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht. Die Lage in Griechenland bezeichnet die Bundesbank in dem Bericht als “äußerst angespannt”.

„Das reale Risiko liegt nicht so sehr in einem Austritt von Griechenland, sondern in der Ansteckung“, sagte Roger Francis, Analyst bei Mizuho International Plc. „Es geht nicht so sehr um die Angst, dass den Banken das Geld ausgehen könnte. Es geht eher um die großen systemischen Sorgen - also, was ein Austritt bedeuten würde.“

In Griechenland war es in der vergangenen Woche nicht gelungen, nach den Parlamentswahlen eine Regierung zu bilden. Jetzt stehen dort Neuwahlen an. Bei diesen könnte eine Partei als stärkste Kraft hervorgehen, die sich ganz offen gegen die Bedingungen für das von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds erhaltene Hilfspaket ausgesprochen hat. Beobachter beschrieben die Wahlen längst als eine Abstimmung zu einem Austritt oder einem Verbleib des Landes in der Währungsunion.

Kommentare (11)

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Greek_Chicken

23.05.2012, 13:07 Uhr

Hoffentlich gibt es diese Kettenreaktion. Dann ist uns zwar der Staatsbankrott sicher - aber diese EUSSR wäre schon im Keim zerstört.

Mollemopp

23.05.2012, 13:13 Uhr

"Experten befürchten Kettenreaktion"

Und da ist sie wieder, die alte Leier. Man muss diesen Spruch immerwieder bringen, damit die Menschen der Abschaffung der Demokratie weiterhin zustimmen.
Hierzu passt auch immer der schöne Merkel-Spruch: "Der Euro ist eine Entscheidung über Krieg und Frieden in Europa!"

Blablablabla...

Leider

23.05.2012, 13:28 Uhr

@Greek_Chicken
Leider werden Sie kein Glück haben mit ihrem frommen Wunsch. Das Politbüro in Brüssel wird mit der Staatsbank EZB alles finanzieren, damit die angloamerikanische Finanzindustrie glücklich wird.

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