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11.06.2015

11:43 Uhr

Griechenland-Krise

Athener Börse nimmt Einigung vorweg

Die Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern stocken. Dennoch herrscht an der Börse in Athen Bullenstimmung. Die Anleger sind fest davon überzeugt, dass sie auf die Rettung Griechenlands wetten können.

Die Athener Anleger sind optimistisch, Griechenlands institutionelle Gläubiger nicht so sehr. dpa

Griechische Börse in Athen

Die Athener Anleger sind optimistisch, Griechenlands institutionelle Gläubiger nicht so sehr.

DüsseldorfWer wettet, hofft. Und das tun zurzeit die griechischen Investoren. Sie hoffen, dass Griechenland doch noch die Kurve kriegt und wetten darauf mit ihrem Geld. Das schlägt sich auch an der Börse nieder. Der Athener Leitindex kletterte am Donnerstag in den Anfangsminuten des Handels um 5,8 Prozent nach oben. Der Bankenindex legte beinahe 14 Prozent zu. Die griechischen Staatsanleihen lagen ebenfalls leicht im Plus. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen sank leicht auf 11,74 von 11,87 Prozent.

Dabei gibt es derzeit nur wenige Gründe für die Bullenstimmung. Das Spitzentreffen am Rande des EU-Lateinamerika-Gipfels hatte wenig gebracht. Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande und der griechische Premier Alexis Tsipras haben sich lediglich darauf geeinigt, weiter zu verhandeln.

Auch Tsipras’ Treffen mit dem EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker am Mittwoch hat zu keinem Ergebnis geführt. Hier einigten sich der griechische Premier und der EU-Politiker ebenfalls lediglich darauf, im Gespräch zu bleiben. Ein weiteres Treffen ist am Donnerstag geplant.

Ausstehende Staatsanleihen ausgewählter Euro-Staaten

Italien

Volumen: 2280 Milliarden Euro, Anteil an Euro-Zone gesamt (inklusive Luxemburg, Malta und Estland): 25,3 Prozent
(Quelle: Bloomberg)

Frankreich

1935 Milliarden Euro, 21,5 Prozent der Euro-Zone

Deutschland

1365 Milliarden Euro, 15,2 Prozent der Euro-Zone

Spanien

1192 Milliarden Euro, 13,2 Prozent der Euro-Zone

Belgien

465 Milliarden Euro, 5,2 Prozent der Euro-Zone

Niederlande

439 Milliarden Euro, 4,9 Prozent der Euro-Zone

Griechenland

331 Milliarden Euro, 3,7 Prozent der Euro-Zone

Österreich

272 Milliarden Euro, 3,0 Prozent der Euro-Zone

Irland

239 Milliarden Euro, 2,7 Prozent der Euro-Zone

Portugal

230 Milliarden Euro, 2,6 Prozent der Euro-Zone

Finnland

115 Milliarden Euro, 1,3 Prozent der Euro-Zone

Slowakei

45 Milliarden Euro, 0,5 Prozent der Euro-Zone

Slowenien

39 Milliarden Euro, 0,4 Prozent der Euro-Zone

Zypern

18 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

Litauen

17 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

Selbst das Gerücht, von einem plötzlichen Entgegenkommen Angela Merkels hat sich als nicht begründet erwiesen. Am Mittwoch meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg, die Kanzlerin sei zu einer Einigung bereit, wenn Griechenland auch nur eine der zahlreichen von den Gläubigern geforderten Reformen umsetzen würde. Heute sagte ein Sprecher der Bundesregierung:

„Deutschland akzeptiert nur einen Vorschlag der drei Institutionen. Alles andere ist frei erfunden.“ Die Institutionen – das sind der Internationale Währungsfonds, die Europäische Zentralbank und die EU-Kommission. Doch die Investoren lassen sich von so etwas nicht beirren. Zumal es heute hieß, es gebe „gute Aussichten”, dass kommende Woche eine Einigung zustande kommt, die für die Euro-Finanzminister akzeptabel sein dürfte. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus EU-Kreisen.

Kommentare (9)

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Herr a p

11.06.2015, 12:19 Uhr

ah soo, da weden jetzt die letzten miliarden vezockt !
und dann ab in die frührente.
cool

Herr Marc Otto

11.06.2015, 12:32 Uhr

F für mich ist das alles exxtrem lehrreich, denn die Geschichte wiederholt sich.

Ich erkenne für mich, dass sich hier in Eu-Land die Spielregeln verändern. Und wer sich eng an die Gesetze hält, ist IMMER der Dumme. Früher hies es "Für Führer, Volk und Vaterland" und wehe dem, der sich daran gehalten hat.

Es gab andere, die nutzten das System, um selbst zu verdienen und gute Geschäfte zu machen. Horten u.a. ist nur deshalb so reich geworden, weil er billige Kriegsstoffe gekauft und so eingelagert hatte, dass er sich nach dem WK-II gut verkauft hat.

Und das mit GR kommt mir echt genau so vor. Eigentlich sollte jeder die aktuellen Bewegungen und die Spannungen für sich nutzen. Als Trader kann man immer gut an der Schaukelbörse gewinnen.

Ich glaube die Mecker-Köppe meckern nur deshallb, weil sie unreif und unflexibel sind und diese herrlichen Bewegungen nicht für sich nutzen können. Un wer sich noch mit diesem Land identifiziert, wird wohl das Nachsehen haben.

Herr Win Boes

11.06.2015, 13:19 Uhr

Athen feiert. Das Geld kommt. Jetzt greifen die kriminellen Politbeamten zu - auch bei uns. dank Merkel. Das Spiel geht so weiter. Unsere Arbeitnehmer und Rentner müssen eine schwere Bürde nahmen, dank Merkel.

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