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17.02.2015

10:23 Uhr

Griechenland-Ultimatum

Athener Börse leidet

Das Ultimatum steht. Bis Freitag muss Griechenland der Verlängerung des Hilfsprogramms zustimmen. Die Athener Börse leidet schon jetzt unter den Verhandlungen, wie wird es dann beim Grexit sein?

Ein Tief. Bis Freitag läuft das Ultimatum der Euro-Gruppe, kommt es dann zum Grexit? dpa

Athener Börse

Ein Tief. Bis Freitag läuft das Ultimatum der Euro-Gruppe, kommt es dann zum Grexit?

FrankfurtDie gescheiterten Verhandlungen zur Lösung der griechischen Schuldenkrise haben am Dienstag die Furcht vor einer Pleite des Mittelmeer-Anrainers geschürt. Die Athener Aktienbörse rutschte daraufhin um bis zu 4,7 Prozent ab. Der griechische Bankenindex brach zeitweise sogar um knapp zehn Prozent ein.

Griechische Staatsanleihen warfen Investoren ebenfalls aus ihren Depots. Dies trieb die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Titel um fast einen vollen Prozentpunkt in die Höhe auf 10,874 Prozent. Die Renditen der dreijährigen Titel schnellte zeitweise sogar um etwa vier Punkte in die Höhe auf 21,228 Prozent. Vor diesem Hintergrund rentierten die zehnjährigen Bonds aus Spanien und Italien jeweils 0,07 Prozentpunkte höher bei 1,65 beziehungsweise 1,71 Prozent.

Zahlen und Fakten zum griechischen Schuldendrama

Zwei Rettungspakete

Ausgezahlt wurden bis Anfang Februar: aus dem ersten Paket bilaterale Kredite der Europartner über 53 Milliarden Euro, aus dem zweiten Paket 141 Milliarden Euro.

Schuldenberg

Trotz eines Schuldenschnitts 2012 umfasste er nach zuletzt verfügbaren Zahlen immer noch rund 315 Milliarden Euro. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt sollen die Schulden von bislang über 170 Prozent bis auf 112 Prozent im Jahr 2022 gedrückt werden.

Laufzeiten

Die Hilfskredite unter dem Euro-Rettungsschirm EFSF haben jetzt schon eine durchschnittliche Laufzeit von rund 32 Jahren. Die ohnehin niedrigen Zinsen werden erst von 2022 an fällig. Auch die Tilgung beginnt beim EFSF erst 2022.

Verlängerung

Das laufende Kredithilfsprogramm der Europäer wurde bereits bis Ende Februar verlängert. Eine weitere Verlängerung müsste von Athen beantragt werden. Parlamente einiger Staaten müssten aber zustimmen. Es stehen im Programm noch 1,8 Milliarden Euro bereit.

Weitere Hilfen

Eine angedachte vorbeugende Kreditlinie von rund 11 Milliarden Euro soll es bislang nur dann geben, wenn das laufende Rettungsprogramm abgeschlossen ist, also die Spar- und Reformauflagen erfüllt werden. Seit kurzem dürfen griechische Banken keine Staatsanleihen des Landes mehr als Sicherheiten für Geld der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegen. Vorerst bekommen die Banken noch Notkredite (ELA) der griechischen Notenbank. Dem Vernehmen nach hat der EZB-Rat bislang ein ELA-Volumen von bis zu 65 Milliarden Euro bewilligt.

„Bis zum Ablauf des Ultimatums am Freitag wird Risikoaversion die Stimmung prägen“, sagte Commerzbank-Zinsstratege Rainer Guntermann. Die Euro-Gruppe drängt auf eine Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland und hat der Regierung eine Frist bis Freitag gesetzt.

Kommt es bis dahin nicht zu einer Einigung, droht Griechenland die Staatspleite. Jan von Gerich, Chef-Anleiheanalyst der Nordea Bank, warnte: „Es steht viel auf dem Spiel.“ Ohne Einigung müsse mit einem Run auf die griechischen Banken und dem Grexit gerechnet werden.

Von

rtr

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