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22.07.2011

11:10 Uhr

Griechenland-Umschuldung

CDS-Inhaber können aufatmen

Die Griechenland-Umschuldung trifft Inhaber von CDS nicht. Weil private Gläubiger nur auf freiwilliger Basis beteiligt werden, löst das neue Rettungspaket kein "Kreditereignis" aus.

Blick auf das Parkett an der Börse in Frankfurt am Main. Quelle: dapd

Blick auf das Parkett an der Börse in Frankfurt am Main.

LondonInhaber von Kreditausfallversicherungen (CDS) für griechische Anleihen können aufatmen. Das neue milliardenschwere Hilfspaket für das verschuldete Land löse kein „Kreditereignis“ (credit event) und damit auch keine Zahlungen von CDS-Besitzern aus, erklärte der hierfür zuständige Derivateverband ISDA am Freitag. Die Beteiligung privater Gläubiger an dem Rettungsprogramm sei auf freiwilliger Basis, weshalb es keinen Anlass für ein Kreditereignis gebe, sagte ISDA-Vertreter David Geen der Nachrichtenagentur Reuters. Wenn die neuen Anleihebedingungen für alle privaten Gläubiger verpflichtend wären, hätte die Lage wohl anders ausgesehen. Die Euro-Regierungen wollten ein solches Kreditereignis in jedem Fall verhindern, da die Folgen für die Finanzmärkte weltweit unabsehbar waren.

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder hatten am Vorabend ein mehr als 100 Milliarden Euro schweres Hilfspaket beschlossen, das erstmals auch einen Beitrag des Privatsektors vorsieht. Nach EU-Angaben beteiligen sich Banken und Versicherer bis Mitte 2014 - mittels Schuldentausch und -rückkauf - unter dem Strich mit rund 50 Milliarden Euro.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

22.07.2011, 12:13 Uhr

Hm, ich bin verwirrt... die CDS Inhaber hätten doch bei einer Umschuldung Geld bekommen? Um diesen Gewinn wurden sie doch jetzt gebracht und das obwohl sie weiterhin regelmäßig ihre Prämien zahlen müssen. Ich denke die werden das Gegenteil von aufatmen!

Paradox ist das ganze irgendwie schon. Hat man nämlich Anleihen und passende CDS gekauft um sich abzusichern, dann wird man nun gebeten freiwillig Verluste auf die Anleihen in Kauf zu nehmen und gleichzeitig auf die Versicherungssumme zu verzichten.

So was kann eigentlich nur gut funktionieren wenn der Markt total verzerrt ist, also wenn der Anleihehalter nicht nur keine CDS besitzt sondern im Gegenteil solche selbst herausgegeben und verkauft hat. Und so einen doppelten Profit sichert jetzt die Politik mit Steuergeldern ab.

Aus Angst vor einer Kettenreaktion? Schon 2010 wurden Clearing Stellen im Zusammenhang mit CDS eingeführt nachdem AIG pleite ging, auch in Europa. Damit sind Kettenreaktionen eigentlich ausgeschlossen, außer natürlich wenn die absoluten CDS Beträge deutlich höher sind als bekannt. Wenn z.B. 10x soviel CDS ausgegeben wurden wie überhaupt Griechenlandanleihen existieren, ja dann verstehe ich die Angst.

Account gelöscht!

22.07.2011, 12:40 Uhr

Daran kann man erkennen, dass die Komplexität wohl selbst manchen Handelsblatt-Redakteur zu überfordern scheint. :-)

Die Inhaber von CDS werden garantiert nicht aufatmen sondern eher "sch..." denken, vor allem diejenigen mit ungedeckten CDS, die auf einen Ausfall gewettet haben.

Freuen tun sich natürlich die CDS-Versicherer, deshalb ist im Bericht ja auch vom Derivate-Verband die Rede.

Aber erst einmal abwarten, was am Montag die Ratingagenturen zu der Lösung sagen. Erst wenn die den Daumen nicht komplett auf "D" senken, sollten die Versicherer aufatmen. Sollten diese das Paket als (Teil-)Ausfall einstufen, haben in nächster die Juristen wieder gut zu tun, um die überprüfen ob man nicht doch Geld von der Versicherung erstreiten kann. :-)

bommel

25.07.2011, 08:43 Uhr

ach. die cds-inhaber letztendlich werden sich die hände reiben. im moment haben sie weder vorteile noch nachteile, aber wenn europa komplett herabgestuft wird, haben die eine menge geld im säckel.

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