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08.02.2017

14:15 Uhr

Griechische Anleihen

„Athen wird Euro-Zone verlassen“

Ein Vertrauter von US-Präsident Donald Trump macht weiter Stimmung gegen Europa: Griechenland soll sich am Dollar orientieren. Anleger reagieren nervös, die Renditen für manche Staatsanleihen sind wieder zweistellig.

Für Griechenland läuft mal wieder ein Countdown - ohne Finanzspritzen droht im Sommer erneut die Pleite. dpa

Griechische Euro-Münze

Für Griechenland läuft mal wieder ein Countdown - ohne Finanzspritzen droht im Sommer erneut die Pleite.

Düsseldorf/WashingtonDie anhaltende Diskussion über weitere Finanzhilfen für Griechenland macht Anleger nervös. Die Renditen für griechische Staatsanleihen steigen über sämtliche Laufzeiten hinweg, die mit einer Fälligkeit in zwei Jahren bieten vom heutigen Mittwoch an zwischenzeitlich mit 10,05 Prozent sogar eine zweistellige. Das ist keine ungewöhnliche hohe Zahl, noch Mitte des vergangenen Jahres war sie für griechische Staatsbonds sogar etwas höher.

Doch der Vergleich mit Bundesanleihen zeigt, wie groß die Risikofurcht der Anleger mittlerweile geworden ist. Denn während die Renditen für Inhaberschuldverschreibungen aus dem südeuropäischen Land steigen, sind die Renditen deutscher Staatsanleihen im Sinkflug. Mittlerweile beträgt die Rendite für eine zweijährige deutsche Staatsanleihe wieder minus 0,78 Prozent. Mit einer zehnjährigen lässt sich noch 0,34 Prozent jährlich erzielen, während die griechische Zehnjährige mittlerweile 7,82 Prozent pro Jahr bringt.


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Während der laufenden Verhandlungen zum dritten Rettungspaket für die Griechen macht Ted Malloch, Vertrauter von US-Präsident Donald Trump und möglicher amerikanischer Botschafter bei der EU, weiter Stimmung gegen Europa. In einem Interview des griechischen Nachrichtensenders Skai prophezeite er einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone - und zwar auf freiwilliger Basis. „Ich glaube, diesmal ... sind die Chancen höher, dass Griechenland von sich aus aus dem Euro austritt“, sagte er der Skai-Sendung „Istories“, die in der Nacht zum Mittwoch ausgestrahlt wurde.

Malloch sagte weiter, die Beziehungen Griechenlands zu den USA könnten stärker werden. Griechenland könnte sich nach einem Austritt aus der Euro-Zone mit seiner eigenen Währung an dem US-Dollar orientieren (er sprach von einer „Dollarisierung“ Griechenlands). Dieses Thema bringe Deutschland „zum Ausflippen“, sagte Malloch weiter.

Auf die Frage, ob das alles auch die Ansichten Trumps sind, zitierte er aus einer Twitter-Aussage des neuen Präsidenten vor etwa einem Jahr. „Die Griechen verschwenden ihre Zeit in der Eurozone“. Die Eurozone allgemein könne in der nächsten Zeit zusammenbrechen, fügte Malloch hinzu.

Kommentare (17)

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Rainer von Horn

08.02.2017, 14:30 Uhr

Solange die Griechen ein Pampers-Paket nach dem anderen geschnürt bekommen, wären sie schön blöd aus der Eurozone auszusteigen und wenn der Finanzminister den Artikel hier liest, bekommt er Schnappatmung und packt die nächsten 86 MRD in eine Transall und karrt die höchstpersönlich nach Athen.

Account gelöscht!

08.02.2017, 14:40 Uhr

Trump deckt Schritt für Schritt die Schwächen der EU und des EURO auf. Es ist schon bezeichnend wie Anfällig die EU und der EURO durch den Wechsel in der US Politik geworden ist. Spricht nicht gerade für die Stärke einer EU und einer EURO Währung. Der Druck auf die EU, EURO und Merkel wird sich weiter erhöhen. Und der Druck kommt nicht nur aus den USA sondern auch von England und Russland. Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Gerd Hohn

08.02.2017, 14:45 Uhr

Athen ist nur das Vorspiel, es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Euro die Euro-Zone verlassen wird.
Persönlich fände ich es guit, wenn Kohl das noch in seinem Rollstuhl erleben dürfte.

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