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29.03.2012

17:49 Uhr

Griechische Bonds

Investoren sträuben sich gegen Umschuldung

Investoren von griechischen Bonds unter Auslandsrecht lehnen die Umschuldungspläne ab. Nun könnte der Schuldenstaat den Verweigerern mit Nicht-Zahlung drohen. Ein tatsächlicher Zahlungsausfall wäre allerdings heikel.

Ein Zahlungsausfall bei Anleihen unter Auslandsrecht könnte bestimmte Klauseln auslösen. dpa

Ein Zahlungsausfall bei Anleihen unter Auslandsrecht könnte bestimmte Klauseln auslösen.

FrankfurtGläubiger der nach ausländischem Recht begebenen internationalen Anleihen Griechenlands wehren sich gegen Versuche, ihre Papiere umzuschulden. Das behindert die Anstrengungen des südeuropäischen Landes, seine Schuldenlast zu verringern.  Bei Sitzungen mit Gläubigern von zehn der 12 Anleihen sind die Umschuldungspläne abgelehnt worden, beziehungsweise bei einer Sitzung am 27. März wurde keine Beschlussfähigkeit erreicht. Das geht aus einer Erklärung der griechischen Schuldenagentur hervor. Die Papiere im Nominalwert von etwa 3 Mrd. Euro wurden von der Hellenic Railways Organization SA und von Athens Urban Transport Organization SA begeben und vom Staat garantiert.

Griechenland beharrt darauf, dass keine Mittel vorhanden seien, um Verweigerer auszuzahlen und dass es keine Anreize über die Vereinbarung bei den nach griechischem Recht begebenen Staatsanleihen mit dem privaten Sektor hinaus geben wird. Angesichts des Widerstands der Investoren der Bonds unter Auslandsrecht steht das Land vor der Wahl, den Zins- und Kapitalzahlungen nicht nachzukommen, die Papiere weiterhin zu bedienen oder Verhandlungen mit den Gläubigern zu beginnen.

"Es liegt im Interesse Griechenlands, den ausländischen Verweigerern mit der Nicht-Zahlung zu drohen", erläuterte Gabriel Sterne, Ökonom bei Exotix Holdings Ltd. in London in einer Mitteilung. "Es liegt möglicherweise nicht im Interesse Griechenlands, diese Drohung wahr zu machen." Dem Land ist es am Mittwoch nicht gelungen, eine beschlussfähige Mehrheit der Gläubiger für die Umschuldung von Staatsanleihen über 650 Mill. Schweizer Franken (539 Mill. Euro) zu erreichen. Weitere Sitzungen für die Gläubiger der unter ausländischem Recht begebenen Anleihen Griechenlands sind geplant.

Ein Zahlungsausfall bei Anleihen unter Auslandsrecht könnte Klauseln auslösen, die die sofortige Zahlung anderer Verbindlichkeiten oder die Auflösung von Derivatekontrakten erzwingen und sich sogar auf Vertragsvereinbarungen mit anderen Ländern auswirken, erläuterte Andreas Koutras, Analyst bei ITC Markets in London.

"Wir haben wiederholt gesagt, dass unser Finanzierungsplan und unsere Mittel ausreichend für eine Rückzahlung wie bei dem Schuldenschnitt für den privaten Sektor sind", erklärte Petros Christodoulou, Leiter der griechischen Schuldenagentur. "Wir haben außerdem gesagt, dass kein Bondinvestor bessere Konditionen erhält als bei der Vereinbarung mit dem privaten Sektor."

Kommentare (7)

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PaulKeegan

29.03.2012, 18:30 Uhr

Schurkenstaat Griechenland, der rund um die Welt selbst bei Rentnern Geld aufnahm und jetzt angeblich nicht zahlen kann; Rueckwirkende Gesetze beschliesst - was ist dann noch das Gesetz??? !!! und so was in der EU!

Schuldenschnitt-zu-niedrig

30.03.2012, 14:09 Uhr

Billigst eine brennende Ruine erwerben und dann von der Feuerwehr ein neues Haus einfordern ...dieser Plan war und ist ein Anschlag auf Unterstützungskassen und EU-Steuerzahler.
Dt.Steuerzahler sollten sich nicht von den Krokodilstränen fehlinvestierter Geldverleiher oder Forderungsaufkäufer rühren lassen.
Diese versuchen, gegen jede marktwirtschaftliche Regel, den Schaden aus ihrem Treiben auf Unbeteiligte abzuwälzen. Fehlinvestierte Gläubiger wollen mit ihrem Lamento vergessen machen, dass verantwortungslose Kreditaufnahme Hand in Hand geht mit verantwortungsloser Kreditvergabe...
Im Griechenlandfall hatten sich Schuldner und Gläubiger zu einem parasitären Bail-Out-Pakt zusammengeschlossen - das Ausfallrisiko wurde implizit über die "EU-Schiene" auf Dritte abgewälzt.
Ohne das Regulativ "Ausfallrisiko" eskalierte die Kreditvergabe über alle Vernunftsgrenzen.
Das fidele Duo aus Gläubiger+Schuldner hatte ein ungebremstes Interesse an hohen Schuldenvolumina.
Wie verdreht das Subventionsdenken solcher Gläubiger ist, zeigt, dass der ureigene Forderungsausfall als "aufgezwungene Beteiligung" bejammert wird.

Rechtsaenderungen-sind-Alltag

30.03.2012, 14:23 Uhr

Wer so gierig-blöde war, Ouzobonds zu erwerben, der ist in der Regel auch zu blöde, zwischen "echter" und "unechter Rückwirkung" zu unterscheiden ....
Solange ein Vorgang nicht abgeschlossen ist, solange ist er auch offen für rechtliche Rahmenänderungen.
Wer das nicht begreift, kann sich es ja mal von Rentenbeitragszahlern erklären lassen.
Oder glauben Sie, es gälten immer die Regeln vom Tag der ersten Beitragszahlung ?

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