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15.09.2011

13:58 Uhr

Großes Marktinteresse

Spanische Anleihen stark nachgefragt

Spanien kann sich in seiner Schuldenkrise ein wenig Luft verschaffen. Die Anleihen des verschuldeten Staates sind deutlich besser nachgefragt als die vom Nachbarland Italien.

Die spanische Flagge vor der Bank of Spain. Reuters

Die spanische Flagge vor der Bank of Spain.

MadridDas hoch verschuldete Spanien hat sich am Kapitalmarkt erfolgreich mit frischem Geld eingedeckt. Die Anleihe-Auktionen im Volumen von 3,95 Milliarden Euro stießen am Donnerstag bei den Investoren auf das erhofft große Interesse, da Spanien mit einer Nachfrage von höchstens vier Milliarden Euro gerechnet hatte. Zugleich blieben die Zinskosten im Rahmen: Selbst bei den bis 2020 laufenden Anleihen mit einem Kupon von vier Prozent lag die Rendite nur knapp über fünf Prozent. Für bis 2019 laufende Schuldtitel wurden im Durchschnitt 4,96 Prozent fällig.

Auch Frankreich sammelte am Kapitalmarkt erfolgreich Geld bei Investoren ein: bei Auktionen von fünfjährigen Bonds und bis April 2014 laufenden Anleihen nahm das Land 8,5 Milliarden Euro ein. Händler werteten dies als Hinweis darauf, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone noch nicht von der Marktnervosität um Italien und Spanien angesteckt worden ist.

Experten sehen zudem die gelungenen Auktionen Spaniens als Zeichen, dass sich das Land in der Staatsschuldenkrise weiter von seinem Leidensgenossen Italien absetzen kann: „Die Märkte sind bei den politischen Reformen in Spanien optimistischer. Sie setzen eher darauf, dass die Verpflichtung zur Umsetzung der Reformen auch eingehalten wird“, sagt Analyst Alessandro Giansanti von der ING-Bank.

Spanien will unter anderem mit der Wiedereinführung einer Reichensteuer die Schuldenkrise bekämpfen. Die auf 2011 und 2012 zeitlich befristete Abgabe soll bis zu 1,1 Milliarden Euro pro Jahr in die klamme Staatskasse spülen, wie die sozialistische Wirtschaftsministerin Elena Salgado ankündigte. Die Regierung in Madrid rechnet zudem weiter damit, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 1,3 Prozent zulegen wird. Die EU-Kommission in Brüssel erwartet hingegen nur ein Plus von 0,8 Prozent.

In Italien will Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit dem kürzlich vom Parlament gebilligten Sparprogramm im Volumen von 54 Milliarden Euro verloren gegangenes Vertrauen der Anleger wiedergewinnen. Bei einer Emission von fünfjährigen Staatsanleihen hatte das Land am Dienstag Rekordzinsen von 5,6 Prozent berappen müssen. Sowohl Spanien als auch Italien profitieren bei ihren Geschäften am Kapitalmarkt davon, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Sekundärmarkt Anleihen von Schuldenstaaten aufkauft. Damit wird das Rendite-Niveau für die Papiere de facto gedrückt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Besserwisser

15.09.2011, 15:13 Uhr

"Nachbarland"? Da ist aber noch ein bisschen Wasser dazwischen. Allerhöchstens Nachbarn im Geiste des Dolce Vita ...

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